ZDF-Intendant Schächter wird Chefredakteur Nikolaus Brender zur Wiederwahl vorschlagen. Damit dürfte der Intendant so manchen Unionspolitiker erzürnen, der im Verwaltungsrat sitzt. Denn die sind offenkundig gegen Brender. Der CDU-dominierte Verwaltungsrat ließ erkennen, dass eine Wiederwahl Brenders unerwünscht sei, da die CDU eine parteiischere Berichterstattung vom Sender erwartet. Das wurde natürlich nicht offen gesagt. (wir berichteten)
Foto: R.Schnabl
In den USA kennt man sie schon lange, Automaten, die Zeitungen zum Verkauf anbieten. Nun hat der Bundesgerichtshof (BGH) erstmals den Einsatz von Zeitungsautomaten auch in Deutschland erlaubt. Eine Klage zweier Berliner Verlage gegen den Plan der Axel Springer AG, Zeitungen künftig per Zeitungsbox zu verkaufen, wurde vom Karlsruher Gericht abgewiesen. Der Verlag will in Berlin mittels 1000 solcher Boxen für 70 Cent die Welt-Kompakt anbieten.
Ab 1. September kommenden Jahres wird es laut Burda-Verlag eine gleichberechtigte Doppelspitze mit Weimer (44) und Chefredakteur Uli Baur (53) geben. Helmut Markwort (73) übergibt die Chefredaktion zum 1. Oktober 2010 und wird als “Erster Journalist” seinen bis zum 31. Dezember 2010 laufenden Vorstandsvertrag mit den Verantwortungsbereichen Focus Magazin Verlag, Broadcast, Verlagsgruppe Milchstraße und Playboy erfüllen. weiterlesen…
Die großen Musiklabels sind mit ihrer Klage gegen die Zulässigkeit der Privatkopie vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert. “Die Verfassungsbeschwerde ist nicht zur Entscheidung anzunehmen. Sie ist unzulässig, weil sie nicht fristgerecht eingelegt wurde”, heisst es in der Begründung des Gerichtes unter ihrem Vorsitzenden Hans Jürgen Papier. weiterlesen…
ProSiebenSat.1 sieht Chancen für Bezahlfernsehen in Deutschland - UPDATE
Abgelegt unter: Fernsehen | Richard Schnabl um 17:04
So richtig auf den grünen Zweig kam das Privatfernsehen in Deutschland noch nie. Von Harald Schmidt als Unterschichtenfernsehen verspottet dümpeln die Sender in den roten Zahlen. Das Problem verstärkt sich noch, da jetzt auch infolge der Wirtschaftskrise die Werbeeinnahmen zunehmend wegbrechen. weiterlesen…
Der Axel Springer Verlag war Ostberlin stets ein Dorn im Auge. Propagandistisch von den DDR-Medien geschmäht und als das Sprachrohr der “Bonner Ultras” ausgemacht, war doch der zweite deutsche Staat bei Springer stets nur die “DDR”. Da war natürlich die Stasi an Interna aus dem Verlag sehr interessiert. Nun liegt ein Forschungsbericht der Autoren Jochen Staadt, Stefan Wolle und Tobias Voigt, erschienen bei Vandenhoeck & Ruprecht Göttingen 2009. (318 S., 19,90 Euro) vor und gewährt Einblicke in die Arbeit des DDR-Geheimdienstes im vom Territorium der DDR umschlossenen West-Berlin. Das Springer-Hochhaus in Kreuzberg befand sich damals in unmittelbarer Nähe der Mauer und in Sichtweite der DDR-Machhaber. Allerdings hatte die Stasi kein großes Glück im Anwerben von Spitzeln aus dem Verlag. Eine Sekretärin trieb es wohl ein wenig mit einem “Romeo”, ein anderer angeworbener Mitarbeiter war nur kurzzeitig im Verlag beschäftigt. Am 10.November 1989 titelte die BZ “Die Mauer ist weg”. Genutzt hat auch die Spitzelei nichts. Heute um 23.30 Uhr zeigt die ARD eine Reportage zum Thema “Bespitzelt Springer”.
