30. Juni 2008
Krise, Kontraktion, Expansion und Globalisierung
Wohl nur selten ist das Wort Krise weltweit so häufig gebraucht worden, wie in den letzten Monaten. Ob Finanzkrise, die droht, sich gar zur Weltwirtschaftskrise auszuweiten, Bankenkrise, Immobilienkrise, Krise der Demokratie, Nahrungsmittelkrise, Energiekrise, Erdölkrise, Klimakrise, Krise der EU nach dem verkorksten Referendum der Iren oder die Krisen im Nahen und Mittleren Osten: der Begriff Krise beherrscht inzwischen auf allen Kontinenten nicht nur den Wortschatz von Politikern, Managern, Funktionären und Analysten, sondern hat sich auch im Sprachgebrauch der Mittelschichten festgesetzt. Ein starkes Indiz, dass die Welt aus den Fugen geraten ist und sich im politischen und wirtschaftlichen Raum für einen längeren, aber unbestimmten Zeitraum anarchische Zustände zu etablieren scheinen.
Der Schein trügt nicht, denn was wir zurzeit unter dem Reizwort Krise erleben, ist nicht mehr und nicht weniger als die Endphase eines historisch einmaligen, von Gewalt, Leid, Umwälzung und Fortschritt begleiteten Prozesses, der nach und nach die vielen nebeneinander existierenden Wirtschaften in eine Weltwirtschaft zusammenführte.





