25. Dezember 2009
Krieg in Afghanistan: Bischöfin Margot Käßmann fordert geordneten Abzug der Bundeswehr
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, hat den Krieg in Afghanistan scharf verurteilt und den geordneten Abzug der Bundeswehr verlangt. Im Interview der Berliner Zeitung erinnerte sie zu Weihnachten an die Friedensbotschaft der christlichen Kirchen und forderte eine zivile Lösungsstrategie für Afghanistan. “Es gibt keinen gerechten Krieg”, sagte Käßmann.
Foto: D-Foto Bernd Lammel
Aus christlicher Sicht sei, was in Afghanistan geschehe, “in keiner Weise zu rechtfertigen”, sagte Käßmann und erklärte: “Es kann nur darum gehen, zu fragen, wie wir einen geordneten Rückzug antreten und wie eine zivile Lösungsstrategie gefunden werden kann.” Diese Strategie werde aber bislang nicht einmal gesucht, kritisierte die Bischöfin. Deutschland stelle nicht nur das drittgrößte Kontingent der Streitkräfte in Afghanistan, sondern sei auch der drittgrößte Rüstungsexporteur der Welt. “Wir verdienen auch noch an den Kriegen, die wir dann beklagen”, so Käßmann. (Berliner Zeitung) “Auch nach den weitesten Maßstäben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist dieser Krieg so nicht zu rechtfertigen. Deshalb, denke ich, muss die gewalttätige Auseinandersetzung möglichst rasch beendet werden. Wir brauchen eine klare Exit-Strategie….Reden müssen wir aber auch über die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass Deutschland nach den USA und Großbritannien die drittstärkste externe Militärmacht ist im Rahmen der Eingreiftruppe Isaf.” (Neue Presse)




