29. August 2006
Heft 3/2006 ab 04.09. im Handel!



- Berliner Zeitung (29.08.2006): “Redaktion und Verlag haben gestern ein Redaktionsstatut für die Berliner Zeitung verabschiedet. Das Statut definiert das gemeinsame Verständnis vom Profil der Berliner Zeitung und von der Qualität der journalistischen Arbeit. Es regelt zudem die Zusammenarbeit zwischen Redaktion und Verlag.
Der Verlag bestimmt die Bestellung des Chefredakteurs. Vor der Berufung wird ein Vertrauensausschuss der Redaktion über den bevorzugten Kandidaten informiert. Der Ausschuss hat Gelegenheit zur Stellungnahme. Der Vertrauensausschuss kann zudem eine ständige Vorschlagsliste von Kandidaten für diese Position anlegen, die der Verlag vorrangig in seine Überlegungen einbezieht. Das Statut tritt am 1. September in Kraft.” [mehr...]
- taz (29.08.2006): “Die Berliner Zeitung (60) hat ab sofort ein Redaktionsstatut. Zwar ist darin kein Veto bei Einsetzung oder Rausschmiss der Chefredaktion mehr vorgesehen. Doch die neuen Spielregeln für das Verhältnis von Geschäftsführung und Redaktion seien dennoch “in diesen Zeiten nicht gering zu schätzen”, sagte der Sprecher des Redaktionsausschusses, Ewald B. Schulte, der taz. Hier sei erstmals ein Redaktionsstatut bei einer von Finanzinvestoren übernommen Zeitung zustande gekommen.” [mehr...]

Berliner Journalisten ist offizieller Medienpartner der Medienwoche Berlin-Brandenburg 2006.
“Die Medienwoche Berlin-Brandenburg präsentierte sich 2005 als eine der bedeutenden Kommunikationsplattformen für die Medienbranche. Die Entscheidung der Messe Berlin, die IFA ab 2006 jährlich zu veranstalten dokumentiert die wachsende Bedeutung der Hauptstadtregion als Medienstandort mit nationaler und internationaler Ausstrahlung und legt die Grundlage für die Weiterentwicklung des integrierten Konzepts von Kongress, Messe, Events und Kooperationsveranstaltungen. (…) In der Verbindung von Medienforum (30. August – 01. September), IFA 2006 (01. – 06. September), M100 Sanssouci Colloquium (08. – 09. September), Medien Gipfel, Media Night und zahlreicher weiterer Branchenevents ist sie die zentrale Plattform für die Branchenkommunikation in der Hauptstadtregion.”

Frankfurter Rundschau (21.08.2006): “Die Freiheit der Behörden - Das neue Informationsfreiheitsgesetz wird offenbar nicht selten gegen die ausgelegt, denen es doch nutzen soll”
“Seit Anfang des Jahres müssen sich Bundesbehörden und Bundeseinrichtungen, die öffentliche Aufgaben wahrnehmen, mehr Transparenz gefallen lassen. Dafür sorgt das Informationsfreiheitsgesetz, das noch von der rot-grünen Bundestagsmehrheit verabschiedet worden ist. Deutschland habe als einer der letzten Staaten der EU endlich den ‘obrigkeitsstaatlichen Zopf des Amtsgeheimnisses’ abgeschnitten, freute sich Michael Konken, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes, bei der Verabschiedung des Gesetzes. Doch die Praxis nach einem halben Jahr IFG gibt nur bedingt Anlass zur Freude. Wirklich brisantes Material, das für Journalisten interessant wäre, rücken die Behörden weiterhin nicht heraus.” [mehr...]

- Netzeitung (15.08.2006): “Den Autoren des Politikmagazins «Cicero» droht definitiv kein Prozess mehr wegen Beihilfe zum Geheimnisverrat. Ein Brandenburger Gericht verwarf eine entsprechende Beschwerde der Staatsanwaltschaft. (…)
Hintergrund der Anklagen gegen den Auslandschef der Schweizer Zeitung ‘Sonntagsblick‘, Johannes von Dohnanyi, und den Autoren Bruno Schirra war ein ‘Cicero-Artikel, in dem laut Staatsanwaltschaft aus einem internen Bericht des Bundeskriminalamtes (BKA) über den mittlerweile getöteten irakischen Terroristenführer Abu Mussab al- Sarkawi zitiert wurde.” [mehr...]
- Spiegel online (15.08.2006): “Gericht kippt Verfahren gegen “Cicero” - Beihilfe zum Geheimnisverrat lautete der Vorwurf, ins Visier der Justiz gerieten Journalisten des Magazins “Cicero”. Nach langem Hin und Her steht fest: Zum Verfahren reicht es nicht.” [mehr...]
Vgl. Redaktionsblog 17.07.2006: “Richter lehnen Verfahren gegen Journalisten Schirra ab” und 18.04.2006: “Cicero-Affäre: Sturm im Wasserglas”