Die Kulturzeitschrift Lettre International verklagt BILD und BILD.de. Der Vorwurf des Chefredakteurs Frank Berberich lautet schlicht “Diebstahl geistigen Eigentums”. BILD.de hat den gescannten Text des umstrittenen Interviews mit Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin (wir berichteten) auf seine Webseite gestellt. “Weit über tolerierbare Umfänge hinaus” hätten “Bild” und “Bild.de” das Interview für ihre Zwecke verwendet und weite Passagen zitiert, sagte Chefredakteur Berberich gegenüber dem Branchendienst kress. weiterlesen…
Die US-Zeitungskrise zeigt keine Entspannung sondern verschärft sich noch. Die aktuelle Zahlen des Verlegerverbandes Audit Bureau of Circulations zeigen, dass die Auflagen im Zeitraum von April bis September um ca. 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken sind. Die stärksten Rückgänge verzeichnete der San Francisco Chronicle (minus 26 Prozent) sowie die USA Today (minus 17 Prozent). Damit verschärft sich die Krise des wichtigsten Blattes der Westküste weiter. (wir berichteten) weiterlesen…
Telegraaf, Amsterdam: Es geht um die Finanzen von 82 Millionen Deutschen: Peinlich,peinlich…
Abgelegt unter: Medien, Politik | Richard Schnabl um 23:05
Noch Fragen? Die nächte Frage bitte!
100.000 DM (53884,25 Euro) Hallo Frau Merkel, wirklich nachgedacht? Kassiererin “Emmely” hat zwei Pfandbonds im Wert von 1,30 Euro “unterschlagen” (die nicht ihrer Firma, sondern einem Kunden gehörten, der diese Bons verloren hatte). Trotzdem wurde sie (rechtskräftig) gekündigt. Arbeitsgerichte bestätigen in Deutschland regelmäßig eine Kündigung auch wegen Bagatellen, weil auch bei Nichtigkeiten das “Vertrauensverhältnis des Arbeitgebers zu Mitarbeitern” dadurch irreparabel gestört ist. Rob Savenberg spielt in seiner Frage auf das Vertrauensverhältnis der Bundeskanzlerin zu ihrem zukünftigen Finanzmininister an, das aber nicht gestört zu sein scheint, weil dieser von einem mit internationalem Haftbefehl gesuchten und inzwischen in Untersuchungshaft sitzenden Waffenhändler einen Umschlag mit 100.000 DM Schmiergeld annahm und das in einer Erklärung vor dem Deutschen Bundestag einfach mal vergaß. ??? Noch Fragen?
Der niederländische Journalist Rob Savenberg hat wahrscheinlich nicht nur die Kanzlerin sondern auch die versammelte Schar der deutschen Hofberichterstatter vorgeführt. weiterlesen…
Weil ein Gast in ihrer Fernsehshow offen über Sex gesprochen hatte und Sexspielzeuge präsentierte, ist die 22-Jährige saudi-arabische Journalistin Rosanna al-Yami zu 60 Peitschenhieben verurteilt worden. Der Journalistin wurde vorgeworfen, die Sendung vorbereitet und im Internet beworben zu haben.
Die Talk-Show wurde auf dem libanesischen Satellitenkanal LBC ausgestrahlt, der von dem saudi-arabischen Milliardär Prinz El Walid ben Talal kontrolliert wird, zu dessen Medienimperium auch die Fernsehsender der Rotana-Gruppe gehören. Dass der Studiogast offenherzig über sein aktives Sexualleben sprach, hat in Saudi-Arabien einen Skandal ausgelöst.
“Alle Journalisten werden durch mich bestraft”, sagte die Journalistin der Nachrichtenagentur AFP. Der Mann, der in der Sendung zu Wort kam, war bereits zuvor zu fünf Jahren Gefängnis und 1000 Peitschenhieben verurteilt worden.
