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2. Juli 2009

Neues Deutschland: Zuviel Verständnis für Antisemiten?
Abgelegt unter: Medien | Bernd Lammel um 01:57

Vor zwei Jahren fragte ich den deutsch-türkischen Pächter einer Tankstelle in Berlin-Spandau, ob er das Blatt Neues Deutschland im Angebot hätte. Im Autoradio wurde ich auf einen Artikel aufmerksam gemacht. Der Tankwart verneinte und sagte trocken: “Rechtsradikale Blätter führe ich nicht.” Damals belustigte mich die absurd scheinende Antwort und ich ging kopfschüttelnd zu meinem Auto zurück. Irgendwie glaubte ich, dass die bittere Antwort des Tankwarts auf Unkenntnis oder die ähnliche Typographie zwischen Neue Freiheit und Neues Deutschland zurückzuführen sei. Wie eng brauner Antisemitismus und Leserklientel des Neuen Deutschland beieinader liegen, muss man heute erfahren, wenn es um die Iran-Berichterstattung des Blattes geht. In einer Anfrage an den Autor Matthias Küntzel aus Hamburg bekannte die Redaktion Neues Deutschland, 40 Jahre lang Zentralorgan der SED und danach Lieblingsblatt der Linkspartei, dass Teile ihres Leserklientels die Islamische Republik Iran als antiimperialistischen Bündnispartner der Linken sehen würde. Der Dialog zwischen Küntzel und der Redaktion spricht kommentarlos für sich. Rechts und links liegen immer öfter eng beinander als erwartet - siehe Einklang zwischen Gauweiler (CSU) und Europapolitik der Linkspartei.



Aktuelles Heft Nr. 1-2010
Titelthema:
Wissenschaft

Titelfoto: Bernd Lammel







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