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29. Januar 2008

Tröstlich - oder nicht: Nationale Eigenarten online bewiesen
Abgelegt unter: Medien | Sabine Pamperrien um 20:11

 Hier aus aktuellem Anlass noch ein Nachtrag zu Technorati und dem Bloggen an sich:

In early 2006 Technorati, a search engine that tracks blogs, counted 27 million. In late 2007, the count passed 100 million. (The largest number of blog posts, some 37 percent, are now in Japanese, according to a recent Washington Post article by Blaine Harden, and most of these are polite and self-effacing—”karaoke for shy people.” Thirty-six percent of posts are in English, and most of them are the opposite of polite and self-effacing.)

Aha: 37 Prozent aller gezählten Posts der Welt japanisch, überwiegend höflich und übertrieben bescheiden, 36 Prozent englisch und fast ausschließlich genau das Gegenteil von höflich und übertrieben bescheiden. Und die paar deutschen Posts? Bescheidenheit ist ein Zier, doch weiter kommt man ohne ihr. Höhöhö. Müsste Frank Schirrmacher angesichts des zu vermutenden Ergebnisses einer eingehenden Untersuchung nicht ob des identitätsstiftenden Effekts neuer deutscher Unbescheidenheit höchst erfreut sein? Wie soll sie denn sonst noch daher kommen!  Auch diesem Phänomen werden wir selbstverständlich nachgehen. Zurück in die Welt der Zahlen:

When the blog boom came, the tone of the blogosphere began to shift. A lot of the new blogs—though certainly not all of them—weren’t so much filters for the Web as vents for opinion and self-revelation. Instead of figuring out ways to serve up good fresh finds, many of the new bloggers were fixated on getting found. So the very significance of linking began to change. The links that had once mattered were the ones you offered on your blog, the so-called outbound links pointing to other sites. Now the links that mattered most—and still do—are those on other blogs pointing toward your blog, the so-called inbound links. Those are the ones that blog-trackers like Technorati count. They are the measure of fame.

Now that fame and links are one and the same, there are bloggers out there who will do practically anything— start rumors, tell lies, pick fights, create fake personas, and post embarrassing videos—to get noticed and linked to. They are, in the parlance of the blogosphere, “link whores.” And those who succeed are blog celebrities, or “blogebrities.”

One of the surest ways to hoist your blog to the top of the charts is to bring down a big-time politician or journalist. (Bloggers who constantly dog the mainstream media, or MSM, have been dubbed the Pajamahadeen.)

Wir gehen jetzt mal in uns und fragen uns, ob wir hier auch Züge von Schlafanzughidin haben. Es gibt sogar welche, die meinen, wir seien Elche.

Bettina hat im Jonet einen interessanten Verweis gefunden, den ich hier gern einstelle:

Christiane Schulski-Haddouti hat Thesen zur aktuellen Entwicklung der Medien zusammen getragen, die eine gute Basis für die weitere Diskussion sind. Hier der Einstieg:

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein Autor einer Tageszeitung die sich rasant entwickelnde Medienlandschaft beklagt. Dabei wäre es wichtig, die sich verändernden infrastrukturellen Bedingungen der Medienlandschaft möglichst genau zu benennen. Denn nur das kann die Voraussetzung dafür sein, zukunftsfähige Medienprodukte zu entwickeln.

Aus der Beobachtung aktueller Medientrends ergeben sich folgende zehn Thesen, die sich teilweise bereits mit Studien belegen lassen, teilweise aber nur auf jüngsten Entwicklungen basieren. (Ich nenne sie bewusst “Thesen” und nicht “Trends”, da diese Trends in der laufenden Berichterstattung offensichtlich stark umstritten sind.):

  1.  Niedrige Barrieren der Inhalteproduktion und -rezeption
  2. Medienkompetenz als Voraussetzung für erfolgreiche Teilhabe
  3. Erosion des Gatekeeping
  4. Zunehmende Fragmentierung von Öffentlichkeit
  5. Neue Chancen mit Lückenbesetzen und Vernetzen
  6. Die (Wieder-) Entdeckung authentischer Inhalte
  7. Die Erweiterung journalistischer Produktionszyklen
  8. Die Werbung als wackeliges Rückgrat der professionellen Inhalteproduktion
  9. Kontinuierliche Weiterentwicklung von Werbeformen
  10. Nutzung der Marke für verwandte Wertschöpfungsketten

Im nächsten Heft werden wir uns mit dem Internet als Kulturtechnik beschäftigen.

Sabine Pamperrien

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Aktuelles Heft Nr. 4-2010
Titelthema:
Mobilität

Titelfoto: Denis Balibouse/ Solar Impulse, Alex Häsler
Fotomontage: Lammel/Reblin







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