Berufsgeheimnisträger: DJV appelliert an Union und FDP
Abgelegt unter: Pressefreiheit | Richard Schnabl um 12:37
Der Deutsche Journalisten-Verband ruft Union und FDP dazu auf, im Koalitionsvertrag am Schutz von Journalisten als Berufsgeheimnisträger festzuhalten. Die Ungleichbehandlung von Berufsgeheimnisträgern muss ein Ende haben.
Es sei zwingend erforderlich, betonte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken, dass der Schutz nicht nur auf Anwälte erweitert werde, wie es jetzt festzustehen scheine, sondern auch auf Journalisten. weiterlesen…
Sarrazin-Debatte: Bildungsunwillige Migranten seien das Problem
Abgelegt unter: Medien, Politik | Richard Schnabl um 11:59
Sarrazins Thesen (Vor allem große Teile der arabischen und türkischen Einwanderer seien weder integrationswillig noch integrationsfähig…Jeder, der bei uns etwas kann und anstrebt, ist willkommen; der Rest soll woanders hingehen.” Quelle: Zeitschrift “Lettre”) haben zu einer breiten Debatte in den Medien geführt. Sarrazins einfache Erklärungsversuche haben leider nur einen Nachteil: Die Fakten stimmen nicht. weiterlesen…
Dass der Focus seine Auflage über Jahre künstlich aufgebläht hat u.a. mit kostenlosen Bordexemplaren, war branchenintern gut bekannt und führte zu dem Bonmot, dass der Focus in der Luft mehr gelesen wird als am Boden. Nun hat der Focus massiv an verkaufter Auflage, darunter ein Viertel seiner Abonnenten verloren. weiterlesen…
Der Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat den Versuch der Einflussnahme der Politik auf das ZDF scharf kritisiert. Es geht um die Pressefreiheit. Hintergrund ist der Versuch des hessischen Ministerpräsidenten Koch, Einfluss auf die Besetzung der Chefredaktion des Senders zu nehmen (wir berichteten). Ministerpräsidenten sollten überhaupt nicht in Verwaltungsräten von öffentlich-rechtlichen Sendern sitzen und über die Verträge eben der Journalisten entscheiden, die anschließend wieder kritisch über sie berichten sollten. “Es geht um die Demarkationslinie zwischen Journalismus und politischer Macht”, sagte Schirrmacher. Seiner Meinung nach werde hier eine “elementare Grenze” überschritten. ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender hat am Mittwoch in Köln den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus bekommen. ZDF-Intendant Schächter war bei dieser Preisverleihung demonstrativ anwesend. weiterlesen…
Abgelegt unter: Medien, Umwelt | Richard Schnabl um 12:15
Während in den Medien über die Erderwärmung und den Klimawandel breit berichtet wird, bleibt eine wichtige Zukunftsfrage aussen vor: Was geschieht mit dem Atommüll, wer finanziert die Endlagerung der Rückstände der angeblich sauberen “Brückentechnologie” in den nächsten Jahrhunderten? Bis heute ist die Endlagerfrage nicht geklärt. In sibirischen Weiten lagern abgebrannte Brennstäbe und andere radioaktive Rückstände der Urananreicherung und verstrahlen die Umwelt. Französische und deutsche radioaktive Abfälle sollen nach Russland verbracht worden sein. Sehen Sie dazu auch einen Film von arte.
Den Medien geht es zurzeit nicht allzu gut, sinkende Auflagen, geringere Werbeeinnahmen. Die Konsequenz: Weniger Personal in den Redaktionen, geringere Honorare für die Freien. So wenig, dass man davon nicht mehr leben kann. Zapp hat recherchiert.
Die beiden nationalen Hörfunkprogramme Deutschlandfunk (Köln) und Deutschlandradio Kultur (Berlin) werden um ein drittes Programm erweitert. Das Programm unter dem Namen DRadio Wissen startet im Januar 2010. Es wird nur digital über Satellit (Astra) und im Kabel ausgestahlt sowie als Livesteam im Internet empfangbar sein. Schwerpunkt des Programmes sollen Wissensthemen aus Politik,Kultur, Wissenschaft, Technik und Geschichte sein. “Ein intelligentes Wissensprogramm fehlte bisher in der bundesdeutschen Radiolandschaft” sagte Erwin Vetter, Vorsitzender des Hörfunkrats, in Berlin. Das Programm, welches auch Musikanteile beinhalten soll, wendet sich an eine jüngere Zielgruppe.