UPDATE 27.10. Keine Peitschenhiebe - Wie gemeldet wird, hat der saudiarabische König Abdullah die Journalistin begnadigt.(NZZ)
Die deutschen öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF werden ihre Programme ab dem 1.5.2012 nur noch digital über die Satellitenplattform Astra ausstrahlen. Damit haben Industrie und Handel eine Planungssicherheit von über zwei Jahre. Die Analogabschaltung über Satellit stelle für den Fachhandel eine Riesenchance dar und sei zudem ein kostenloses Konjunkturprogramm für Deutschland, so die Arbeitsgemeinschaft Satellitenempfang e.V. (AG SAT). Analoges Satellitenfernsehen ist damit eindeutig ein Auslaufmodell.
NDR Zapp: Wie die Koalitionäre Journalisten instrumentalisieren
Abgelegt unter: Medien, Politik | Richard Schnabl um 12:53
Für politische Journalisten ist es gerade eigentlich eine spannende Zeit. Dieser Tage bildet sich unsere neue Regierung. An Informationen fehlt es den Journalisten eigentlich nicht. Ein politisches Hintergrundgespräch jagt das nächste. Nur zitieren kann man daraus eben leider nicht. Und so bleibt den Hauptstadt-Journalisten nur, tagaus tagein auf offizielle Statements der Spitzenpolitiker zu hoffen. Die sich aber leider gerade in der großen Kunst der verwirrenden Sprechblasen üben.(NDR-Zapp)
Dass der afghanische Präsident Hamid Karsai die Wahl nun trotz Wahlbetrug nicht im ersten Wahlgang gewonnen hat ist Thema in allen Medien. Über die lange Geschichte der Kriege in Afghanistan liest man leider zu wenig. In seiner Reihe “Hintergrund Politik” vom 21.10.2009 beleuchtete der Deutschlandfunk die vergeblichen Versuche fremder Mächte, über Afghanistan zu herrschen . Vor 20 Jahren scheiterte die Sowjetunion in Afghanistan, heute kämpft der Westen gegen die Kräfte, die er damals unterstützte. “ Damals haben “die USA zum Entstehen der Taliban beigetragen.weiterlesen…
ROG veröffentlicht Rangliste der Pressefreiheit - Deutschland nur auf Platz 18
Abgelegt unter: Pressefreiheit | Richard Schnabl um 10:09
Reporter ohne Grenzen hat die Rangliste der Pressefreiheit 2009 veröffentlicht. Deutschland landet auf dem 18. Platz hinter Dänemark (1) und weiteren 13 europäischen Ländern. Sogar die baltischen Staaten, bis 1991 noch Teil der Sowjetunion, nehmen einen besseren Platz ein als Deutschland. (ROG)
Frank Schirrmacher und Mathias Döpfner zeigen sich empört, ob des Versuches der CDU, den Vertrag von ZDF-Chefredakteur Brender nicht verlängern zu wollen und fordern, die Politik solle sich gefälligst raushalten. Wo kämen wir hin, wenn die Politik sich die Journalisten, die sie kontrollieren soll auch noch selbst aussuchen könnte. weiterlesen…
Im Tagesspiegel findet sich ein längerer Artikel aus der Feder von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Darin heist es: “Zum verantwortlichen Gebrauch eigener Freiheit gehören neben religiösen auch säkulare Werte und Traditionen, die unserem Streben ein rechtes Maß und eine gute Richtung geben. Sie sind Grundlage für orientierte Freiheit.” Das ist in der Tat ein neuer Terminus, den man nicht im Grundgesetz findet, die “orientierte Freiheit”. Als Bürger eines freien Landes galt es bisher als gegeben, dass die Freiheit ihre Grenzen am geltenden Recht findet. weiterlesen…
Abgelegt unter: Fernsehen, Medien | Richard Schnabl um 20:35
Der MDR (Superillu-TV) beantwortet “prinzipiell keine Anfragen von ”Zapp” und es scheint auch im Senderverbund keinen guten Stand zu haben. Das Medienmagazin des Norddeutschen Rundfunks läuft zur späten Abendstunde nach 23 Uhr auf N3, lief aber auch schon im “Ersten”. Wie das Hamburger Abendblattberichtet, wird es wohl im nächsten Jahr nichts mit einem Sendeplatz im “Ersten”, obwohl Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust gegenüber den ARD-Intendanten betonte, wie sehr ihm das NDR-Medienmagazin “Zapp” gefalle”. Kritischer Zeitgeist hat im “Ersten” wohl keine Priorität.
