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4. Oktober 2009

Rom: 150.000 demonstrierten für Pressefreiheit
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 10:26

Rund 150.000 Menschen haben am Sonnabend in Rom für die Pressefreiheit und gegen das erdrückende Medienimperium von Ministerpräsident Silvio Berlusconi demonstriert.  An der Großkundgebung auf dem Piazza del Popolo beteiligten sich Vertreter der italienischen Oppositionsparteien, der Journalistenverband FNSI und  andere regierungskritische Organisationen. Zur Demonstration - die auch vom europäischen Journalistenverband unterstützt wird - war vom italienischen Journalistenverband aufgerufen worden, nachdem Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi in den vergangenen Tagen mehrere regierungskritische Tageszeitungen verklagt hatte, die über die Skandale rund um sein Privatleben berichtet hatten. Vor einem Gericht in Rom strengt der 73-jährige Milliardär und Medienmogul einen Prozess gegen die linke Zeitung „L’Unita’” an. Von der Chefredakteurin des Blattes, Concita De Gregorio, und weiteren vier Journalistinnen, die zwischen Juli und August über Skandale rund um sein Privatleben berichtet bzw. diese kommentiert hatten, fordert Berlusconi zwei Millionen Euro Schadenersatz. Von der römischen Tageszeitung „La Repubblica” verlangt Berlusconi eine Million Euro.  Auf Transparenten wurden Berlusconis Medienmacht und der daraus resultierende Interessenkonflikt mit seinem Amt als Ministerpräsident angeprangert. Berlusconi kontrolliert de facto das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Italien. Zu seinem Medienkonzern gehören zudem die drei Privatsender der Mediaset-Gruppe. Oppositionschef Franceschini: “Protest beweist, dass die Italiener noch reaktionsfähig sind” In London demonstrierten 300 Italiener vor dem BBC-Gebäude für den Erhalt der Pressefreiheit in Italien, um die internationalen Medien zur Kontrolle der Sitation in Italien aufzufordern. Berlusconi hatte die Demo im Vorfeld als “absolute Farce” bezeichnet. In keinem anderen westlichen Land sei die Freiheit so groß wie in Italien, sagte Berlusconi. Die Medienfreiheit sei in Italien nicht gefährdet, “da er als TV-Zar und Ministerpräsident einen Großteil der Presse und des Fernsehens kontrolliere”.

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Titelfoto: Denis Balibouse/ Solar Impulse, Alex Häsler
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