12. Oktober 2009
Journalistik-Journal: Eine Minute für den Quellencheck
“Zeitnot und Arbeitsverdichtung beherrschen den redaktionellen Alltag, Journalisten verzichten auf Überprüfungsrecherchen und aufwändige Recherche-Methoden, die rasche Verarbeitung von PR-Informationen ersetzt journalistische Kerntätigkeiten. Wie die Recherche unter die Räder gerät – ein Überblick.” So beginnt der überaus interessante Artikel in der Zeitschrift Journalistik-Journal des Instituts für Journalistik der Technische Universität Dortmund.
Einen Artikel über den Einfluss der PR auf den gebührenfinanzierten MDR lesen Sie auf carta.info. Ob MDR-Rundfunkrat Heiko Hilker sich mit seinen Gedanken beim wenig kritischen “Super-Illu Sender” wird durchsetzen können, ist aber mehr als zweifelhaft. “Schließlich ist der MDR nicht gerade für investigativen Journalismus bekannt”, schreibt Hilker. Aus der MDR-Pressestelle verlautet in diesem Zusammenhang, dass “Anfragen von Zapp „generell“ nicht beantwortet” werden. Wahrscheinlich ist dem Hofberichterstattungssender das NDR-Magazin Zapp zu kritisch. “Schließlich wollte er nach einem verpatzten Althaus-Auftritt im Duell der Spitzenkandidaten kurzfristig und wenige Tage vor der Wahl zur besten Sendezeit Angela Merkel exklusiv präsentieren“, was als einseitige Beeinflussung der Land- und Bundestagswahlen interpretiert wurde.
Wenn Journalisten für Recherche, geschweige denn für investigative schon keine Zeit mehr haben, ist das ein Trauerspiel der Medien. Genügend Zeit für “das tägliche Aufplustern … (von) Nichtigkeiten durch rituelles Interpretieren und Halluzinieren”, scheinen sie aber noch zu haben, stellt Stefan Niggemeier in seinem Blogeintrag “Der blanke Wahn” fest.




