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29. April 2008

Brauchen Bürgerjournalisten Regeln?
Abgelegt unter: Medien | Sabine Pamperrien um 08:51

Der britische Guardian dokumentiert eine Diskussion zwischen einem Befürworter und einem Gegner der Reglementierung:

Take Two
Jeff Jarvis vs. Michael Thomasky

Guardian, 24. April 2008 

Editor’s note: Earlier this month Barack Obama’s election campaign was shaken by a report that Obama had described rural, white voters as “bitter”. The news was broken by a “citizen journalist”, Mayhill Fowler, and was carried on the Huffington Post’s politics blog, Off The Bus. Last week Guardian America editor Michael Tomasky argued on Cif that Fowler’s reporting raised serious ethical questions and argued that blogging, like journalism, needed rules. Cif commentator Jeff Jarvis responded on his blog Buzzmachine that openness, not rules, was demanded in the era of the internet. The answer? Bring the two men together to thrash it out, right here.

weiterlesen…

28. April 2008

Kleine Gute-Nacht-Geschichte
Abgelegt unter: Allgemein | Sabine Pamperrien um 19:21

RoG sucht tatkräftige Unterstützung für 3. Mai
Abgelegt unter: Pressefreiheit, Veranstaltungen und Termine | Sabine Pamperrien um 17:54

Liebe Mitglieder im Berliner Raum,

am 2. Mai brauchen wir tatkräftige Unterstützung!
Auf dem Potsdamer Platz machen wir anlässlich des 3. Mai (Internationaler Tag der Pressefreiheit) auf inhaftierte Journalisten weltweit aufmerksam. Dazu bauen wir auf dem Potsdamer Platz Süd (nahe der historischen Ampel) eine Zelle auf und informieren Passanten.

Wir freuen uns über jede/n, der/die Zeit und Lust hat, mitzumachen! T-Shirts mit unserem Logo und mit den Olympischen Ringen als Handschellen bringen wir mit.

Foto:Bernd Lammel

Foto:Bernd Lammel

Vielen Dank für eine kurze Rückmeldung und schöne Grüße

Katrin Evers

*******************************************
Reporter ohne Grenzen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Katrin Evers
Skalitzer Str. 101 - 10997 Berlin
Fon +49/30/6158585 - Fax +49/30/6145649
presse@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de - www.rsf.org

Berliner Volksentscheid: Quittung für unredliche Kampagne
Abgelegt unter: Allgemein, Medien | Sabine Pamperrien um 16:05

Boris Hermel vom rbb-Inforadio ist so freundlich, uns das Sendemanuskript seines Frühkommentars zur Verfügung zu stellen.

In dem lesenwerten Beitrag von heute seziert er den Volksentscheid über den Erhalt des Berliner Flughafen Tempelhof als parteipolitische Kampagne. Einmal mehr machten Springer-Medien Politik. Die Absage der Berliner an die unredliche Koalition von CDU und Axel Springer ist deutlich. Die Berliner sind reif für die direkte Demokratie. Aber wie steht es mit ihren Vertretern im Parlament?

Frühkommentar Tempelhof-Volksentscheid, 28.4.08

Autor: Boris Hermel

Anmod: Der erste Berliner Volksentscheid ist gescheitert. Für einen Erhalt des city-airports Tempelhoif stimmte zwar eine klare Mehrheit derjenigen, die zur Abstimmung gingen. Das nötige Quorum von einem Viertel der Jastimmen erreichte die von der CDU unterstützte Interessengemeinschaft City-Airport ICAT aber nicht. Damit kann Tempelhof nun endgültig am 1. November dieses Jahres geschlossen werden. Dazu der Kommentar von Boris Hermel:

#take# Es mag sich paradox anhören, aber ich finde, das Scheitern dieses ersten Berliner Volksentscheids zur Offenhaltung des Flughafens Tempelhof ist ein Sieg für die direkte Demokratie. 530 000 Menschen, also mehr als eine halbe Million Berliner wollten den legendären Luftbrückenairport als Verkehrsflughafen erhalten - keine Frage, das ist ein Ergebnis, das der Interessengemeinschaft ICAT noch vor einem halben Jahr niemand und wohl zuletzt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit zugetraut hat. Und trotzdem gibt´s am Ergebnis nichts zu deuteln - mehr als drei Viertel der abstimmungsberechtigten Berliner wollten Tempelhof eben nicht retten - sie stimmten mit Nein oder gingen gar nicht erst ins Wahllokal.

