25. März 2009
Deutsche Welle - Liebesgrüße nach Peking? UPDATE

Ulrich Wickert - FOTO: Richard Schnabl
Vor einigen Monaten ging es hoch her, als der Deutschen Welle vorgeworfen wurde, dass ihr chinesisch-sprachiges Programm zu liebedienerisch über die Volksrepublik berichtet. Intendant Bettermann musste sogar vor einem Bundestagsausschuss zu den Vorwürfen Stellung nehmen, nicht kritisch genug die Moderation der Rundfunk-Journalistin Zhang Danhong geprüft zu haben, die seit 19 Jahren in der China-Redaktion der Deutschen Welle arbeitet. Zhang Danhong, wurde vorgeworfen, tendenziös im Sinne der Kommunistischen Partei Chinas berichtet zu haben, ihr wurde die Moderation der Sendungen entzogen. Nun hat Ulrich Wickert,66, langjähriger Tagesthemen-Moderator und Honorarprofessor für Journalistik/Medienmanagement im Auftrag von Bettermann die Vorwürfe untersucht und kommt zu folgendem Fazit: “Die Vorwürfe tendenziöser Berichterstattung gegen die journalistische Arbeit der chinesischen Redaktion bei der Deutschen Welle entbehren jeder Grundlage”. Ulrich Wickert hat seine Untersuchung an DW-Chef Bettermann am 4. Februar übergeben, allerdings hat die Deutsche Welle die Studie (Bettermann: “sehr gute Arbeit - toll”) bis heute nicht veröffentlicht, “um die China-Debatte nicht neu aufleben zu lassen” Dass die Geschichte jetzt trotzdem öffentlich wird, verdanken wir Hans Leyendecker in der Süddeutschen Zeitung. Bereits im Dezember 2008 kam eine Untersuchung, die der Rundfunkrat der Deutschen Welle in Auftrag gegeben hatte, zu einem Ergebnis, welches den erhobenen Vorwürfen widersprach. Frau Zhang Danhong ist weiterhin Mitarbeiterin des Senders, wie Berliner Journalisten auf Anfrage erfuhr. (Update) Inzwischen (27.3.) berichtet auch die TAZ über die “verheimlichte Ehrenrettung” des Senders und vermutet eine gewisse “Unzufriedenheit” Wickerts damit, “dass seine Arbeit quasi zur Verschlusssache deklariert wurde”. Berliner Journalisten publizierte in Heft 2/08 den Artikel “Entstelltes China-Bild - Die chinesische Dichterin Xu Pei kritisiert deutsche Medien”. Wir werden den Artikel in Kürze online stellen.





