8. Januar 2009
Ende der Heuschreckenplage

Die älteste Darstellung einer gefräßigen Wanderheuschrecke befindet sich auf einer altägyptischen Steintafel aus dem 15 Jahrhundert vor Christi. Auch die Bibel weiß diese Plage mehr als 30mal zu erwähnen. Nun ist eine in Medienkreisen gefürchtete “Heuschrecke” namens Mecom offenbar vom Geier, genauer gesagt vom Pleitegeier gefressen worden. Darauf deuten (bisher unbestätigte) Meldungen verschiedener Agenturen hin. Danach kauft der Kölner Verlag M.DuMont Schauberg (Stadtanzeiger, Frankfurter Rundschau) den Berliner Verlag (Berliner Zeitung, Berliner Kurier) für 170 Mio. Euro. Mecom Chef David Montgomery ist mit seinem Vorhaben gescheitert, in Deurschland eine Regionalzeitungskette aufzubauen. DuMont wird die beiden Qualitätszeitungen Frankfurter Rundschau, dessen Chefredakteur Uwe Vorkötter vormals bei der Berliner Zeitung war, enger mit der Berliner Zeitung verknüpfen, um Kosten zu senken. Ebenso dürften die beiden Boulevardzeitungen Berliner Kurier und Hamburger Morgenpost aus dem Besitz Montgomerys von DuMont enger verflochten werden. Mecom hatte in ganz Europa etwa 300 Titel zusammengekauft und sitzt jetzt auf einem Schuldenberg von 600 Mio. Euro. Die Werbeeinnahmen sind infolge der Wirtschaftskrise massiv eingebrochen und die Banken wollen Ende Februar den Geldhahn zudrehen. Bei der Berliner Zeitung wurde in den letzten Jahren kräftig gespart. Darunter hat wohl auch die Qualität gelitten, finden jedenfalls die Kollegen der “Berner Gazette” aus der Schweiz.