Sie verweigerten einem Volksentscheid das nötige Quorum, der mit einer echten Intitiative des Volkes am Ende nur noch wenig bis gar nichts zu tun hatte. Spätestens seit der peinlichen Parteinahme von Kanzlerin Angela Merkel, die sich für ganzseitige pro-Tempelhof-Interviews in Zeitungen des Springer Verlags nicht zu schade war, spürten wohl viele Berliner, daß es hier in Wahrheit nicht gar nicht mehr um den Stadtflughafen ging, sondern um knallharte Parteipolitik. Genauer: Um ein von der Union inszeniertes Duell Friedbert Pflüger kontra Klaus Wowereit.

Allzu durchsichtig war das taktische Pokerspiel des CDU-Oppositionsführers, als er sogar die Unionsbundestagsfraktion zur medienwirksamen Sitzung nach Tempelhof lotste. Pflüger hat das gestern abend nach dem Scheitern unfreiwillig selbst bestätigt, als er seinen Kernsatz in die Mikrofone sprach: Nicht von Tempelhof war da die Rede, sondern vom bürgerlichen Lager, das mit diesem dollen Ergebnis nun endlich wieder da sei. Die Berliner Union hat die ICAT am Ende einfach zu augenfällig vor ihren parteipolitischen Karren gespannt, Pflüger hat schlicht überrreizt. Das konnte man schon an sinkenden Zustimmungswerten in den Umfragen ablesen. Wollten vor Monaten noch 74 Prozent der Berliner Tempelhof retten, so waren es am Ende der gigantomanischen Werbekampagne nur noch knapp 50 Prozent.

Unterm Strich bleibt für mich eine beruhigende Erkenntnis: Das Scheitern dieses ersten Volksentscheids heißt, die Berliner sind reif für diese Art der direkten Demokratie. Sie können sehr wohl differenzieren zwischen einem echten Plebszit, in dem es um die Sache geht, und dem parteipoltiischen Versuch, aus einem Plebszit eine vorgezogene Abgeordnetenhauswahl zu machen. Vielleicht schaffts ja beim nächsten Mal auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, sich nicht an unbekanntem Ort zu verkriechen, sondern sich noch in der Abstimmungsnacht dem Ergebnis zu stellen. Die Wähler haben mehr verdient, als ein paar dürre Worte in einer schriftlichen Erklärung.

23. April 2008

V2-Day: Grillini treffen sich am Hackeschen Markt
Abgelegt unter: Veranstaltungen und Termine | Sabine Pamperrien um 19:48

Meldung an alle ItalienerInnen, ItalienfreundInnen und DemokratievertreterInnen

Am 25. April 2008 findet der V2-Day zum Thema

„Freie Information in einem freien Staat!”

in Berlin statt.

„Der informierte Staatsbürger kann entscheiden, der uninformierte „glaubt” lediglich, dies zu können. Eine eingeschränkte Pressefreiheit führt zum Verlust eigenständigen Denkens und ermöglicht es den Machthabern, dem Volk die eigenen Gesetze aufzuzwingen.” Beppe Grillo

Im Zuge einer Volksumfrage sammeln wir daher zu folgenden Punkte Unterschriften:

Zum einen für die Abschaffung des Journalistenverbands, welcher unter Mussolini gegründet wurde und in dieser Form lediglich in Italien existiert. Zum anderen für die Streichung der finanziellen Unterstützung des Verlagswesens durch den Staat (Erlass: August ´81), dem Grund der Abhängigkeit der Presse von der Politik. Zuletzt für die Abschaffung des Gasparri-Gesetzes (Erlass: Mai ´04) über die Rundfunk- und Fernsehanstalten, um diese aus der doppelmonopoligen Vormachtsstellung von Partei und Mediaset zu befreien und eine allgemeine Pressefreiheit durchzusetzen.

1- Abschaffung des Journalistenverbands:

Mit Hilfe dieses von Mussolini selbst gegründeten Verbands schuf er einen eigenen Kader ausgewählter Journalisten, die sich strikt an die von ihm aufgestellten Regeln zu halten hatten. Wir allerdings glauben, dass Aufklärung das Recht eines jeden ist.

2- Streichung der staatlichen finanziellen Unterstützung im Verlagswesen:

Die staatliche Finanzierung des Verlagswesens umfasst jedes Jahr 1 Milliarde Euro. Diese Summe wird von den Politikern an die Verleger übertragen, um diese so in Ihrem Schaffen aufs Schärfste kontrollieren zu können.

3- Abschaffung des Gasparri-Gesetzes in Funk- und Fernsehen:

Italien ist das weltweit einzige demokratische Land, welches in seiner Verfassung ein dermaßen ndemokratisches Gesetz, wie das von Gasparri entworfene hat. Dieses gibt alle medialen Übertragungsrechte monopolistisch auf ein Privatunternehmen (Mediaset). Mediaset wiederum erfährt dadurch nicht nur wirtschaftliche Begünstigungen gegenüber anderen Medienanstalten. Primär wird durch dieses Gesetz gewährleistet, dass alle ausgestrahlten Programme einer massiven Zensur der Politik unterliegen.