Die traditionsreiche Abendzeitung «Evening Standard» (Mehrheitseigentümer ist der russische Milliardär Alexander Lebedew) wird vom 12. Oktober an kostenlos verteilt. Das Blatt erscheint seit 182 Jahren, sein aktueller Verkaufspreis betrug 50 Pence. Damit sei die Auflage von täglich 250.000 Exemplaren unrentabel. Um das traditionsreiche Blatt zu retten, möchte man zukünftig 600.000 Exemplare kostenlos verteilen und so über Werbung Gewinne realisieren. Ob die Rechnung aufgeht, steht in den Sternen, hat doch erst vor zwei Wochen R. Murdoch das Gratisblatt «The London Paper» mangels Erfolg eingestellt. Zahlreiche Gratiszeitungsprojekte sind in den letzten Jahren in Europa gescheitert, was der norwegische Schibsted-Verlag leidvoll zum Beispiel mit dem Projekt “20 Minuten Köln” erfahren musste.
Der Nachrichtenkanal Al Jazeera aus Doha/Katar hat längst Maßstäbe für seriösen Nachrichtenjournalismus gesetzt. Jetzt geht auch die Fluggesellschaft Qatar neue Wege. Sie betreibt weltweit das erste Passagierflugzeug, welches herkömmliches Kerosin zur Häfte durch Erdgas ersetzt. Der Einsatz von Erdgas in der Antriebstechnik ist ein großer Beitrag für den Umweltschutz. weiterlesen…
“Zeitnot und Arbeitsverdichtung beherrschen den redaktionellen Alltag, Journalisten verzichten auf Überprüfungsrecherchen und aufwändige Recherche-Methoden, die rasche Verarbeitung von PR-Informationen ersetzt journalistische Kerntätigkeiten. Wie die Recherche unter die Räder gerät – ein Überblick.” So beginnt der überaus interessante Artikel in der Zeitschrift Journalistik-Journal des Instituts für Journalistik der Technische Universität Dortmund. weiterlesen…
Erstmals in ihrer Geschichte könnte die Süddeutsche Zeitung in diesem Jahr dem Vernehmen nach in die Verlustzone geraten. Als Grund werden die schlechte Situation auf dem Anzeigenmarkt und die hohe Mietzahlung für das neue, am Stadtrand befindliche Verlagsgebäude benannt. weiterlesen…
Jürgen Todenhöfer: Die USA haben den Irak nicht befreit, sie haben ihn vergewaltigt
Abgelegt unter: Ausland, Politik | Richard Schnabl um 10:08
“Betonmauern, Schießtürme, Leben im Mangel: Die USA haben den Irak nicht befreit, sondern vergewaltigt und zerbrochen”, schreibt Jürgen Todenhöfer in einem Reisebericht aus dem Irak in der Berliner Zeitung. Jürgen Todenhöfer , geboren 1940, CDU-Poltiker gilt als Nahost-Experte. Die Lage im Irak schildert er so: “Westliche Politiker, die trotzdem von einer “deutlich verbesserten Sicherheitslage” schwärmen, und die die Irakstrategie der USA am liebsten auf Afghanistan übertragen würden, waren noch nie wirklich in Bagdad. Ihr Ziel sind stets nur einige verschanzte Sicherheitstrakte im Inneren der Stadt - in der “Grünen Zone” oder im Stadtteil Mansour, wo sich die Deutsche Botschaft eingegraben hat. Unsere Diplomaten dürfen das zubetonierte Botschaftsgelände nicht eine Minute verlassen. Sie leben im “geschlossenen Vollzug”. Nur der deutsche Botschafter darf mit seiner GSG-9-Truppe manchmal in benachbarte Festungsanlagen. Wie sich Politiker in dieser verbarrikadierten Scheinwelt ein Urteil über die Lage im Irak bilden, bleibt ihr Geheimnis.”
Foto: United States Marine Corps Lizenz: CC
“Eine ganze Reihe von Tageszeitungen und Zeitschriften steht weiter in einem verzweifelten Kampf um ihre Existenz. Sehr viele deutsche Zeitungen und Zeitschriften werden niemals auf einen grünen Zweig kommen, solange sie weiter von falschen Leuten gemacht werden. Heute gibt es keine Rechtfertigung mehr für einen Zustand, unter dem bei vielen Zeitungen Ignoranten für Verlag und Redaktion verantwortlich sind. Stattdessen erleben wir, dass Nichtskönner, die mit unsäglichen Anstrengungen aus Zeitungsunternehmen hinauskomplimentiert werden, riesige Abfindungen erhalten, damit sie überhaupt gehen und die Fachleute ans Ruder lassen.” Zitat Ende, 59 Jahre alt, ich mache es mir natürlich ausdrücklich nicht zu eigen, und am Rande bemerkt: Als Bundespräsident darf man zuweilen ja gar nicht so sprechen, wie man zitieren kann.”
