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25. November 2009

Die Demokratie braucht eine funktionierende Öffentlichkeit
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 17:44

Die Wirtschaftsjournalistin Ursula Weidenfeld bringt es auf den Punkt: Die demokratische Gesellschaft “braucht eine Öffentlichkeit, in der der Diskurs des Gemeinwesens stattfinden kann – über auseinanderdriftende Mediengenerationen hinweg.” Über Bezahlung zu diskutieren ist zwar wichtig, sei aber nicht das Wichtigste.
Auch in diesem Blog sind die Themen Medienkrise und Qualitätsjournalismus stets präsent. Die Auflagen der Zeitungen sinken, Qualitätsjournalismus scheint unbezahlbar zu werden.  Die Generation 40+, sofern gebildet und nicht ganz unvermögend, liest Zeitung, die Jugend, also die Generation -30 bezieht ihre Informationen gewöhnlich aus dem Netz. Die Verlage sprechen von Diebstahl, fordern ein Leistungsschutzrecht, die Netzgeneration schüttelt nur den Kopf. “Qualitätsmedien sind für die Klugen, aber nicht für die Dummen. Sie sind für die Alten, nicht für die Jungen”, schreibt Ursula Weidenfeld. In einer Gesellschaft gibt es Konflikte, unterschiedliche Positionen, die auch im nebenpolitischen Raum formuliert und diskutiert werden müssen. Als Mitglied der Gesellschaft möchte man sich ein Urteil bilden können, möchte man lesen, was wichtig ist und was nicht. Auch darf die Politik nicht den Politikern alleine überlassen werden. Politik bedarf in der Demokratie der Kontrolle. Das geht nicht ohne generationsübergreifende Medien, die Menschen aller Generationen zur Meinungsbildung dienen können. Dieser Austausch zwischen den Generationen wird immer wichtiger für die Gesellschaft, “eine Gesellschaft, die auf absehbare Zeit nichts mehr aus dem Zuwachs zu verteilen hat, steht vor einer Zerreißprobe. Zumal die deutsche Gesellschaft, die keine Erfahrung mit solchen Übungen hat. Zumal die deutsche, in der die Interessen der Älteren durch die schiere Zahl immer gewichtiger, die wichtigeren der Jungen durch ihre Unterzahl dagegen die Tendenz haben, an den Rand gedrängt zu werden”. Dr. Ursula Weidenfeld appelliert, für den gesellschaftlichen Dialog über Generationsgrenzen hinweg einen ”angemessenen Ort für ihren Austausch zu finden. … Daneben ist die Frage, wer wann was bezahlt, zwar für die Verlage und auch für die neuen Medienunternehmer existenziell, aber für die gesamte Gesellschaft ist sie zweitrangig.”
(Carta.info)

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Aktuelles Heft Nr. 3-2010
Titelthema:
Europa

Titelbild: NDR/Pro7, Willi Weber







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