WIR BRAUCHEN EURE UNTERSTÜTZUNG!

Am 25. April von 12.00 Uhr bis 20. 00 Uhr am Hackescher Markt (nähe Neue Promenade), Berlin. Zwischen 16.00 Uhr und 19.00 Uhr finden Lesungen von Texten zum Thema „Pressefreiheit” statt, welche in der italienischen Presse veröffentlicht oder zensiert wurden.

Für weitere Informationen: meetupberlino@googlemail.com

21. April 2008

Privilegien und Menschenrechte in Rot-China
Abgelegt unter: Ausland | Sabine Pamperrien um 22:00

Ein aktueller Vortrag von unserer Autorin Dr. Xu Pei:

Sonderrecht und Menschenrecht in Rot-China Dank der Einladung der ai Dortmund Gruppe musste ich mir Gedanken über das Thema „Internetzensur und Medienfreiheit“ machen. Daraus ist der folgende Vortrag mit der Überschrift „Sonderrecht und Menschenrecht in Rot-China“ zustande gekommen. Der Vortrag soll meinen Weg bzw. meinen Standpunkt bis hierher in verschiedenen Etappen mit beispielhaften Gedichten vorstellen. Ich hoffe, dass man dadurch nicht nur meine Position nachvollziehen, sondern auch das kommunistische System bzw. seine Verbrechen kennen lernen kann. Das Sonderrecht in Rot-China Denke ich jetzt an mein Leben in China (1966-1988) , dann kommt es mir vor, als ob ich in einer isolierten Kabine eines Räuberschiffes 22 Jahre lang gelebt hätte, ohne zu wissen, in was für einer Gefahr ich mich befand. Diese Ahnungslosigkeit hat mit dem totalitären System, der Position meiner Eltern und meiner persönlichen Veranlagung zur Spiritualität zu tun. In jedem totalitären System gibt es keine Medienfreiheit. weiterlesen…

16. April 2008

SWR-Nachtcafé greift Berichterstattung zu DART-Center auf
Abgelegt unter: Veranstaltungen und Termine | Sabine Pamperrien um 15:14

SWR Sendung „Nachtcafé” zum Thema: Phänomen Angst

Freitag, 18.04.2008, 22.00 bis 23.30 Uhr

zu Gast u.a.

André Marty, Nahost-Korrespondent des Schweizer Fernsehens, der über seine Erfahrungen als Auslandsreporter berichten wird.

„Als Korrespondent im Krisengebiet Naher Osten lebt André Marty tagtäglich mit Angst. Auch wenn er zuvor im Umgang mit bedrohlichen Situationen geschult wurde, stellt sich kein Gewöhnungseffektes ein. Selbst bedroht zu werden und der Anblick von Raketenopfern hinterließen nachhaltige Spuren, die auch er als Profi nicht so leicht bewältigt.”

DER LINK zur Sendung

http://www.swr.de/nachtcafe/-/id=200198/nid=200198/did=3259574/vgb3wb/index.html

Die Sendung wird am Samstag um 12 Uhr wiederholt.

Andrés Homepage:

http://www.andremarty.com/

Abgelegt unter: Medien | Klaus Hart um 14:47

Zensurpeitsche „politische Korrektheit” - oder „Aussprechen, was ist” - Deutschlandradio Kultur über ein hochbrisantes Gesellschafts-und Medienproblem

Deutschlandradio Kultur: Die Selbstfesselung - Zum Zustand der demokratischen Kultur. Von Paul-Hermann Gruner

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/769853/

13. April 2008

Aktuelle Rede von Xu Pei
Abgelegt unter: Ausland, Medien | Sabine Pamperrien um 11:08

Mit Himmelsauge die Olympischen Spiele 2008 in Peking betrachten

Xu Pei

Gott sei Dank, dass Frau Konuk mich auf die Bühne der Kulturen gebeten hat.
Mit Frau Konuk habe ich das Thema zu der heutigen Veranstaltung festgelegt: Mit Himmelsauge die Olympischen Spiele 2008 in Peking betrachten

Was ein Himmelsauge bedeutet und wie man damit die Welt betrachtet, habe ich mit Gedichten in meinem neuen Gedichtband Himmelsauge auf Deutsch zum Ausdruck gebracht.

Frau Konuk hat in der Vorankündigung meine Erklärung vom Himmelsauge auch zitiert. Hiermit möchte ich das Titelgedicht gerne vortragen, damit Sie daran erinnert werden, was gemeint ist.