- Mediatenor (pdf, 09.80.2006): “Die Darstellung des Krieges im Nahen Osten” - eine Medienanalyse der Berichterstattung von ARD (Tagesschau, tagesthemen) und ZDF (heute, heute journal).
[Wikipedia zum Institut Media Tenor]
- Tagesspiegel (05.08.2006): “Ansichten zum Krieg - Israel, das bedrohte Land. Israel, der Agressor – über deutsche Befindlichkeiten zum Nahostkonflikt”
- Antisemitismus aus Teheran - Hintergrundinformationen zum Iran, zusammengestellt vom American Jewish Committee Berlin Office (Quelle: Yad Achat)

Pressemitteilung, M. DuMont Schauberg (13.08.2006): “M. DuMont Schauberg beteiligt sich an Ha’aretz-Gruppe, Tel Aviv”
“Der Kölner Verlag M. DuMont Schauberg (MDS) erwirbt 25 Prozent des Aktienkapitals an der israelischen “Ha’aretz”-Gruppe (Tel Aviv) in Form einer Direktbeteiligung. Die Investitionssumme, die in das israelische Unternehmen fließt, beträgt 25 Millionen Euro. Der Wert des Unternehmens erhöht sich nach dieser Investition auf 100 Millionen Euro. Ha’aretz ist nach Umsatz das zweitgrößte Medienunternehmen Israels. Es besitzt einige der erfolgreichsten Medientitel, die weiter ausgebaut werden. Die Tageszeitung “Ha’aretz” (Wochenendauflage ca. 90.000) nimmt eine einzigartige Position in Israel ein. Die liberale und unabhängige Tageszeitung gilt als Meinungsführer und wird weltweit wegen der Qualität ihrer Reportagen und Analysen zur Kenntnis genommen und zitiert. Zum Ansehen der Zeitung trägt wesentlich auch die äußerst erfolgreiche englische Ausgabe bei. Die Wirtschaftsbeilage von “Ha’aretz”, “The Marker“, hat sich in kurzer Zeit zu einer führenden und eigenständigen Marke entwickelt.” mehr…

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat die Rechte von Journalisten gestärkt, Nachforschungen zu Themen von öffentlichem Interessse anzustellen.
Recherchen, die die Persönlichkeitsrechte eines Betroffenen berühren, sind auch bei einem nur “schwachen Verdacht” gerechtfertigt. Damit gab das OLG der in Freiburg herausgegebenen Zeitschrift “Laborjournal” recht. Das Blatt hatte Plagiatsvorwürfe gegen einen Arzt erhoben. Der Arzt wollte einem Journalisten verbieten lassen, ihn und zwei seiner Vorgesetzten zu den Vorwürfen zu befragen. [mehr...]
(Urteil vom 04.08.2006 - 14 U 90/06)

taz (03.08.2006): “Der SWR-Chefreporter Thomas Leif kämpft für Transparenz und Unabhängigkeit im Journalismus - ein Anspruch, dem er als Vorsitzender des Netzwerks Recherche selbst nicht immer genügen kann.
(…) Das Buch “Beraten & verkauft” ist lesenswert und wichtig. (…) Autor des Buchs ist der investigative Journalist Thomas Leif. Als SWR-Chefreporter hat er viele sehenswerte Filme gedreht. (…) In “Beraten & verkauft” rechnet der 47-Jährige nämlich auch mit so genannten Reforminitiativen ab, die von Unternehmensberatern unterstützt werden. (…) Doch über einen politisch besonders einflussreichen Thinktank, der ebenfalls mit Unternehmensberatern kooperiert, verliert der Journalist kein Wort. (…)” [mehr...]

