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4. Dezember 2009

Bezahlsender Sky: Kein Ende der Misere
Abgelegt unter: Fernsehen | Richard Schnabl um 16:44

Fernsehen, das die Welt nicht braucht: Premierenachfolger Sky Deutschland hat schon wieder 116 Mio Euro versenkt und damit den Vorjahresverlust von 89 Mio Euro locker überboten. Das Drama, in Deutschland erfogreich Pay-TV einführen zu wollen, zieht sich jetzt schon 15 Jahre hin. Einst hatte Leo Kirch versucht, mit seinem “Digitalen Fernsehen DF1″ das deutsche Publikum zu begeistern, am Ende stand die Pleite. Dann kam als Retter Georg Kofler, ein fernseherfahrener Südtiroler, der seine Hoffnung auf viele Abonnenten setzte, die für 5 Euro einen Kanal abonnierten und so für eine stattliche Abonnentenzahl sorgten. Bis zu 4,5 Mio Abonnenten sollten bei den Aktionären Eindruck schinden, konnten aber die defizitäre Finanzlage des Senders auch nicht beenden. Kofler verkaufte alle seine Aktien und ging. Zwischenzeitlich sollten auch noch die Schwarzseher an der Misere schuld sein, trotzdem ging es auch nach der Umstellung des Verschlüsselungssystem nicht aufwärts. Die Schwarzseher hatten sich offenbar sattgesehen und dachten nicht daran, zukünftig mit einem Abo Geld in die Kasse des Senders zu spülen. Rupert Murdoch, erfolgreicher Pay-TV Betreiber in England (BSkyB) und Italien (Sky) übernahm den Laden und erhöhte erst mal die Preise. War früher das Premierevergnügen für etwa 20 Euro zu haben, werden jetzt erst mal knapp 17 Euro Grundgebühr fällig, die einem dann obskure Kanäle, wie den Heimatkanal oder Beate Uhse TV auf den heimischen Bildschirm liefern. Für Blockbuster, Sport oder Fußball ist jeweils ein Zusatzpaket zu buchen. Dass sich in den letzten Jahren die Bedingungen am deutschen Fernsehmarkt für Premiere/Sky eher verschlechtert haben, scheint den Strategen noch nicht richtig bewusst zu sein. Sky hat nämlich längst sein wichtigstes Verkaufsargument verloren, die Exklusivität. War bei Einführung des Digitalfernsehens die hervorragende digitale Bildqualität durchaus ein Vorteil von Premiere, so befindet sich heute in nahezu jedem Fernsehhaushalt ein DVD-Player und im Supermarkt gibt es DVD´s im Aktionsverkauf für 5 Euro, den neuesten Harry Potter für 8,90 Euro. Bei Sky läuft dieser Film dann im nächsten Jahr, empfangbar mit dem Zusatzpaket Sky Cinema. Wer den Film bis dahin noch nicht gesehen hat, kann auch auf die kostenlose Ausstrahlung auf ProSieben warten. Außerdem bieten die Kabelgesellschaften ihren Kunden auch Zusatzangebote, die durchaus in Konkurrenz zu Sky stehen. Die Kabelgesellschaften haben außerdem den Vorteil, dass sie den Kunden bereits haben, ihm also lediglich ein Zusatzangebot verkaufen müssen, dass über den schon vorhandenen Kabelreceiver läuft, für Sky auch ein nicht zu unterschätzender Nachteil. Die Satallitenkunden dürften auch nicht viel vermissen, da über Astra etwa 40 deutschsprachige Sender frei empfangbar sind. Die privaten Senderketten ProSiebenSat1 und RTL planen ebenfalls, in Zukunft gebührenpflichtige Programme anzubieten. Jetzt wird schon ein HD+ Angebot verkauft, für das ab 2011 ebenfalls eine Gebühr (etwa 50 Euro/Jahr) fällig wird.  Da bleiben fast keine Wünsche offen. Bliebe noch die Fußball-Bundesliga. Ob mehr als 2 Mio Zuschauer die Spiele live sehen wollen, scheint zweifelhaft. Die ARD Sportschau zeigt die Zusammenfassung im Vorabendprogramm. Das scheint den meisten Fans zu genügen. Derzeit hat Sky nach eigenen Angaben 2,4 Mio Abonnenten. Um wirtschaftlich zu sein, werden etwa 3,4 Mio Abonnenten benötigt. Sky selbst wirbt mit dem Slogan: Für das Besondere zahlen. Aber dafür muss man auch was Besonderes anbieten. Der Sender konnte seit seiner Gründung das Publikum nicht überzeugen, seit seinem Börsengang  die Aktionäre aber auch nicht. Mehr als 32 Euro kostete die Aktie bei der Emission 2005. Am Donnerstag lag der Kurs bei 2,32 Euro. Jetzt soll erst mal wieder ein Personalwechsel helfen. Mark Williams verlässt den Sender zum 31. März 2010. Nachfolger wird Brian Sullivan (47), der derzeit noch beim britischen Pay-TV-Sender BSkyB tätig ist.

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Titelthema:
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Titelbild: NDR/Pro7, Willi Weber







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