Ein Himmelsauge

hat jeder
aber nur wenige kennen es
die meisten wissen nicht einmal davon
Viele indische Frauen
malen sich an seiner Stelle einen Punkt

Diejenigen
die dieses Auge erlangen
sehen Dinge
Menschen und Ereignisse
aus anderen Zeiten und Räumen
Hellseher oder Propheten
werden sie genannt

(S.65)

Dieses Gedicht entstand im Jahr 2002, kurz nachdem ich 36 Jahre alt wurde. Da habe ich selbst das Himmelsauge wahrgenommen. Seitdem leuchtet mir Vieles ein, was ich vorher nicht verstand einschließlich der Prophezeiungen von Nostradamus. weiterlesen…

12. April 2008

Keine Zeit für inhaltliche Auseinandersetzung?
Abgelegt unter: Medien | Sabine Pamperrien um 10:33

Thomas Thiel war für die FAZ bei der re:publica. Sein Artikel ist lesens- und bedenkenswert. Schön, dass man bei der FAZ auf die Idee kam, den Text online zugänglich zu machen. Thiels Beobachtungen sind amüsant. Der FAZke hat schafft Übersichtlichkeit. Hier ein paar Zitate:

Das Provisorische ist das Gute und das Organisierte das Schlechte. Das Böse vermutet man daher in den Printmedien, denen man mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit eine Restlebensdauer von fünf bis maximal zehn Jahren einräumt. Das Gute hingegen in der Bloggerkultur, die das „Kommunizieren gelernt“ habe. Auf der SMS-Wand im Hintergrund einer Podiumsdiskussion, die der journalistischen Qualität des Bloggens galt, liefen derweil Kommentare, die von dem erreichten Kommunikationsstandard Zeugnis ablegten: „Sorry, meine Schuhe quietschen.“ Twittern nennt sich der Netzdienst, der es ermöglicht, anderen über das Netz mitzuteilen, was man gerade so tut, unabhängig davon, ob das Resultat überlieferungswürdig ist. [...]

Sollte die Berichterstattung binnen fünf bis zehn Jahren tatsächlich von alternativen Medien, etwa dem Bloggen und dem Onlinejournalismus, getragen werden müssen, wäre viel Arbeit zu leisten. Die Podiumsdiskussion reduzierte den Begriff des Journalismus auf den der Informations- und Nachrichtenübermittlung. Analyse, Reportage oder Essay sind Fremdgattungen in einem Diskurskosmos, der seinen Kurs ständig mit den neuesten technischen Fortentwicklungen abzugleichen hat und daher keine Zeit zu inhaltlicher Beschäftigung findet. Die Frage, welcher der Tagenden eine eigenständige Vorstellung einer wünschenswerten Zukunft entwickelt hatte, die sich nicht in der Anpassung an das erschöpft, was die Kommunikationsindustrie auf den Markt spült, wollte man da lieber nicht stellen.

Das sind kernige Worte, die sicher die üblichen Verdächtigen zu heftigster Widerrede provozieren. Was mir an Thiels Resümee fehlt, ist der Blick über den Tellerrand. Den hat man bei der re:publica zwar auch nicht geleistet, doch sollte mit einer irgendwie grinsenden Beschreibung des Status Quo durch einen Vertreter jener “klassischen” Medien, die sich der Diskussion nicht stellen mochten, die deutsche Blogosphäre nun doch nicht schon abgeschrieben werden. Wer rügt, dass die journalistischen Blogger sich ungern mit Inhalten befassen, sollte selbst die Möglichkeiten zur Entwicklung eines Thesenapparates ausschöpfen. Hätte sich Thiel einmal in anderen Blogosphären umgesehen oder vielleicht in der einen oder anderen aktuellen Studie zum Thema, hätte er leicht erkennen können, dass Blogosphären unterschiedlicher Entwicklungsstufen existieren. Die Frage, ob die deutschsprachige den Reifegrad der US-amerikanischen je erreichen wird, ist noch längst nicht beantwortet. Es ist noch nicht einmal umfassend kommuniziert, was überhaupt die Parameter des “Reifegrads” sind. Es gibt welche! weiterlesen…

9. April 2008

43 Kategorien von Menschen sind in China unerwünscht
Abgelegt unter: Ausland, Medien | Sabine Pamperrien um 23:08

Die in Tibet geborene chinesische Dichterin Xu-Pei, die seit 1988 im Exil in Deutschland lebt, schreibt für uns über die aktuelle Situation in ihrer Heimat. Hier im Blog veröffentlichen wir einige Reden und Beiträge, mit denen die promovierte Germanistin seit 2002 immer wieder auf die Lage in China aufmerksam macht.  Ihre Homepage enthält weitere Hintergründe.