Pressemitteilung, Reporterohne Grenzen (03.08.2006):
“Seit Beginn des Irak-Krieges im März 2003 sind dort mindestens 100 Journalistinnen, Journalisten und Medienmitarbeiter getötet worden. Am Dienstag wurde die Leiche des irakischen Journalisten Adel Nadschi el Mansuri gefunden. Der Korrespondent des iranischen Fernsehsenders El Alam war am Tag zuvor vor seinem Haus in Bagdad verschleppt worden.
‘Die Gewalt gegen Medienleute im Irak ist entsetzlich’, so Reporter ohne Grenzen (ROG). ‘Kein bewaffneter Konflikt seit dem zweiten Weltkrieg hat so viele Todesopfer unter Reportern gefordert. Die irakische Regierung muss alles in ihrer Macht stehende tun, um die Verantwortlichen zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen. Es ist absolut inakzeptabel, dass nichts unternommen wird, um diese immer alltäglicher werdenden Morde aufzuklären und Journalisten zu schützen.’
Der 20-jährige Mansuri hatte am Tag seiner Verschleppung seine Frau und seine Tochter aus Bagdad gebracht, nachdem er, vermutlich wegen seiner journalistischen Arbeit, Morddrohungen erhalten hatte.
Reporter ohne Grenzen verurteilt ebenso die Übergriffe von Polizisten gegen Ali Al Yassi, Journalist des Satellitensenders Al Hurra. Er war Dienstag in Bagdad schwer. verprügelt worden.
Weiterhin untersucht ROG derzeit die Fälle Abdul Wahab Abdul Razeq Ahamad Al Qaisie und Riyad Atto. Die Journalisten waren ebenfalls am Dienstag tot aufgefunden worden. Qaisie wurde bereits am 20. Juli entführt und war Chefredakteur des irakischen Magazins ‘Kol al Dounia’. Atto war für eine Zeitung im nördlich von Bagdad gelegenen Talafar verantwortlich.
Seit Beginn des Irak-Krieges im März 2003 kamen bislang 100 Medienleute ums Leben, zwei werden vermisst, drei weitere als Geiseln gehalten.

- Frankfurter Neue Presse (03.08.2006: “Neuer Karikaturenstreit: Olmert als KZ-Aufseher”
“Der israelische Premierminister Ehud Olmert steht auf dem Balkon eines Konzentrationslagers, trägt die Uniform eines Nazi-Kommandanten sowie ein Gewehr, und lacht dem Betrachter entgegen. Auf dem Hof liegt ein erschossener Palästinenser. Diese Zeichnung des Norwegers Finn Graff ist Stein des Anstoßes im nächsten aus Skandinavien anrollenden Karikaturen-Streit. Wegen Graffs umstrittener Olmert-Skizze – so erschienen am 10. Juli in der großen norwegischen Tageszeitung “Dagbladet” – hat Israels Botschafterin in Oslo, Miryam Shomrat, Beschwerde beim norwegischen Presserat eingelegt.”
- taz (01.08.2006): “Streit mit Schalldämpfer”
-Der Standard (Österrich, 27.08.2006): “Israel reicht in Norwegen wegen Karikatur Beschwerde ein”
- BBC: “Norway ‘Nazi cartoon’ irks Israel”

- heute.de (ZDF, 03.08.2006): “Für viele Jugendliche ist das Praktikum ohne Bezahlung ein Dauerzustand geworden. Arbeitsrecht-Experte Christoph Burgmer spricht sogar von einer Praktikumsfalle. “Es ist ein gutes Lockmittel für Studenten und junge Arbeitssuchende. Für die Unternehmen sind sie vor allem eines: billige Arbeitskräfte.” [mehr...]
- DJV (Pressemitteilung, 30.07.2006): “DJV-Appell: Praktikanten dürfen Journalisten nicht ersetzen”
- Foto: Janine Bläsche, Praktikantin beim Medienmagazin “Berliner Journalisten” ©Burks

FAZ (01.08.2006): “Fernsehthema Doping: Öffentlich-rechtlicher Gedächtnisschwund?”
Das ZDF geriet in Erklärungsnöte, weil herauskam, daß es bei der Tour 2005 den Fahrer Jörg Ludewig als Online-Kolumnisten von seinen Körperleistungen schwadronieren ließ (s. Doping Online: Das ZDF und ein Radsportler unter Verdacht) obwohl man damals bereits wußte, daß dieser einen Nahkontakt zum Doping pflegte.
Der ARD fiel nichts Besseres ein, als Hagen Boßdorf zum kritischen Experten zu befördern - jenen Boßdorf, der als Stasi-Zuträger umstritten und auch nicht eben für seine Distanz zum Radsport bekannt ist. So half er etwa Jan Ullrich dabei, in seiner Autobiographie den Doping-Fall aus dem Jahr 2002 zu einem Party-Abenteuer mit Ecstasy-Pillen umzuschminken. Boßdorf, der wegen der Stasi-Affäre eigentlich mit Bildschirmabstinenz belegt war, durfte in den Nachrichtensendungen der ARD harte Forderungen zur Austrocknung des Dopingsumpfes stellen.
Man baut darauf, daß die Zuschauer kein Gedächtnis haben.” [mehr...]




