20. Dezember 2009
Hamburg: Konzertfotografen protestieren gegen Musikmanagement
Die Behinderung der Berufsausübung durch das Management der Band Rammstein für die Bühnenfotografen führte in dieser Woche zu einem gemeinsamen Boykott des Konzertes durch die Fotografen. Die Hamburger Morgenpost druckte, um den Protest zu unterstreichen anstatt eines Fotos der Band nur eine schwarze Fläche und wies auf den Skandal hin.
Schon im November schrieb der DJV-Bundesverband in einer Pressemitteilung: ” Der Deutsche Journalisten-Verband hat die Band Rammstein aufgefordert, ihren Fotovertrag für Konzertfotografen sofort zurückzuziehen. „Der Vertrag begrenzt die Verbreitungsmöglichkeiten von Konzertfotos nicht nur in unerträglicher Weise auf ein einziges, namentlich zu bezeichnendes Medium. Unakzeptabel ist insbesondere, dass Rammstein die Bilder gratis für eigene Zwecke nutzen will“, kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Mit dem Vertrag zur Akkreditierung für die aktuelle Rammstein-Tournee sollen Bildjournalistinnen und -journalisten der Band gestatten, Fotos für die Nutzung auf Webpages von Rammstein oder dem Management der Band ohne gesonderte Vergütung abzubilden.” Damit folge die Band dem Beispiel internationaler Künstler. Unser Redaktionsmitglied, der Bildjournalist Bernd Lammel hatte bereits im Februar in Berlin mit dem Management der Band “17 Hippies” ähnliche Erfahrungen gemacht. Eine dem Ereignis angemessene Berichterstattung wurde nicht genehmigt, Fotografieren sollte dort nur bei den ersten drei Titeln erlaubt sein, “ein mediales Ärgernis im Admiralspalast“. Der Boykott des Hamburg-Konzertes von Rammstein sollte als Aufruf, sich den Versuchen der Einschränkung der Pressefreiheit entgegenzustellen verstanden wissen. Vielleicht wäre es an der Zeit mit einem Grundsatzurteil die Situation juristisch zu klären. Schließlich ist es Aufgabe der Presse, die Öffentlichkeit über öffentliche Ereignisse, dazu zählen Sportereignisse genauso wie Konzertveranstaltungen, umfassend zu informieren.