Dieses Zitat von Hans Georg von Studnitz aus dem Jahre 1950 benutze der Bundespräsidenten in seiner Ansprache anlässlich der Veranstaltung “60. Jahre Bundespressekonferenz”. Der Satz ist heute aktueller denn je. weiterlesen…
Heute vor 20 Jahre entschied sich das Schicksal des SED-Regimes in Leipzig. Bei einer Demonstration auf dem Leipziger Ring wagte es das DDR-Regime nicht, die in den Seitenstrassen aufgefahrenen Polizeieinsatzkräfte mit Wasserwerfern und Räumfahrzeugen gegen die rund 70000 Demonstranten im Anschluss an die montäglichen Friedensgebete einzusetzen.
Foto: Friedrich Gahlbeck - Bundesarchiv-Bild-183-1990-0922-002-
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“”Rebmanns Welt ist Oberndorf”, heißt es im Verlag. Kommunizieren sei seine Sache nicht. Den journalistischen Anspruch einer Qualitätszeitung betrachte er als Luxus. Hauptsache, dass die Erlöse stimmen. Rebmann sagt zu alldem nichts. Der Mann, dem kaum einer traut, ist misstrauisch, erst recht Journalisten gegenüber”, schreibt Ulrike Simon in der FR. Auch bei uns war das Gebahren des nach Axel Springer zweitgrößten deutschen Zeitungsverlages, der Südwestdeutschen Medienholding(SWMH) wiederholt Thema. weiterlesen…
Die neue Studie des DJV belegt, dass die Medienkrise bei den freien Journalisten zu deutlicheren Einbußen führt als bei den Festangestellten. Freie müssen heute mehr arbeiten, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen als noch vor 10 Jahren. Die Studie des DJV ist als PDF abrufbar.
Dritter Todestag von Anna Politkowskaja, Moskau verweigert ROG die Einreise
Abgelegt unter: Pressefreiheit | Richard Schnabl um 22:27
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Reporter ohne Grenzen (ROG) ist empört über die Entscheidung der russischen Behörden, zwei Vertretern der Organisation die Einreise nach Moskau zu verweigern. Die beiden sollten dort an einer Pressekonferenz anlässlich des dritten Todestags von Anna Politkowskaja teilnehmen.
Historisches Datum: 6.Oktober 1989 - Fackelzug der FDJ zum 40. Jahrestag der DDR
Abgelegt unter: Geschichte | Richard Schnabl um 21:26
Heute vor 20 Jahren, am Vorabend des 40. Jahrestages der DDR stand Erich Honecker und die Gerontokratenriege des Politbüros der SED zum letzten Mal auf einer Tribüne, um einen Fackelzug der “Kampfreserve der Partei”, der Jugendorganisation FDJ “abzunehmen”. Das Ereignis war für den Parteiführer aber nicht allzu erfreulich. weiterlesen…
Ist es die Aufgabe des gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Fernsehens, Werbung für Boulevardmedien zu machen? Bei MDR (”Superillu-TV” - Grundversorgung mit PR-Müll für 17,03 €) und ZDF könnte man fast den Eindruck bekommen, dass hier mit Gebührengeldern für diese Produkte und nebenbei auch noch für andere Dinge auf Kosten der Gebührenzahler Werbung gemacht wird. weiterlesen…
Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall hat sich die Situation nicht nur in Mitteleuropa verändert - auch für Journalisten. Berliner Journalisten arbeitet mit Hochdruck am Titel-Thema “20 Jahre Mauerfall” und will dabei die stereotypen Geschichten vermeiden. Unterwegs im Südkaukasus sind wir auf den Spuren der aktuellen Ereignisse. Das Institute for War & Peace Reporting (IWPR) in Tblissi, Georgien, ermöglicht uns die Teilnahme an einer Militärübung unter realistischen Bedingungen.
Redaktionsmitglied Bernd Lammel fotografiert im Kaukasus - Kommunikation mit Elitekämpfern in Extremsituation funktionert nur mit Sprachkenntnissen / Foto: Maia Avaliani
Dem IWPR geht es dabei nicht um das Gegeneinander, sondern um das journalistische Verstehen der Extremsituationen. Journalisten aus der ganzen Region - aus Georgien, Aserbaidshan und Armenien - nehmen an der Übung teil. Wie sie die Kampfhandlung später beurteilen werden, soll der Austausch der Standpunkte am Folgetag zeigen. In der Militärübung erleben die Journalisten das Szenario des Angriffs auf Seperatisten, die im Verlauf des Manövers, einem Gegenangriff, TV-Journalisten als Geiseln nehmen. Lesen Sie die ganze Story in der nächsten Printausgabe von Berliner Journalisten, die Anfang November erscheint.
- direkt aus Tblissi am 5. Oktober 2009 -