24. Juli 2009
Lobbycontrol kritisiert Auftragsjournalismus
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) organisiert eine Kampagne “Deutschland 24/30″. Dabei reisen drei Journalisten durch Deutschland und befragen verschiedene Bürger zur “Sozialen Marktwirtschaft”. Auswahlkriterium beim Casting der vorgeblich neutralen Reporter: “Der sozialen Marktwirtschaft gegenüber positiv eingestellt und und bereit, für einen unternehmernahen Auftraggeber zu arbeiten.” Ausgewählt wurden drei Journalisten des Senders RBB, die im Sinne des Auftraggebers Menschen in Deutschland, unter ihnern Taxifahrer und Verkäuferinnen aber auch Bundeskanzlerin Merkel und Bild-Chef Diekmann zur sozialen Marktwirtschaft befragen sollen. Lobbycontrol reagiert auf diese offensichtliche PR-Arbeit der Journalisten mit einer Pressemitteilung. Journalisten-Vereinigungen wie das Netzwerk Recherche fordern seit Jahren eine klare Trennung zwischen interessengeleiteter PR und einem der Gesellschaft verpflichteten Journalismus. Wohlgemerkt, Lobbyarbeit ist nicht verboten, sollte aber als solche erkennbar sein. Wenn die Botschaft der Lobbyverbände als journalistische Berichterstattung getarnt ist, ist das Betrug am Gebührenzahler. Das Ansinnen der INSM wird auf carta.info als Neue Soziale Journalistenwirtschaft kommentiert. Fernsehtipp: Am 31. Juli morgens um 9:55 Uhr zeigt Arte die den Film “Der LOBOist - Eine Politsafari auf den Spuren der Strippenzieher“.





