24. August 2009
“Springertribunal”: Spiel nicht mit den Schmuddelkindern
Die so genannten Achtundsechziger wollen nicht mit Springer-Chef Mathias Döpfner über die Vergangenheit diskutieren. „Die maßgeblichen Akteure der 68er-Bewegung haben unser Gesprächsangebot leider zurückgewiesen“, erklärt Döpfner. Er sprach von einer “kläglichen Verweigerungshaltung”, wollte er doch “ausdrücklich auch die journalistischen Fehler, die unser Haus damals gemacht hat” zur Sprache bringen. Weder Daniel Cohn-Bendit noch der Schriftsteller Peter Schneider mochten für eine Veranstaltung unter Ausschluss der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Lediglich die Welt sollte über die Aussprache berichten, meldete der Spiegel. Der frühere Stern-Vize Manfred Bissinger war gar nicht erst geladen worden, kommentierte das Vorhaben in der Süddeutschen Zeitung aber mit den Worten, er freue sich, dass die Eingeladenen nicht ”auf diesen PR-Leim gekrochen sind”. Überhaupt war das Vorhaben von Döpfner durch ein Interview in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vorbelastet, hatte Döpfner doch vor einem Monat gefordert, dass sich „die uneinsichtigen Protagonisten der 68er-Bewegung mal bei unserem Haus entschuldigen“. Thomas Schmid, Chefredakteur der Welt sagte:„Wir werden es uns nicht nehmen lassen, über die damaligen Geschehnisse zu diskutieren, wann, wo und wie wir das für richtig halten,“ auch wenn er nun alleine ohne seine ehemaligen Weggefährten über seinen Arbeitgeber Gericht halten muß. ” Dazu noch einmal der Spiegel: “Thomas Schmids halbherziger Versuch, die Berichterstattung der Springer-Presse in der Zeit des 2. Juni zu rehabilitieren, konnte nicht gelingen, weil er sich dabei weitgehend auf die “Welt” beschränkte. Und muss man nicht die Grundthese des neuen “Springer-Tribunals” in Zweifel ziehen - die Annahme nämlich, dass die Springer-Kampagne von 67/68 den Ruf des Springer-Konzerns bis heute beschädigt? Könnte es nicht sein, dass es nach wie vor die “Bild”-Zeitung ist, die diesen Ruf jeden zweiten oder dritten Tag aufs Neue ruiniert?”
Die “Schmuddelkinder” mögen eben nicht miteinander.





