31. März 2009
NY-Times: Global im Netz

Die von der NY-Times Gruppe herausgegebene internationale Zeitung International Herald Tribune erhielt ein Relaunch und erscheint im Web ab heute als Global Edition der NYTimes, die Besucher werden von der bisherigen Adresse iht.com zur neuen Adresse http://global.nytimes.com umgeleitet. Der Verlag möchte so die digitalen Kompetenzen der IHT mit den Kompetenzen der NYTimes vereinigen. Lesen Sie mehr auf Businesswire.
30. März 2009
HNA: DPA wird eingespart (Update)
Die in Kassel erscheinende Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) des Verlegers Dirk Ippen will ab heute „probeweise” für 6 Wochen auf dpa-Meldungen verzichten. Damit möchte Ippen, dem auch auflagenstarke Blätter, wie der Münchner Merkur und der Westfälische Anzeiger gehören, testen, ob man die Kosten für dpa einsparen kann. weiterlesen…
Der Hang zur Gosse (Nachtrag)
Am 19.3. berichteten wir in unserem Blog ausführlich über den merkwürdigen Umgang des thüringischen Ministerpräsidenten mit den Medien. Am gleichen Tag erschien auch ein Offener Brief der Landespressekonferenz Thüringen an die thüringische Staatskanzlei. Dort heißt es: Man sei „tief verärgert” … weiterlesen…
29. März 2009
Media-Analyse: Österreicher lesen mehr Zeitung
Wer sagt es denn, es gibt auch noch gute Nachrichten. Österreicher lesen mehr Zeitung, so die neueste Media-Analyse veröffentlich von APA. Demnach hatten Tageszeitungen 2008 rund 5,12 Millionen Leser, gegenüber 4,89 Millionen im Jahre 2007. Die größte Reichweite hatte wiederum das Boulevardblatt Kronenzeitung mit 41,9 Prozent und 2,94 Millionen Lesern bei einem Copypreis von 1 €. Wenn man bedenkt, dass Österreich nur 8,2 Mio Einwohner hat, ist das beachtlich. Das Nachrichtenmagazin News kommt auf eine Reichweite von über 800000 Lesern wöchentlich. Damit haben diese Medien eine wesentlich höhere Reichweite als vergleichbare Titel (Bild, Spiegel) in Deutschland.
28. März 2009
Medienkrise: Zeitungen demnächst “gemeinnützig”?
Der US-Senator Benjamin L. Cardin (Demokraten) aus Maryland hat einen Gesetzentwurf eingereicht, Zeitungen künftig als “gemeinnützige Non-Profit-Unternehmen” zu führen und so ihr Überleben zu sichern. weiterlesen…
27. März 2009
Medienkrise: Dem ORF gehts auch nicht gut
Dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen Österreichs, dem ORF brechen die Einnahmen weg. Das Programm ist nur zu einem Drittel gebührenfinanziert. weiterlesen…
Barack Obama - der Medienpräsident
Wie keiner seiner Vorgänger im Amt des Präsidenten der USA versteht es Barack Obama, die Medien für seine Zwecke einzusetzen. Ob in der NBC-Talk-Show bei Jay Leno oder auf dem Sportsender ESPN, der Präsident ist stets präsent. Lesen Sie dazu eine Kolumne des Tagesanzeiger (Zürich).
Dieter von Holtzbrinck kehrt zurück
Eigentlich hatte sich Dieter von Holtzbrinck (67), wenn auch nicht ganz freiwillig, schon in den Ruhestand verabschiedet. Nun kehrt er als Verleger zurück und übernimmt von seinem Bruder Stefan von Holtzbrinck (45) das Handelsblatt, den Tagesspiegel (Berlin) sowie 50% der Zeit. Geld soll nicht geflossen sein, da Dieter noch Anteile aus dem Verlag zustanden. Dieter von Holtzbrinck sagte, er wolle in Zukunft die Qualität der Blätter sichern, Renditeerwartungen dagegen zurückstellen. SZ
26. März 2009
Medienkrise: Jüdische Zeitung pausiert