Ohne Menschenrechte - Keine Olympischen Spiele

- Rede auf der Kundgebung am 16.09.07 in Köln

Ohne Menschenrechte - Keine Olympischen Spiele, das ist eigentlich selbstverständlich, aber leider wurde aus der Geschichte nicht gelernt, so darf ein rotes Nazi-Regime, welches die Menschen systematisch ihre Rechte beraubt hat, im Namen der Olympischen Spiele 2008 die Menschenrechte verletzen.

Im Juli 2001, kurz nachdem Peking den Zuschlag für die Olympischen Spiele erhielt, behauptete der damalige Vize-Ministerpräsident Li Lanqing, daß der Zuschlag für die Austragung der Olympischen Spiele in Peking die Verfolgung von Falun Gong bestätigt hätte. Seitdem werden die mehr als 70 Millionen traditionell gesinnten Chinesen, die sich nach den Prinzipien “Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Duldsamkeit” richten, weiter in China wie die Juden in Nazideutschland verfolgt und sogar als Organspender in Konzentrationslagern gehalten.

Im Namen der Olympischen Spiele haben Zwangsräumungen stattgefunden, die 1.5 Millionen Chinesen zum Umzug zwangen, dabei wurden manche wie Familie Ye obdachlos. Durch die Zwangsräumung hat die Familie von drei Generationen ihr Restaurant und ihre Wohnung verloren. Zwei Söhne der Familie wurden verhaftet, weil sie dagegen protestierten.

In der Nähe der Baustelle des kommunistischen Propagandagebäude(CCTV) harren bis vor kurzem noch drei Familien, an deren Wände geschrieben wurde: “Wenn Olympische Spiele gesendet werden, habe ich mein Obdach verloren” und “CCTV beraubt uns unseres Eigentums”.

Außerdem wurde im April dieses Jahres eine Anweisung vom chinesischen Stasi zur internationalen Spionage vor den Olympischen Spielen bekannt. Laut der Anweisung mit der Überschrift “Bescheid über die strikte Ausführung von Hintergrund-Untersuchungen der Kandidaten der Olympischen Spiele und Vorspiele” sollen 43 Kategorien von Menschen weltweit ausfindig gemacht und von den Olympischen Spielen 2008 in Peking ausgeschlossen werden.

Man könnte sagen, alle, die eigene Gedanken und ein Gewissen haben, werden nach dieser Anweisung ausgeschlossen. Der Dalai Lama und seine Anhänger, Römische Katholiken, alle, die sich nicht von der kommunistischen Partei Chinas führen lassen, fallen unter diese Kategorien.

Die Olympiade als Symbol für ein weltweites friedliches Miteinander und der Völkerverständigung darf nicht noch einmal mißbraucht werden, diesmal von einem roten Naziregime!

Vor 71 Jahren hat Heinrich Mann auf der Konferenz zur Verteidigung der Olympischen Idee in Paris gesagt:

“Ein Regime, das sich stützt auf Zwangsarbeit und Massenversklavung; ein Regime, das den Krieg vorbereitet und nur durch verlogene Propaganda existiert, wie soll ein solches Regime den friedlichen Sport und freiheitlichen Sportler respektieren? Glauben Sie mir, diejenigen der internationalen Sportler, die nach Berlin gehen, werden dort nichts anderes sein als Gladiatoren, Gefangene und Spaßmacher eines Diktators, der sich bereits als Herr dieser Welt fühlt.”

Als Schriftstellerin, die wie Heinrich Mann das Heimatland verlassen mußte, nehme ich ihn als Vorbild, und möchte hier nicht nur die Olympische Idee verteidigen, sondern auch gegen das kommunistische Verbrechen protestieren. Nicht zuletzt möchte ich auch die deutsche Regierung vor der roten Gefahr warnen. Dieses rote Regime wird nicht nur die Computer der Bundesregierung angreifen!

Dr. Xu-Pei

www.xu-pei.de

4. April 2008

Scheinheiligkeit ist ein Mittel des zivilisierten Umgangs
Abgelegt unter: Ausland, Lektüretipp | Sabine Pamperrien um 14:33

findet Gilberto Gil. Damit dürfte er auch in Deutschland zahlreiche Fans gewinnen.  

Klaus Hart schreibt heute in der NZZ über den Rückzug des populären brasilianischen Musikers Gilberto Gil als Kulturminister der Regierung da Silva. Stimmbandprobleme können es wirklich nicht sein, die ihn zu diesem Rückzug bewegten. Am 1. April trat er als Solist im Londoner Barbican auf und hielt Zwiesprache mit dem Publikum.

