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26. November 2008

Welt Online bezeichnete Majdanek als polnisches Konzentrationslager
Abgelegt unter: Medien | Bernd Lammel um 20:53

Warschau / Die Warschauer Regierung droht der Tageszeitung Die Welt offenbar mit einer Klage. Das Axel-Springer-Blatt hatte das Lager Majdanek in seiner Internet-Ausgabe Welt Online als “polnisches Konzentrationslager” bezeichnet, berichtet AFP. Der stellvertretende polnische Außenminister Ryszard Schnepf zeigte sich empört, gerade weil die Bezeichnung von einer deutschen Zeitung kommt. Nachdem die Die Welt berichtigt hatte drückte Chefredakteur Thomas Schmid  in einem Brief an die polnische Botschaft in Berlin sein Bedauern aus. Dazu veröffentlichte die Zeitung in der Mittwochsausgabe eine Stellungnahme. Polens Vize-Außenminister Schnepf forderte  “radikale Maßnahmen” gegen die Verwendung des Adjektivs “polnisch” für die deutschen Konzentrationslager im damals besetzten Polen. Er denke an einen großangelegten juristischen Prozess, um ein entsprechendes Echo in der Weltpresse zu erreichen. Derzeit findet man bei Welt Online unter dem Artikel Asafs Reise um die Welt folgenden Korrekturhinweis: “In der ersten, inzwischen korrigierten Fassung dieses Artikels war von dem ,ehemaligen polnischen Konzentrationslager Majdanek’ die Rede. Das ist falsch. Es handelte sich um ein deutsches Konzentrationslager, das die SS im besetzten Polen im Auftrag Heinrich Himmlers errichtet hat.” Ein Springer-Sprecher erklärte auf AFP-Anfrage: “Selbstverständlich wissen wir auch um die besondere Brisanz und Emotionalität.” Die entsprechende Formulierung sei umgehend geändert worden. “Majdanek war natürlich ein deutsches Konzentrationslager. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.” Geschichte und Geographie Note 6. Setzen!

24. November 2008

Arbeitslose Eltern gehen bei Kindergelderhöhung leer aus
Abgelegt unter: Medien | Bernd Lammel um 09:41

Wenn die schwarz-rote Bundesregierung im Januar 2009 das Kindergeld erhöht, gehen die ärmsten Kinder der Republik leer aus. Während andere Familien pro Kind 10 Euro und ab dem dritten Kind 16 Euro monatlich mehr in der Tasche haben, wird das Kindergeld beim Arbeitslosengeld II/Sozialgeld und bei der Sozialhilfe als Einkommen des Kindes oder Einkommen des Kindergeldberechtigten angerechnet und die Leistung um die Erhöhung gekürzt. Das was die Kindergeldkasse auszahlt, sparen Bund und Kommunen an Sozialeistungen wieder ein. Ein Nullsummenspiel, auch für diejenigen, die eine Erhöhung am nötigsten bräuchten. “Auch Hartz IV-Kinder brauchen Kindergeld! Die anstehende Kindergelderhöhung darf nicht von der Sozialleistung von Kindern aus einkommensschwachen Familien abgezogen werden!”, fordert der Erwerbslosen- und Sozialverein Tacheles e.V. aus Wuppertal.

21. November 2008

Vielfalt sei nicht mehr drin!
Abgelegt unter: Medien | Bernd Lammel um 23:54

 “Man muss sich Vielfalt in dieser Form auch leisten können. Das ist schlicht nicht mehr der Fall.”, sagt Bernd Buchholz, Gruner + Jahr-Zeitschriftenvorstand. So begründet Buchholz den Stellenabbau bei Geizig+Spar.

Quelle: sueddeutsche.de

20. November 2008

Europäischer Printmarkt kommt in Schieflage
Abgelegt unter: Medien | Bernd Lammel um 17:08

In den Niederlanden befand sich der Anzeigenmarkt bei den Zeitungen schon 2007 im Abschwung. Für 2008 wird noch ein weiterer Rückgang erwartet. G+J  zieht bereits Konsequenzen in den Niederlanden. Als “Portfoliobereinigung” bezeichnet der Verlag den Entschluss, die niederländische Gala-Ausgabe zu schließen. Betroffen sind ebenfalls die Gala-Russland-Edition Life & Style. G+J stellt auch das Prestige-Objekt Park Avenue ein. Entschlossen hatte der Verlag die Konzentration der Wirtschaftspresse am Standort Hamburg verkündet. Capital, Impulse und Börse Online werden am Standort in Hamburg zusammengelegt. Nebeneffekt: 118 Arbeitsplätze sind perdu, meldet Der Tagesspiegel heute. Ähnliche Trends zeichnen sich in Dänemark ab und betroffen ist davon auch David Montgomerys Mecom-Gruppe. Die zur Mecom Goup plc. gehörende niederländische Zeitungsgruppe Wegener  verkauft ihren 37-Prozent-Anteil am Algemeen Dagblad  an den niederländischen Verlag PCM , der bereits die restlichen 63 Prozent hält. Der Aktienkurs von Mecom ist am 18.11.08 um 8 % zurückgegangen und lag am Tagesende bei 1,15 Pence. Der Mecom-Aktien-Kurs ist innerhalb eines Jahres um mehr als 97 Prozent eingebrochen. Nach einem Bericht von The Sunday Times  gibt David Montgomery seinen Aufsichtsratsvorsitz ab. Seine Position als Vorstandsvorsitzender der Mecom wird er behalten. Die Niederländische Journalisten Gewerkschaft NVJ schätzt, dass in den letzten drei bis vier Jahre zwischen 600 und 700 Arbeitsplätze in der niederländischen Zeitungen abgebaut worden sind, trotz der Einführung von neuen Titeln und dem Ausbau von Online-Zeitungen.