Fox-News: Faktenfreie Meinungsmache auf Stammtischniveau
Abgelegt unter: Ausland, Medien | Richard Schnabl um 12:38
US-Präsident Obama hat bei FOX keinen guten Stand. Jetzt ist der Medienkrieg offen ausgebrochen. Obamas Kommunikationschefin Anita Dunn sagte, dass man den Sender “wie einen Gegner behandeln” werde. Der Nachrichtenkanal FOX unterstützte die Politik von Obamas Vorgänger Bush und fuhr bereits 2007 eine offene Diffamierungskampagne (Obama-Osama) gegen den schwarzen Senator. weiterlesen…
In einem Kommentar für die Bild am Sonntag warnt Springer-Chef Mathias Döpfner die Gruppe um den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, mit ihrem Verhalten das öffentlich rechtliche Rundfunksystem zu gefährden. “Wenn die CDU-Granden bei ihrer anmaßenden Haltung bleiben und den Intendanten Schächter daran hindern, den Chefredakteur seiner Wahl zu halten, riskieren sie viel. Der Intendant wäre entweder konsequent und würde gehen, oder er wäre biegsam, dann dürfte er bleiben, aber wäre überflüssig. Der Ruf des ZDF wäre ruiniert, denn jeder würde verstehen: Hier wählen sich Politiker selbst die Journalisten, die nett über sie berichten.” weiterlesen…
Abgelegt unter: Geschichte | Richard Schnabl um 13:09
Heute vor 20 Jahren musste Erich Honecker seinen Hut nehmen. Der Generalsekretär der SED wurde zurückgetreten. Offenbar war man im innersten Führungszirkel der SED zu der Ansicht gekommen, dass angesichts der Massendemonstrationen und Fluchten über “befreundete Staaten” in den Westen eine Wende eingeleitet werden musste. Selbst der Parteivorsitzende der Blockpartei LDPD Manfred Gerlach hatte sich schon im Zentralorgan der LDPD Der Morgen kritisch über die Zustände in der DDR geäußert (während die CDU der SED die Treue hielt, schaut man in deren Parteiorgan Neue Zeit). Nun war es der Gruppe um Krenz klar: Eine Wende muss eingeleitet werden. Dieser Wende schlossen sich sogar Hardliner wie Stoph, Mielke (Ich liebe doch alle Menschen) und Hager (Tapeten-Kutte) an, was dem Vorhaben sofort die Glaubwürdigkeit nahm. Krenz wollte die DDR auf Perestroika bringen und hoffte, die Bevölkerung zu beruhigen. Er verordnete den Medien eine gewisse Offenheit und stellte ein Reisegesetz in Aussicht. Helfen sollte das der Staatspartei aber auch nicht mehr. Am 4. November demonstrierten in Ostberlin mehr 500.000 Menschen gegen die SED-Herrschaft, am 9.November fiel die Mauer, am 1.Dezember wurde der Führungsanspruch der SED aus der Verfassung gestrichen, im März gab es freie Wahlen, am 1.7.1990 kam die DM und am 3. Oktober die Einheit. Ein knappes Jahr nach der pompösen 40-Jahr-Feier der DDR hatte die DDR aufgehört zu existieren.