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11. Januar 2010

App in die Zukunft - Rettet der i-Slate den Verlegerjournalismus
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 12:41

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Steve Jobbs hat mal wieder eine Idee und die Verlegerbranche horcht auf. Die Idee heisst “iSlate”, sowas wie ein iPhone im Maxiformat. Damit lassen sich Apps, die Online-Zeitungen der Zukunft komfortabler lesen. Außerdem hoffen die Verleger, mit den Apps mal wieder so richtig Geld zu verdienen, gibt es im Internet bekanntlich alles “umsonst”. Während mit Online-Werbung auf Internetseiten  “nur ein paar lausige Pennies” (Hubert Burda) zu verdienen seien, könnten die iPhone Apps mal wieder Geld in die Kasse bringen.Der elitäre iPhone User ist vielleicht eher bereit für Content zu bezahlen als der egalitäre Computer-User, der in den Weiten des www immer ein passendes Kostenlos-Angebot findet. Zu deutsch: Da das Suchen von Inhalten auf dem iPhone etwas mühsam ist, ist man eher bereit für das von den Verlagen bereitgestellte Online-Angebot App zu bezahlen. Man bezahlt also nicht wegen der Inhalte sondern für den Service der mundgerechten Aufbereitung. Mit dem iSlate könnte das Geschäft so richtig ins Rollen kommen. Auf dem Gerät ließen sich Zeitungsartikel wegen des größeren Formates besser lesen und das Abonnement einer Tageszeitung könnte wesentlich billiger angeboten werden als die gedruckte Zeitung, da alle Druck-, Transport- und Vertriebskosten entfallen. Es muß nur noch die layoutete Seite zum Abonnenten übertragen werden, die Onlinekosten übernimmt dann auch noch der User über seine Flatrate. Die aktuelle Tageszeitung steht  nach Redaktionsschluss zur Verfügung und kann sofort übertragen werden. In den Redaktionen könnte ein gleitender Redaktionsschluss eingeführt werden, denn der User, der schon um 22 Uhr “seine” Zeitung haben möchte, bekommt die 22 Uhr-Ausgabe übertragen, der Frühaufsteher eine aktualisierte 5 Uhr Ausgabe und der Langschläfer die 10 Uhr- Ausgabe, Headline-News kommen zwischendurch. Auch kann der Abonnent Schwerpunkte setzen, die für ihn spezialisierte Tageszeitung mit Nachrichten aus seinem Kietz wäre möglich, auch Bewegtbilder und Bildstrecken, die drucktechnisch nicht umsetzbar sind, finden Eingang in die Zeitung von morgen (Harry Potter lässt grüßen).  Das aufwendige Nachliefern der Zeitung an die Urlaubsadresse entfällt, da das Netz ja bekanntlich weltweit ist. Ein weiterer Vorteil für den User besteht in der Speichermöglichkeit. So lässt sich die Filmkritik eben vor oder nach dem Besuch des Films noch einmal schnell nachlesen ohne in einem Stapel alter Zeitungen noch einmal nachwühlen zu müssen oder den Artikel ausgeschnitten zu haben.
Teuer dürfte für Verlage die Übergangszeit werden. Mit dem Anwachsen des Online-Vertriebs dürften die Druckauflagen weiter sinken. Irgendwann wird es dann zu teuer, die geringer werdende Druckauflage zu finanzieren. Nicht alle Leser von gedruckten Zeitungen werden auf die elektronische Zeitung umsteigen wollen. Auch die Einstiegskosten für den User von etwa 300 Euro sind als Hemmschwelle anzusehen, sollten nicht die Verlage über ein Bundle Abo mit Gerät verbinden und das Gerät sponsern. Billig wird der Umstieg auf keinen Fall. Aber der langsame Niedergang der gedruckten Presse wird nicht das Ende des Journalismus sein. Bis jetzt ist alles noch nicht bestätigt, aber wie gesagt, Steve Jobbs ist immer für eine Überraschung gut.
Sehen Sie hier eine Slideshow von Matthias Schwenk: Das Internet wird mobil.

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Titelthema:
Mobilität

Titelfoto: Denis Balibouse/ Solar Impulse, Alex Häsler
Fotomontage: Lammel/Reblin







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