1. Juli 2009
Das Jammern der Enteigner
Nun geht es den Großverlagen an die Rendite und schon rufen sie nach dem Staat. Ein Trauerspiel. “Schnittmusterbogenverleger” Burda bittet den Staat, den er eigentlich mit seinen Medien kontrollieren soll, dafür zu sorgen, dass weniger zitiert wird. Ja, wo leben wir denn, wenn diese Herrschaften plötzlich von Enteignung sprechen? “Die freien Journalisten werden seit über einem Jahrzehnt täglich enteignet. Einige wenige klagen mit Hilfe ihres Berufsverbandes, dem DJV. Diese Verfahren ziehen sich ebenfalls dahin. Es gibt ja im Rechtsstaat so allerlei Instanzen und Rechtsmittel,” kann man auf frei.djv-online.de lesen. “Die Kampagne läuft weiter. Für die meisten Freien sorgt dieser Einsatz der Chefredakteure eher für diejenigen Magengefühle, die man vor Gericht und vor allem auf hoher See zu bekommen pflegt. Mit einer absoluten Unschuld wird da das geistige Eigentum verkündet, das man den eigenen Autoren verweigert, das man fast nie angemessen vergütet hat und schamlos vielfach unangemessen nutzt….Aber der Prozess der Enteignung trifft nicht nur die Enteigner, diese enteignen selbst fröhlich weiter und zwar in alle denkbaren Richtungen. Nicht nur die Freien, sondern auch die Festen sind jetzt dran. Der Verlegerpräsident erzählt die Geschichte seiner persönlichen Enteignung und kündigt gleichzeitig den Manteltarifvertrag für die Redakteure. Auch die Redakteure sollen also weniger bekommen. Das ist wiederum so eine seltsame Geschichte. Die Bundesregierung und die Europäische Zentralbank öffnen die Kassen, um die Deflation zu verhindern. Die deutschen Zeitschriftenverleger aber setzen die Preise weiter herunter. Denn auch Arbeit hat Preise und Lohnsenkung führt - wie die permanente Honorarsenkung bei den Freien - in die wirtschaftliche Todesspirale für alle Beteiligten. Wo kein Lohn, da letztlich auch kein Käufer für Zeitschriften.” Aber wie sagte schon Henry Ford: Autos kaufen keine Autos.(mehr auf frei.djv.online)




