30. September 2009
Historisches Datum: 30. September 1989
Heute vor 20 Jahren trat der damalige deutsche Außenminister Hans- Dietrich Genscher auf den Balkon der Deutschen Botschaft in Prag und verkündete, dass die Botschaftsflüchtlinge, rund 4000 DDR-Bürger, in den Westen ausreisen können. Nachdem am 10.09.89 die ungarische Regierung einseitig fluchtwilligen DDR-Bürgern die Ausreise nach Österreich gestattet hatte, wollte die DDR-Regierung diesmal mitentscheiden und erreichte, dass die Züge mit den Flüchtlingen über DDR-Gebiet fahren mussten. Eine für das DDR-Regime verhängnisvolle Fehlentscheidung. Vor dem Bahnhof Dresden Neustadt kam es zu massiven Zusammenstößen von Demonstranten mit der Polizei. Bilder, die um die Welt gingen und das DDR-Regime bis auf die Knochen blamierten. Trotzdem merkte Honecker noch immer nicht, was die Stunde geschlagen hatte und fügte persönlich in einem Kommentar des Parteiorgans Neues Deutschland zu den Botschaftsflüchtlingen hinzu: Man sollte ihnen keine Träne nachweinen. Hier der Originalkommentar: “Zügellos wird von Politikern und Medien der BRD eine stabsmäßig vorbereitete ,Heim-ins-Reich -Psychose geführt, um Menschen in die Irre zu führen und auf einen Weg in ein ungewisses Schicksal zu treiben. Das vorgegaukelte Bild vom Leben im Westen soll vergessen machen, was diese Menschen von der sozialistischen Gesellschaft bekommen haben und was sie nun aufgeben. Sie schaden sich selbst und verraten ihre Heimat…. Bar jeder Verantwortung handelten Eltern auch gegenüber ihren Kindern, die im sozialistischen deutschen Staat wohlbehütet aufwuchsen und denen alle Bildungs- und Entfaltungsmöglichkeiten offenstanden….
Sie alle haben durch ihr Verhalten die moralischen Werte mit Füßen getreten und sich selbst aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt. Man sollte ihnen deshalb keine Träne nachweinen.”