Die von der Werner-Media-Group in Berlin seit Herbst 2005 herausgegebene unabhängige Monatszeitung Jüdische Zeitung wird vorläufig nicht mehr erscheinen. Wie Berliner Journalisten auf Anfrage erfuhr, soll die Zeitung bedingt durch die Wirtschaftskrise für zwei Monate pausieren. Die Website der Jüdischen Zeitung enthält keinen Hinweis auf das vorläufige Aus, dafür aber einen sehr lesenwerten Artikel von Anja Lenja Mueller zu einem Internetscharmützel zwischen den bekannten Journalisten Henryk M. Broder und Stefan Niggemeier. Ebenfalls interessant ein Gespräch mit Anetta Kahane.
Medienkrise: Google sitzt nicht in Moskau
Das Internet hat eine “Kostenlos-Kultur” geschaffen, die klassische Medien längst ernsthaft bedroht. Gerne werden dann böse Fileserver in China oder Russland, an die man nicht herankomme, als Ursache allen Übels benannt. Dabei bedrohen Seiten wie Google-News die klassischen Medien in viel stärkerem Ausmaß; und die Verlage haben dieser Entwicklung Vorschub geleistet. Lesen Sie dazu einen interessanten Artikel des Rheinischen Merkur
25. März 2009
Landgericht München: Nazi-Zeitungen dürfen nachgedruckt werden
Das Projekt Zeitungszeugen des britischen Verlegers Peter McGee hat vor dem Landgericht München I (AZ 21 O 1425/09) in einem Urheberrechtsstreit mit dem Freistaat Bayern teilweise Recht bekommen. Zeitungszeugen dürfen nach dem Richterspruch demnach Nazi-Blätter nachdrucken, die vor dem 1.1.1939 erschienen sind, da nach 70 Jahren das Urheberrecht erloschen sei. Der Freistaat Bayern ist Rechteinhaber der Nazipresse und der Schriften von Nazigrößen wie Hitler und Goebbels. Der Freistaat legt Rechtsmittel ein und prüft auch, ob strafrechtlich gegen die Veröffentlichung von Nazipropaganda vorgegangen werden soll.
Medienkrise: Für Freie wird es immer enger
In einer Pressemitteilung appelliert der DJV an die Verleger, nicht an den Freien zu sparen!
Berlin, 24.03.2009 - Der Deutsche Journalisten-Verband hat an die Zeitungs- und Zeitschriftenverleger appelliert, die freie journalistische Mitarbeit endlich leistungsgerecht zu vergüten und den freien Journalistinnen und Journalisten eine langfristige Perspektive bei ihren Blättern zu bieten. “Ohne die Freien könnte kaum eine Zeitung oder Zeitschrift im gewohnten Umfang dauerhaft weiter erscheinen”, sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Dafür sei nicht zuletzt der stetige Personalabbau in den Redaktionen durch die Verleger in den zurückliegenden Jahren maßgeblich. weiterlesen…
Deutsche Welle - Liebesgrüße nach Peking? UPDATE

Ulrich Wickert - FOTO: Richard Schnabl
Vor einigen Monaten ging es hoch her, als der Deutschen Welle vorgeworfen wurde, dass ihr chinesisch-sprachiges Programm zu liebedienerisch über die Volksrepublik berichtet. Intendant Bettermann musste sogar vor einem Bundestagsausschuss zu den Vorwürfen Stellung nehmen, nicht kritisch genug die Moderation der Rundfunk-Journalistin Zhang Danhong geprüft zu haben, die seit 19 Jahren in der China-Redaktion der Deutschen Welle arbeitet. weiterlesen…
24. März 2009
Berliner Zeitung - Helmut Heinen steigt mit ein
Bei der heutigen Vorstellung der neuen Gesellschafter im Verlagsgebäude der Berliner Zeitung gabs gleich eine Überraschung. Nicht nur die Gruppe Neven DuMont steigt bei der ehemaligen Mecon-Gesellschaft ein, sondern auch Helmut Heinen, Herausgeber der Kölnischen Rundschau und Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Zeitungsverleger (BDZV). Heinen beteiligt sich mit 35% an dem Engagement in Berlin. Dazu gehören die Berliner Zeitung, der Berliner Kurier, das Anzeigenblatt Berliner Abendblatt sowie die Hamburger Morgenpost und die Netzeitung. Die neuen Gesellschafter wollen zunächst die Blätter stabilisieren und die Redaktionen personell belassen, was von den den Mitarbeitern mit freundlichem Applaus aufgenommen wurde.
Dies ist ein Notfall - Rettet die Lokalpresse

Der britische Guardian schreibt heute: This is an emergency! Act now or local news will die! Papers around Britain are following US titles to the grave. The government needs to step in, for the sake of democracy. Denn, so schreibt Polly Toynbee, eine Demokratie ist ohne die genaue Überprüfung durch einen guten Journalismus undenkbar.
23. März 2009
Qualitätsjournalismus gegen Bezahlung im Internet: Mediapart.fr machts vor

