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17. Dezember 2009

Schweres Geschütz: Jetzt reden die Soldaten
Abgelegt unter: Medien, Politik | Richard Schnabl um 13:30

Bild schreibt: “250 000 Soldaten dienen in der Bundeswehr. Seit Gründung 1956 sind 3100 von ihnen im Dienst gestorben, 36 von ihnen im immer gefährlicheren Afghanistan gefallen. Aber in Deutschland tobt die Debatte, ob ein Kriegseinsatz Krieg ist. Kurzum: Die Diskussion um die Luftschläge von Kunduz macht die Soldaten wütend.” Verfolgt man den Text weiter, ergreift Bild, das die Kampagne maßgeblich ins Rollen brachte, jetzt Partei für den Verteidigungsminister (”eine Soldatin bittet, treten Sie nicht zurück”). In Wirklichkeit geht es um ganz andere Dinge: “Jetzt wird die Karte aller Kriegstreiber in der Geschichte gespielt: Das Schicksal der Soldaten, die die Kriegstreiber erst in den Krieg geschickt und ihr Leben aufs Spiel setzen lässt, wird gegen diejenigen ausgespielt, die gegen den Krieg sind, die das Völkerrecht auch im Krieg oder einfach nur die Wahrheit retten wollen. Die Menschen, die für den Frieden eintreten, die auf die Einhaltung des militärischen Mandats achten oder die einfach nur wollen, dass mit dem Krieg nicht gleich die Wahrheit mit stirbt, sie alle sollen mit dem zynischen Argument, im Krieg ist alles anders, da geht es um Leben und Tod, in die unpatriotische, ja vaterlandslose oder jedenfalls in die unmoralische Ecke gestellt werden, unseren „Söhnen und Töchtern im Feld“ in den Rücken zu fallen”, schreibt Dr. Wolfgang Lieb auf Nachdenkseiten.
Für die Süddeutsche sagt Guttenberg schlicht die Unwahrheit und der Spiegel schreibt: “Es steht Aussage gegen Aussage, Mann gegen Mann: Mit seinem Lügenvorwurf bringt Ex-Generalinspekteur Schneiderhan Verteidigungsminister Guttenberg in Not. Für den Panzeroffizier geht es um die Ehre, für den CSU-Shootingstar ums politische Überleben. Am Ende könnten beide verlieren.”
Michael Spreng schreibt: “Wenn die Opposition angeblich wusste, dass es bei dem Bombardement auch um die Tötung von Taliban (unter Inkaufnahme ziviler Opfer) gegangen sei, dann wusste er dies doch erst recht. Dann wäre seine Erklärung am 6. November ein bewusster Täuschungsversuch gewesen. Und warum hat er dann noch Generalinspekteur Schneiderhan und Staatssekretär Wichert entlassen, wenn alles Wesentliche schon Anfang November bekannt war? Und wieso wartete er dann noch bis zum 3. Dezember, um seine Einschätzung zu korrigieren? Die entscheidenden Fakten waren doch laut eigener Aussage schon Anfang November bekannt. Sonst könnte er doch daraus heute keinen Angriff gegen die Opposition konstruieren”, und meint, Guttenberg schoss ein Eigentor. (Spengsatz)

“Der Minister kämpft um Ruf und Posten. Es könnte eng für ihn werden. Die FDP fordert mehr Aufklärung, der entlassene Generalinspekteur wirft ihm Lügen vor, die Kanzlerin fühlt sich über den Luftangriff uninformiert. Guttenberg wähnt die Debatte nah am “Klamauk”, so die FTD.
“Der entlassene Generalinspekteur der Bundeswehr, Schneiderhan, ist ein ehrenwerter Mann. Wenn dieser Mann den Verteidigungsminister zu Guttenberg der Lüge zeiht, dann wiegt dieser Vorwurf schwer”,schreibt die Augsburger Allgemeine.
Der Tagesspiegel beobachtet einen Parlamentsfotografen. “”Ich hab’ Guttenberg auf der Flucht“, sagt er. Das Bild dürfte ab jetzt häufiger Verwendung finden. Guttenberg, 37 Jahre, Star der CSU und des zweiten Kabinetts Merkel, hat sich selbst in hohem Tempo in das Zentrum einer Affäre manövriert, die ihn ursprünglich gar nichts angeht.”
Die Sächsische Zeitung meint trocken: „Der Lack ist ab“

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Titelthema:
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Titelbild: NDR/Pro7, Willi Weber







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