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Der Autor

Autor

Thomas Wanhoff

Journalist, Blogger, Podcaster, war Onlineredakteur bei der Frankfurter Neuen Presse, entwickelt bei Welt Online den Bereich Audio und Video und arbeitet nun frei als Berater und als Produzent von Audio- und Videoinhalten für Websites. Er begann 2004 mit dem Podcasting und veröffentlich seit Januar 2005 Wanhoffs Wunderbare Welt der Wissenschaft. Der Gründer des Podcastverbandes ist einer Kenner der Szene und beriet Medien und Instituitionen über Implementierung von Podcast in ihre Kommunkation. Er lebt derzeit in Phnom Penh, Kambodscha.

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Woher kommt der Begriff?

Er setzt sich zusammen aus "iPod", dem MP3-Player der Firma Apple und dem Begriff "Broadcasting" für Senden. Eine andere Erklärung ist - um die Aufmerksamkeit vom Produkt hin zum Geist des Podcasten zu lenken - Publish on Demand-Broadcasting.

Wer hat's erfunden?

Gleich zwei: Dave Winer hatte sich mit der Kurzbeschreibung von Webseiten beschäftigt und sozusagen RSS erfunden. Diese Feeds enthielten - grob gesagt - nur die Überschrift, einen Vorspann oder die ersten Sätze eines Artikels, vielleicht noch ein Bild. Man könnte diese RSS-Datei abrufen, ohne gleich die ganze Webseite laden zu müssen. Spezielle Programme (so genannte RSS-Reader) machen das automatisch: Sie schauen, ob die Seite - und damit auch die RSS-Datei - aktualisiert wurde, laden sie herunter und geben den geünschten Überblick über neue Inhalte.

Daran setzte der ehemalige MTV-Moderator Adam Curry an: Wenn das Programm schauen kann, ob neue Texte auf einer Seite sind, dann könnte es doch auch nachsehen, ob eine neue Audio- (oder Video-)-Datei vorhanden sei. Leider war das nicht der Fall, und Curry begann selbst eine solche Software - einen Podcatcher - zu schreiben. Dieser schaute nach einer neuen MP3-Datei auf einer Webseite, lud diese herunter und packte sie gleich auf einen angeschlossenen MP3-Player.

Podcasting ist als technisch gesehen das Bereitstellen von MP3-Inhalten per RSS-Feed bzw. das automatische Herunterladen von MP3-Dateien (bzw. jetzt auch Videodateien).

Ist Podcasting also eine Technik?

Ja und Nein: Ja, weil man dafür eben Software und einen RSS-FEed braucht, Nein, weil es auch andere Merkmale gibt, die einen Podcast von einer normalen Mediendatei im Internet unterscheiden. Das Wichtigste ist dabei die Episodenhaftigkeit: Erst mehrere Dateien machen den Podcast aus. Gestritten wird in Deutschland, ob Podcasts eigens für diesen Zweck produziert werden oder ob auch Zweitverwertung von Radioinhalten als Podcasting gilt.

Was kostet Podcasting?

Wer Podcasts hören will, ist mit Glück gesegnet: Denn (noch) sind Podcasts kostenlos. Ob Tagesschau zum Hören, Webtagebuch oder Kinotrailer: Alle in Deutschland angebotenen Inhalte sind gratis. Es fallen lediglich die Gebühren fürs Internet an. Wer regelmäßig Podcasts hört, sollte schon eine DSL-Flatrate haben. Schnelle Geschwindigkeit und vor allem kein Limit bei der Datenmenge sind sinnvoll. Wer Podcasts selbst anbieten will, der braucht ein wenig mehr - jedoch sind die Investitionen kaum vergleichbar mit denen fürs Radio. Hier ein kleiner Schritt für Schritt-Wegweiser zum eigenen Podcast:

1. Mikrofon

Für den Anfang tut es sogar das eingebaute Mikro des Laptops, später aber will man mehr Qualität. Die Wahl hängt auch davon ab, ob man es mobil einsetzen möchte oder im Studio, ob auf einem Rekorder aufgenommen wird oder am Laptop. Diese Möglichkeiten gibt es:

Per Samson C10U Mikro (79 Euro) über den USB-Port direkt in den PC oder Mac.