Seit einem Jahr ist das Portal Mediapart.fr erfolgreich im Netz. Für einen Monatbeitrag von 9 Euro werden Nachrichten und Qualitätsjournalismus geboten. Gegründet wurde das Portal von Edwy Plenel (Le Monde) und anderen Journalisten aus “Protest gegen den desolaten Zustand der französischen Tagespresse” (Handelsblatt), die mit eigenem Kapital und privaten Geldgebern das Startkapital (3,5 Mio Euro) aufbrachten. Heute habe man 17000 Abonnenten und strebe bis 2011 schwarze Zahlen an. Edwy Plenel stellt fest, dass im Internet hochwertiger Journalismus nicht kostenlos zu haben sei.
Fusion verschoben
Die Berliner Zeitung und die Hamburger Morgenpost bleiben vorläufig eigenständig. Ebenso die dazugehörigen Verlage. Die neuen Eigentümer wollen bis zum Jahresende klären, wie sie in die Verlagsgruppe integriert werden. Die geplante und weitgehende Fusion der Redaktionen von Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung ist zunächst auch verschoben. Das werden die wichtigsten Informationen sein, die die Mitarbeiter der Berliner Zeitung hören wollen, wenn die neuen Chefs aus dem Rheinland das neuerworbene Blatt morgen inspizieren werden. Durchgesickert sind sie schon im Vorfeld. Erleichtert konnten die Journalisten schon heute aufatmen als bekannt wurde, dass die MECOM-Shareholder dem Rückzug der Mediengruppe aus Deutschland zustimmte. Die Details des Deals hatte MECOM bereits im Januar veröffentlicht. weiterlesen…
Berliner Zeitung - Verkauf perfekt
Nach dreieinhalbjährigem Gastspiel beendet die Mecon-Gruppe ihr Engagement in Deutschland. Auf einem Meeting in London wurde heute der Ausstieg durch die Shareholder einstimmig beschlossen. Mecon Geschäftsführer Deutschland und in Personalunion auch Chefredakteur der Berliner Zeitung Josef Depenbrock hat sich heute per Mail von den Mitarbeitern verabschiedet und in den Urlaub abgemeldet. Wie Kress meldet, wollen sich ” DuMont-Aufsichtsratschef Alfred Neven DuMont, 81, und der Vorstand des Kölner Verlags, zu dem Alfreds Sohn Konstantin, 39, und Neffe Christian DuMont Schütte, 52, gehören, am Dienstag um 10 Uhr zur Belegschaft des Berliner Verlags sprechen. Als neue (kommissarische) Chefredakteurin wird sich Brigitte Fehrle (zuletzt “Zeit”, zuvor “Frankfurter Rundschau” und “Berliner Zeitung”) vorstellen.”
21. März 2009
Die Zeit fälscht sich selbst
“Seit wann erscheint die Zeit am Samstag? Und wieso wird sie auf der Straße verteilt? Und das auch noch kostenlos? Aufschluss bringt erst die Lektüre: “Erinnern Sie sich noch an letztes Jahr?”, fragt ein Artikel auf der Seite 1 dieser seltsamen und seltsam dünnen Zeit: “Die Banken gehörten noch den Aktionären, Afghanistan den Militärs und die Straßen gehörten den dicken Autos. Die Reichen waren noch reich, die Armen arm, und niemand glaubte ernsthaft, dass sich daran etwas ändern könnte.” So beginnt ein Artikel der
taz. Ähnlichkeiten mit einer falschen Ausgabe der NY-Times vom vergangenen Jahr drängen sich auf. Auch dort wurde eine Zukunft entworfen, eine Zukunft die von vielen Menschen erträumt wird. Aber leider werden Träume selten wahr. Wer kein Exemplar der Zukunfts-Zeit abbekommen hat: Am Montag liegt sie der taz bei.
20. März 2009
Neues Newsportal online
Seit Donnerstag ist das News-Portal dNews online. Die sehr schlicht gestaltete Seite sammelt aktuelles Agenturmaterial. Eigene Beiträge sollen eher selten sein. Sitz der Redaktion ist Amsterdam. Die Redaktion betreibt auch das niederländische Portal nu.net , welches dort Marktführer ist. Wiederbelebt wird auf dNews das Ende 2008 bei der Netzeitung.de aus Kostengründen eingestellte Presseportal “Altpapier“, auf dem wieder täglich die Medienthemen der Tageszeitungen kommentiert werden.