Da singt einer und redet nett. Klaus Hart zeigt die andere Seite Gils auf. Die ist weder kreativ noch komisch. Einmal mehr zeigt sich am Beispiel Gil, wie sehr in Brasilien der Staat von den Gangsterbossen in den Favelas unterminiert ist.  

“Unmut, ja Entsetzen provozierte Gilberto Gil 2004 durch eine offizielle Visite in einem von schwerbewaffneten Banditenmilizen neofeudal beherrschten Rio-Slum. In Absprache mit den lokalen Gangsterbossen, wie die Presse schrieb, liessen sich Gil und der damalige Arbeitsminister Ricardo Berzoini in einer schwarzen Staatslimousine ohne jeglichen Polizeischutz in die Favela chauffieren, genossen dort ein Unterhaltungsprogramm mit Breakdance und Rap und stellten Qualifikationsprogramme für Jugendliche vor. Die Abmachung mit den Gangsterbossen nannte José Murilo de Carvalho, Mitglied der nationalen Dichterakademie, unerhört: «Der Staat muss die Gesetze verwirklichen, solche Leute dingfest machen – stattdessen wurde das organisierte Verbrechen als Parallelregierung legitimiert.»

Paulo Sergio Pinheiro, inzwischen ständiger Berater der Uno-Menschenrechtskommission in Genf, sah mit der Ministervisite bestätigt, dass der brasilianische Staat grosse Teile seines Territoriums nicht mehr kontrolliere. In Rio de Janeiro besuchte Gil wenig später die berühmte Sambaschule Mangueira, deren Vizedirektor und Chef der hundertköpfigen Perkussionsgruppe kurz zuvor von einem lokalen Banditenkommando bestialisch umgebracht worden war. Doch der Minister verurteilte keineswegs wie allgemein erwartet den Druck des organisierten Verbrechens auf die Sambaschulen, sondern er überging den Mordfall mit Schweigen und verbreitete Optimismus und Karnevalsvorfreude. Gegenüber der Presse nannte er später hipocrisia (Scheinheiligkeit) ein probates Mittel zivilisierten Umgangs und notwendig für das menschliche Zusammenleben. Er selbst bediene sich ihrer häufig.”

3. April 2008

Die aktuelle State of the Media-Studie ist online
Abgelegt unter: Lektüretipp | Sabine Pamperrien um 23:19

http://www.stateofthenewsmedia.org/2008/

Die Olympische Idee und der ständige Sündenfall
Abgelegt unter: Medien | Heinrich Bergstresser um 15:56

Nur noch vier Monate, und dann schaut die ganze Welt nach Beijing, der Hauptstadt einer aufstrebenden Macht, wo Anfang August die XXIX. Olympischen Spiele der Neuzeit als sportliches Mega-Event eröffnet werden. Eine Veranstaltung der Superlative steht ins Haus, die der Weltgemeinschaft das positive Bild einer neuen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Kraft vermitteln soll. Doch schon im Vorfeld dieses weltweit größten Spektakels trübt sich das Bild, denn Teile der tibetischen Bevölkerung, Mönche wie einfache Bürger, ein winziger Stachel im Fleisch des Riesenreiches, haben mit ihrem berechtigten Protest der Weltöffentlichkeit den wahren Charakter der chinesischen Führung deutlich gemacht. Dass mehrere Dutzend Menschen ihr Leben verloren und nun wohl hunderte in chinesischen Kerkern leiden müssen, ist indiskutabel. Doch die Opfer bestätigen auch den heuchlerischen Charakter des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), das weder demokratisch legitimiert ist, noch einen nachhaltigen Beitrag zur Völkerverständigung oder zum Frieden geleistet hätte. Vielmehr hat dieses Komitee ein intransparentes Eigenleben entwickelt und vielfach die eigenen so gern zur Schau gestellten hehren Regeln verletzt. Und die Spiele in Beijing sind nur der vorläufige und zweifellos traurige Schlusspunkt einer langen Phase von Heuchelei, Kungelei und Big Business.

Parallelen zum ersten Sündenfall der olympischen Bewegung, den Spielen 1936 in Nazi-Deutschland, drängen sich geradezu auf. In nie zuvor gekannter Perfektion und Ästhetik, verstanden es damals die Nazi-Größen unter Adolf Hitler, der Welt ein gigantisches Potemkinsches Dorf zu präsentieren und der olympische Grundidee ihres Gründers Pierre de Coubertin die Unschuld zu nehmen. Statt Sport als wichtigen Teil der Völkerverständigung unter dem Gedanken “Dabei sein ist Alles“ weiterzuentwickeln, setzten die Nazis ihre Propagandamaschinerie perfekt ein, um aufkeimende Gerüchte von Rassismus und Judenhass zu zerstreuen. So ist zum Beispiel der spektakuläre Fackellauf eine Erfindung der Nazis, dessen mediale Wirkungskraft seine Zielsetzung nie verfehlt und deshalb auch heute noch fester Bestandteil des “Festes der Völker“ ist. Die Welt kam als Gast, und auch schwarze US-Sportler fanden den Weg nach Berlin und gewannen dort - sehr zum Verdruss der Gastgeber - mehrere Goldmedaillen.

