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30. Juni 2009

Medienkrise: Leserschwund bei Bauer-Blättern
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 13:17

Bei Bauer läufts auch nicht mehr so gut. Weniger ist die Anzeigenkrise schuld, mehr, “dass viele der vertriebslastigen Bauer-Blätter unter Leserschwund leiden. Objekte wie Neue Post oder Das Neue Blatt sind in die Jahre gekommen, ein altes Flaggschiff wie Revue strandete. Geldidee wurde genauso eingestellt wie Matador oder Screenfun, ein Ableger der Bravo, die in einer Dekade 40 Prozent der Auflage eingebüßt hat. Es rächt sich, dass Bauer mit dem Gang in die Qualitätspresse glücklos blieb,” so die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel über den Hamburger Verlag. “Dem Familienbetrieb des Heinz Bauer macht ein Generationenwechsel zu schaffen. Der Umsatz (2008: 1,79 Milliarden Euro) des Bauer Verlages mit vielen preisgünstigen Unterhaltungsgazetten stagniert, ein unbändiger Spartrieb muss Rendite sichern, und die interne Kultur ändert sich radikal.” Nun hat der Verleger dem Spiegel anlässlich seines bevorstehenden 70. Geburtstages ein Interview gegeben, als Gegenleistung für eine im Mai geplante redaktionelle Story über den Verlag, die kurzfristig aus dem Blatt genommen wurde? “Eine schrecklich nette Familie”, so hiess “eine fertige Spiegel-Geschichte, die am 27. Mai, kurz vor Redaktionsschluss der Pfingst-Ausgabe, aus dem Heft flog. Es soll an diesem Tag ein Telefonat zwischen Bauer-Sprecher Andreas Fritzenkötter und Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo gegeben haben, in dem ein Exklusiv-Interview fixiert wurde. Immerhin befragte die Autorin zusammen mit Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron den chronisch pressescheuen Verleger”. (SZ) Es steht eben nicht alles im Spiegel. ” In der Tat scheint der Umgang des Nachrichten-Magazins mit Medien-Geschichten etwas willkürlich. Beobachter registrieren seit eineinhalb Jahrzehnten, dass etwa mit Helmut Markworts “Focus” ein Nichtangriffspakt zu herrschen scheint. Über die Schlagzeilen, die der süddeutsche Rivale auch in eigener Sache produzierte, schwieg sich der “Spiegel” stets aus – wie auch umgekehrt. Dagegen scheint der Springer-Verlag wie sein Vorstandschef Matthias Döpfner ein beliebtes “Ziel” der Berichterstattung zu sein, ebenso die meisten Fernsehsender – da kann man ja nichts falsch machen. Johannes B. Kerner, dessen Sendung eine Spiegel-Tochter produziert, konnte sich dagegen darauf verlassen, von der “Spiegel”-Medienredaktion freundlich (das heißt: nicht) behandelt zu werden. Der langjährige Chefredakteur Stefan Aust hatte hierzu die Devise ausgegeben, dass man über diejenigen nicht berichtet, “mit denen man Geschäfte macht”. Dies galt und gilt wohl für Kerner, nicht aber für Bauer. Fest steht, dass Medienberichterstattung bei Deutschlands Magazin Nummer eins immer eine verlagspolitische Komponente hat – der Leser muss das ja nicht unbedingt verstehen”, heisst es auf Meedia.de

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Titelthema:
Mobilität

Titelfoto: Denis Balibouse/ Solar Impulse, Alex Häsler
Fotomontage: Lammel/Reblin







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