Per Tascam-Interface (XXX Euro) über USB Mikros mit XLR-Stecker anschließen.

Per Mischpult und Line-In in den PC

Per Mikro in einen MP3-Rekorder und dann per USB-Kabel oder Kartenlesegerät überspielen.

Per Mikro in einen DAT- oder Minidiskrekoder und dann per Line-Kabel überspielen.

Für den Studiogebrauch reichen Kondensatormikrofone im Kostenbereich bis 300 Euro aus, wenn es reines Wort sein soll (zum Beispiel die T-Bone Reihe bei Thomann). Für unterwegs ist das mit einem Miniklinkeanschluss ausgestattete Sony ECM907 ein Klassiker. Dynamische Mikros wie das Sony DCM eigen sich ebenfalls für Außenreportagen.

Wer einen Minidiskrekorder hat, kann diesen benutzen, solle nur bedenken, dass de Überspielzeit gleich Aufnahmezeit ist. Wer lieber einen neuen MP3-Rekorder möchte, dem seien folgende Geräte angeraten:

Edirol R9: Ein praktisches Gerät mit allen notwendigen Funktionen, keinen XLR-Eingang, 12V Phantomspeisung, leider nur ein Plastikgehäuse, AA-Batterien und SD-Karte (knapp 400 Euro)

Der Vorgänger R1 ist weniger handlich und ebenfalls aus Plastik, aber durchaus eine günstige Kompromisslösung.

MAudio: Sieht robuster aus als es ist, leicht bedienbar, keine XLR-Eingänge, Phantomspeisung 12 V, Akku, Speicherung auf Compactflash. (knapp 300 Euro)

Ares: Teuer (kapp 1000 Euro), hat aber alles was das Herz begehrt inkl. eines guten Aufsteckmikros.

2. Schnittsoftware:

Für den Anfang sei Audacity empfohlen, ein kostenloses, durchaus umfangreiches Programm, das auch höhren Ansprüchen genügt - nur leider nicht in der Handhabung, vor allem wenn es um mehrere Spuren geht. Neu für den Mac ist Ubercaster, für den PC kann man auch den Podcast-Maker von Magix verwenden, der aber (noch) nur zwei Spuren verwalten kann. Adobe Audition ist eigentlich zu mächtig, kann aber letztlich auch einen MP3-File ausgeben.

Audiodateien zu schneiden ist Gewöhnungs- und Übungssache. Wer sich ein wenig Zeit nimmt, wird sich schnell einfinden.

Am Ende sollte auf jeden Fall eine MP3-Datei ausgegeben werden - das ist das am meisten verbreitete Format. Oft fragen Programme technische Details ab: Die Abtastrate sollte 41,000kHz betragen, die Datenrate zwischen 64 (Wort) und 128 (Musik) kBit/s.

Damit den Podcast jeder hören kann, muss die Datei auf einem Server liegen. Ein sehr praktisches und bis 30 MB im Monat kostenloses Angebot bietet der Dienst podhost.de. Dort wird auch gleich alles notwendige für die eigene Podcast-Webseite mitgeliefert. Wer sich etwas besser auskennt, kann auch mit den Blogprogrammen "Wordpress" oder "Loudblog" seinen Podcast veröffentlichen, so eigener Webplatz und eine MySQL-Datenbank vorhanden sind.

Streng genommen benötigt man nichteinmal eine eigene Webseite, es ist aber sinnvoller, sie zu haben: Denn Suchmaschinen finden keine MP3-Dateien, und außerdem hören viele Menschen Podcasts am Rechner. Deswegen sollte die Websoftware auf jeden Fall einen Player dem Nutzer zur Verfügung stellen. Bei Wordpress gibt es dafür das Plugin "Podpress" und Loudblog liefert diese Funktion ebenfalls mit.

Nun gilt es noch die Formularfelder der Blogsoftware wie Titel, Beschreibung, Länge, Auto auszufüllen und schon ist der erste Podcast online.

Hörenswert:

www.pimpmybrain.de

www.schlaflosinmuenchen.de

wissenschaft.wanhoff.de

www.dailysourcecode.de

chaosradio.ccc.de

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