Tokio 1964 war der zweite Sündenfall. Denn während noch vier Jahre zuvor in Rom leichtgewichtige Leistungssportler wie Armin Hary, Wilma Rudolph oder Livio Berutti wie Gazellen über die rote Aschenbahn flogen, stampften in Tokio die neu gezüchteten, muskelbepackten Helden mit ihren getunten Körpern kraftvoll über die Rennbahn. Das Wort Doping nahm zwar noch keiner in den Mund, aber jeder, der sich ein wenig für den Leistungssport interessierte, wusste damals, dass eine neue Zeitrechnung angebrochen war. Denn die Muskeln der Sportler wuchsen, und zugleich hatten zahlreiche Sportlerinnen wegen ihrer männlichen Stimmlagen Sprechverbot, und deren Busen begannen nach und nach hinter den künstlichen Muskelbergen zu verschwinden.

Das schien das IOK und den 15-köpfigen Exekutivrat nicht sonderlich zu stören, solange die Fassade vom ehrenhaften Amateur der westlichen und vom Staatsamateur der sozialistischen Staaten aufrechterhalten werden konnte. Aber die politischen Krisen der 1970er und 1980er Jahre und mehr noch die interne Finanzierungskrise begannen, an der Daseinsberechtigung der Olympischen Spiele zu nagen. So boykottierten die afrikanischen Staaten die Spiele 1976 in Montreal, als das IOK sich weigerte, Neuseeland auszuladen, das Sportbeziehungen zum Apartheidregime Südafrikas pflegte. Und die Invasion der damaligen Sowjetunion in Afghanistan diente dem Westen im Kalten Krieg als willkommener Anlass, den ungeliebten Spielen 1980 in Moskau fernzubleiben. Die Retourkutsche des Ostblocks sollte nun Los Angeles 1984 treffen. Doch hatte das IOK bereits den Hebel zugunsten des internationalen Big Business umgelegt, und erstmals wurden die Spiele privat finanziert. So rettete sich zwar das IOK, hatte schließlich aber seine Seele, so es denn noch eine hatte, an das internationale Kapital verkauft und die Tür für die Profis einen Spalt geöffnet, die dann ab Seoul 1988 weit offen stand: Aus Sicht des IOK sicherlich ein lukratives Geschäft, denn die Medien dieser Welt brauchen Bilder, schöne Bilder, an Hochleistung orientierte Bilder und die großen Unternehmen weltumspannende Werbeplattformen. Ob mit oder ohne Doping, spielt dabei letztlich nur eine nachgeordnete Rolle, auch wenn immer wieder die Reinheit des Sports beschworen wird. Hauptsache, die Kasse stimmt.

Aber geht diese Rechnung auch diesmal auf? Finanziell bestimmt, aber sicherlich nicht politisch. So wie das IOK mit seiner Vergabepolitik wieder einen schweren strategischen Fehler gemacht hat, vergleichbar der Vergabe der Spiele an Berlin und Moskau, so gerät China nun endlich direkt ins Fadenkreuz massiver internationaler Kritik. Die Argumentationsbasis des Regimes in Beijing hinsichtlich der Strafmaßnahmen in Tibet und den umliegenden Provinzen mit starken Minderheiten ist dünn wie frisch gefrorenes Eis, und die chinesische Führung benötigt schon jetzt enorme Schützenhilfe vom stark diskreditierten IOK und ihrem Exekutivrat unter der Führung von Jacques Rogge, um die bevorstehenden Olympischen Spiele in der chinesischen Diktatur trotz des innenpolitischen Desasters schönzureden.