17. November 2008

Freie gründen ersten eigenen Berufsverband - bundesweit!
Abgelegt unter: Medien | Bernd Lammel um 10:12

Pressemitteilung des neuen Berufverbandes im Wortlaut:

Freie gründen ersten eigenen Berufsverband

Freischreiber vertritt künftig die Interessen freier Journalisten aller Medien in Deutschland

Berlin. Am Wochenende haben 140 freie Journalisten den Verband „Freischreiber - Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten“ gegründet. Sie verständigten sich auf dem Gründungskongress auf gemeinsame Standards und Forderungen. Zum Vorsitzenden wählten sie Kai Schächtele, freier Journalist in Berlin; Eva-Maria Schnurr, Wissenschaftsjournalistin in Hamburg, und Felix Zimmermann, freier Journalist in Oldenburg, wurden als Stellvertreter gewählt. Der Verband setzt sich für eine weitere Professionalisierung der Zusammenarbeit zwischen Redaktionen und Autoren sowie bessere Arbeitsbedingungen und angemessene Honorare ein. Gründungsmitglieder sind namhafte freie Journalisten aller Medien. „Viele freie Journalisten hatten in der Vergangenheit das Gefühl, gegenüber Medienunternehmen als Einzelkämpfer dazustehen“, sagt Kai Schächtele. „Das große Interesse von Beginn an hat gezeigt, dass wir einen solchen Verband brauchen.“

Freischreiber ist der Verband hauptberuflich freier Journalisten, die in den Bereichen Print, Hörfunk, Fernsehen und Online arbeiten. Er tritt für eine klare Abgrenzung der journalistischen Arbeit vom Bereich Public Relations (PR) ein. Ohne Gegenstimme verabschiedete der Kongress am Samstag eine Selbstverpflichtung, die die Vermischung beider Sphären ausschließt (siehe unten). „Viele freie Journalisten übernehmen immer wieder PR-Aufträge“, sagt Felix Zimmermann. „Wir verlangen von unseren Mitgliedern, dass sie diese Aufträge nicht mit ihren journalistischen Aufgaben vermischen.“ Die Gründung von Freischreiber fällt in eine Zeit, in der die Bedeutung freier Journalisten in den

Redaktionen weiter wächst. Durch den Kostendruck in Verlagen und Sendern werden Redaktionen immer weiter ausgedünnt und viele Aufgaben von Freien übernommen. Zugleich verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen für freie Journalisten, weil viele Medienunternehmen Honorare kürzen und zunehmend versuchen, Beiträge ohne zusätzliches Honorar in ihre Internetangebote zu integrieren und an Dritte weiter zu verkaufen.

„Freischreiber klingt doch eigentlich himmlisch“ stellte der Autor und taz-Mitbegründer Tom Schimmeck in seiner Auftakt-Rede fest. Aber er verwies auf den Verfall der Sitten im Mediengeschäft, unter dem freie Autoren besonders litten. „Die Qualitätspresse missachtet ihren Anspruch, Qualität zu liefern“, sagte er. „Sie braucht mehr und mehr Freie, damit der Laden überhaupt noch läuft. Zugleich ruiniert sie mit immer neuen Spartricks deren Existenz.“ Stefan Niggemeier ermunterte die Teilnehmer, sich von Verlagen und Sendern unabhängiger zu machen. „Ich wundere mich, dass nicht mehr freie Journalisten die Möglichkeit nutzen, an den Medienhäusern vorbei im Internet zu veröffentlichen“,

sagte der „Bildblog“-Gründer. „Um zu publizieren, sind wir doch alle Journalisten geworden.“

———

Wortlaut der Selbstverpflichtung:

„„Ich verpflichte mich zur Wahrung der journalistischen Unabhängigkeit. Ich lege Abhängigkeiten und

Interessenverflechtungen offen. Ich lanciere keine als Journalismus getarnten PR-Beiträge. Ich lasse

mich nicht von zwei Seiten bezahlen. Solche Praktiken sind mit meinem Verständnis von Journalismus unvereinbar.“

So setzt sich der neue Vorstand zusammen:

Kai Schächtele (Vorsitzender), Eva-Maria Schnurr, Felix Zimmermann (Stellvertreter), Benno Stieber

(Schatzmeister), Uta Heyder, Julia Schoon, Wolfgang Michal, Tobias Romberg, Thilo Schmidt (Beisitzer)

4. November 2008

DJV tagt in Rostock-Warnemünde
Abgelegt unter: Medien | Bernd Lammel um 19:19

Offizielle Pressemeldung des Deugtschen Journalistenverbandes (DJV)

Maritim ist die Umgebung des DJV-Verbandstags in Mecklenburg-Vorpommern. Im Novembernebel liegt die Marina des Nobel-Hotels und Tagungszentrums ”Hohe Düne”. Immer noch besser als stürmische See und Untiefen, mögen manche Delegierte denken. Der Verbandstag steht vor der Aufgabe, seinen Mitgliedern Lösungen in einer Zeit nie da gewesener Umbrüche in den Medien anzubieten. 30 Millionen Sparziel beim WAZ-Konzern, trimediale Journalisten, Rechteausverkauf bei journalitischen Inhalten und mehr verlangen von der größten deutschen Journalistevertretung ein hohes Maß an Flexibilität und Reformgeist. Innerverbandliche Sreitigkeiten mit dem DJV Brandenburg lähmen Gremiensitzungen und machen manche Delegierte kongressmüde.



Aktuelles Heft Nr. 1-2010
Titelthema:
Wissenschaft

Titelfoto: Bernd Lammel







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