22. Januar 2010
USA: Qualität im Sinkflug - Zur Zukunft des Journalismus
“Journalismus ist nicht länger ein Handwerk, das ein ausreichendes Einkommen garantiert. In großem Ausmaß werden Stellen gestrichen, werden die Honorare für freie Journalisten gekürzt. Weniger Personal bedeutet aber meist auch: weniger Qualität. Denn Journalismus ist arbeitsintensiv. … Die Gesamtauflage der US-Zeitungen sank 2009 um mehr als ein Zehntel. Der Verlegerverband NAA rechnet für die nächsten zwei Jahre mit Werbeeinbrüchen in zweistelliger Milliardenhöhe. 10.000 Redakteure wurden seit 2008 entlassen. Die Washington Post beispielsweise hat ihre Regionalbüros im eigenen Land geschlossen und berichtet fast nur noch von der Zentrale aus. Zwölf Zeitungen wurden ganz eingestellt, sieben weitere existieren fast nur noch online, darunter der renommierte Christian Science Monitor. Er erscheint neben einer täglich aktualisierten Netzausgabe nur noch einmal die Woche in gedruckter Form. Anzeigen- und Wirtschaftskrise, eine Orientierung am reinen Shareholder-Value der Aktionäre und hohe Vertriebskosten bringen Verleger dazu, ganze Regionen nicht mehr zu beliefern. Gleichzeitig informieren sich immer mehr junge Leute ausschließlich aus dem Internet - und das kostenlos. Leonard Downie jr., der ehemalige Chefredakteur der Washington Post, sagt voraus, dass sich das Berufsbild des Journalisten radikal verändern wird - hin zu Verhältnissen, wie man sie bis in die 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts kannte.” In der Sendung “Hintergrund Politik” ging es um die Aussichten für den Journalismus im Zeitalter des Internets. (DLF)