Die Spiele Nazi-Deutschlands lassen grüßen, möchte man meinen. Aber im Gegensatz zu 1936 schaut die Welt diesmal genauer hin, was im Reich der Mitte geschieht, und zwar schon vor den Spielen. So werden die Olympischen Spiele und das IOK endgültig entzaubert und der Weltöffentlichkeit gezeigt, welch unheilige, heuchlerische und menschenunwürdige Allianzen im Namen des Sportes geschmiedet werden, zugunsten des schnöden Mammon und einer Machtdemonstration der chinesischen Führungsclique. Für die Machthaber in Beijing geraten nun die ins gigantische aufgeblasenen Spiele mit all ihren Nebenwirkungen zu einem schmerzhaften Lernprozess, dessen Ergebnis noch nicht vorhersehbar ist. Aber die zum Teil scharfe Kritik von außen, gepaart mit katastrophalen Lebensverhältnissen von mindestens 700 Millionen Chinesen im Gastgeberland, wird in den nächsten Jahren einiges in Bewegung setzen und die Diskussion in den Chefetagen der politischen Führungsriege über den rechten Weg nähren. Zugleich entspricht die potemkinsche Supershow im August 2008 mehr einem Spiegelbild des heutigen China. Damit deutet sich an, dass das Reich der Mitte politisch, wirtschaftlich und kulturell noch sehr weit von der Weltspitze entfernt ist, obwohl die Führungsriege in Beijing glaubt, der Spitze mit Hilfe der Olympischen Spiele schon recht nahe gekommen zu sein.

Heinrich Bergstresser

2. April 2008

Das neue Heft ist da!
Abgelegt unter: Magazin: Berliner Journalisten | Sabine Pamperrien um 17:35

Nur kurz zur Info: die PM zum Erscheinen des neuen Hefts.

Berliner Journalisten versammelt Kritiker der Gesundheitspolitik

   Berlin (ots) - Berliner Journalisten ist erschienen. Die April-Ausgabe des unabhängigen Medienmagazins für Deutschland erscheint mit dem Themenschwerpunkt Gesundheit. Alle Autoren und Gesprächspartner erachten die Gesundheitsreform als misslungen. Die Begründungen unterscheiden sich jedoch massiv.
Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kritisiert, dass in der Großen Koalition eine vernünftige Gesundheitspolitik unmöglich ist, weil die Union privaten Assekuranzen so etwas wie Vetorechte gewähre. Frank Ulrich Montgomery, Vizepräsident der Bundesärztekammer, attestiert eine Verluderung der Politik und fordert die Ärzteschaft auf, ein eigenes gesundheitspolitisches Programm zu entwickeln.

Günter Wallraff portraitiert den Fotografen Günter Zint. Pamo Roth und Bernd Lammel begleiteten eine Polizeistreife durch Berlin-Neukölln. Jörn Hetebrügge beobachtete bei den Berliner Filmfestspielen die Journalisten und Petra Tabeling sprach mit der Fotografin Ursula Meissner über Kinderprostitution in Kambodscha.

Berliner Journalisten erscheint seit November 2004 bundesweit als unabhängiges Medienmagazin unter der Herausgeberschaft von Bettina Schellong-Lammel im Verlag Berliner Journalisten. Chefredakteurin ist Dr. Sabine Pamperrien. Neu wurde das Ressort Kino geschaffen. Ab sofort erscheint das Heft alle zwei Monate.
www.berliner-journalisten.com

Originaltext:         Berliner Journalisten
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/54374
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_54374.rss2

Pressekontakt:
Berliner Journalisten
Bettina Schellong-Lammel
Telefon: 030 - 2850 43 33
0173 - 20 74 600
redaktion@berliner-journalisten.com

Das Inhaltsverzeichnis kann man sich hier ansehen: http://www.berliner-journalisten.com/pdf/berjour08-1-inhalt.pdf 

Viele gute Gedanken bei der Lektüre des Hefts!

Sabine Pamperrien

P.S. Eine wichtige Info fehlt in der PM: Pamo Roth, die schon oft für uns schrieb, gehört ab sofort als Reporterin zum festen Stamm.

P.P.S. Und wie heißt wohl das soeben aus der Taufe gehobene Kind vom Berliner Journalisten? The Daily Borderline! Hier bald mehr!

Ab morgen werden sämtliche Berliner U-Bahnen von uns beschallt. Wir haben extra dafür ein Symphonisches Werk in Auftrag gegeben. Dongdongdongdoooong! Das große Hört mal her, traratraratröttröt: Die Maus kreißte und gebar ein Aber Hallo!

Ach ja, und ich habe mich für das Heft mit dem stern-Reporter Markus Grill getroffen. Der investigative Oberschlingel hat gerade nach der Aufdeckung des einen oder anderen Pharmaskandals ein neues “Geschäftsfeld” eröffnet, die schauerliche Affäre um die Bespitzelung der eigenen Belegschaft beim Discounter Lidl.  Ein total netter, entspannter und unprätentiöser Kollege, dem es wirklich und ganz leidenschaftlich um die Sache geht!
 



Aktuelles Heft Nr. 1-2010
Titelthema:
Wissenschaft

Titelfoto: Bernd Lammel







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