21. Juli 2009
Diskussion um das Urheberrecht: Schäbige Inszenierung
Die Zeitungs- und Zeitschriften-Verlage kritisieren, dass Suchmaschinen-Betreiber mit Inhalten aus den Printmedien Geld verdienen. Allen voran Google. Hubert Burda schimpfte in der FAZ, dass die Suchmaschine mit den Inhalten der Seiten der Printmedien Geld verdient, bei den Verlagen aber nichts mit dem Online-Angebot verdient werde. “Es ist ein schäbiges Stück, das die Unternehmen hier inszenieren”, so Lars Reppesgaard auf Deutschlandradio Kultur. ”Sie könnten mit ein paar einfachen Computerbefehlen verhindern, dass Google ihre Netzseiten findet oder dass jeder im Netz das, wofür er am Kiosk bezahlt, umsonst lesen kann. Doch die Medienhäuser tun genau das Gegenteil. Sie stellen seit Jahren die Texte, die ihre angestellten Reporter und die freien Journalisten für sie schreiben, kostenlos ins Netz,” so Reppesgaard und weiter: “Besonders zynisch ist die Klage der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage außerdem, weil sie selbst nicht gerade zimperlich sind und auf anderer Ebene genau das tun, was sie Google vorwerfen. Die eigentlichen Urheber - die Autoren, die als freie Journalisten für Zeitungen und Magazine arbeiten - spüren nämlich seit Jahren wirklich, wie es sich anfühlt, wenn man schleichend enteignet wird. Sie werden von Medienunternehmen durch die sogenannten Buy-Out-Vertäge zunehmend um ihre Urheberrechte gebracht. Diese Knebelverträge beinhalten Klauseln, die es erlauben, eingekaufte Texte beliebig oft selbst zu benutzen und weiterzuverkaufen. Der Autor kann dies nicht verbieten und bekommt kein zusätzliches Honorar.” Wir berichteten sowohl über die Klage der Medienunternehmer, als auch über die Buy-out-Verträge. Freelens war vergangene Woche vor dem Hamburger Landgericht mit einer Einstweiligen Anordnung gegen Buy-Out-Vertraege erfolgreich.





