7. November 2009
Jeff Jarvis: Content ohne Links hat keinen Wert

Foto: Robert Scoble (Lizenz CC2.0)
Auf den Münchner Medientagen hat Professor Jeff Jarvis den alteingesessenen Printvertretern einen gewaltigen Tritt in den Hintern verpasst – übrigens via Skype live von seinem Arbeitszimmer in New York. Seiner Meinung nach sind die Zeiten vorbei, als viele Kopien unserer Werke verkauft werden konnten. „Jetzt gibt der Link dem Content seinen Wert“, so Jarvis. Oder andersherum: Content ohne Links hat keinen Wert. DuMont Schauberg will die Netzeitung schließen, für die 12 Kollegen gibt es im Verlag keine Verwendung, sie werden einfach entlassen. Holtzbrinck schloss Zoomer.de, weil es sich nicht “rechnete” und Hubert Burda klagt über “schleichende Enteignung”. Neue Technologien werden kurzfristig überschätzt, aber in ihrer Langfristwirkung häufig unterschätzt. Jarvis: „Wir sind es gewohnt, uns über Print zu definieren. Aber unsere Leserschaft definiert uns über den Wert einer News für sich selbst“. (horizont.net) Für einige Verleger scheint “Paid Content” der Weg in eine wirtschaftliche Zukunft zu sein. Ob die Rechnung aufgeht, ist fraglich. Das Problem ist nämlich der unberechenbare User, ” der sich vermutlich ohne Probleme auf anderen Webseiten weiterhin gratis beschenken lässt, sobald ihm seine Lieblingssite den kostenlosen Zugang verwehrt. Zurück bleibt eine Website ohne Content-Einnahmen, weil ohne User, aber auch ohne Reichweite und damit ohne Chance auf Werbefinanzierung”, meint Doris Raßhofer auf Horizont.net.




