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28. Februar 2010

Der Apfel und der Sündenfall
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 12:00
Adam und Eva von Lucas Cranach um 1513/15 Öl auf Holz - Würzburg, Mainfränkisches Museum

Adam und Eva von Lucas Cranach um 1513/15 Öl auf Holz - Würzburg, Mainfränkisches Museum

Der Axel-Springer-Verlag ist entrüstet und spricht von einem Angriff auf die Pressefreiheit. Die Weltfirma Apple hat kurzerhand und ohne Ankündigung verschiedene Apps aus seinem Store entfernt, die zuviel nackte Haut zeigen. Davon ist nun auch das “Bild-Girl” betroffen, welches, wenn man das iPhone schüttelt, langsam seine Kleidung ablegt, ( ”Pro Schüttler ein Kleidungsstück, dabei macht es »Uuuh«.) und zum Schluss nur noch im Bikini dasteht. Das ist schon ein Zugeständnis an Apple, sonst würden noch mehr Hüllen fallen. Nun ist ein Streit darüber entbrannt, wie weit Apple in Inhalte eingreifen darf, die über den App-Store vertrieben werden. Ist der App-Store eine offene Plattform, wie das Internet, wo jeder das darf, was die nationalen Gesetze erlauben, oder ist der App-Store ein privater Laden, in dem der Inhaber (also Apple) entscheiden darf, was er zum Verkauf anbietet und was nicht. In Europa erscheint amerikanische Prüderie oft übertrieben. Apple will anscheinend billige Sex-Applikationen aus dem Store fernhalten, etablierte Anbieter, wie z.B. der Playboy dürfen aber bleiben. Probleme könnten spätestens dann entstehen, wenn ein Museum einen digitalen Museumsführer anbietet. Dann dürften viele klassische Gemälde den strengen Moralvorstellungen von Apple wohl nicht genügen. Selbst das Firmenlogo müsste neu überdacht werden. Schließlich erinnert der angebissene Apfel doch zu sehr an den Sündenfall.

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26. Februar 2010

20 Jahre Photoshop: Die ultimative Dunkelkammer
Abgelegt unter: Bildjournalismus | Richard Schnabl um 10:58

Im Jahre 1987 entwickelte Thomas Knoll im Rahmen einer Doktorarbeit zum Thema Computervision den Kern des Programms, das Adobe dann 1990 unter dem Namen Photoshop auf den Markt brachte. Das Bildbearbeitungsprogramm ist heute der ultimative Standard der professionellen Bildbearbeitung, was auch seinen immer noch stolzen Preis von 800 Euro rechtfertigt. “Fotos sind eben nur scheinbar, was sie vorgeben zu sein: ein realitätsgetreues Abbild der Wirklichkeit. Die Manipulation von Fotos ist so alt wie die Technik selbst. Stalin, der in Ungnade gefallene Personen aus Fotos retuschieren ließ, hätte große Freude mit einem Feature der nächsten Version: Damit können minutenschnell Objekte aus Bildern entfernt werden, der Hintergrund kann so rekonstruiert werden, als ob da nie etwas gewesen wäre”, schreibt Helmut Spudich im Standard.

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ARD: Heisse Themen um Mitternacht
Abgelegt unter: Fernsehen, Kommentar | Richard Schnabl um 10:03

Während die Privaten gegen Mitternacht gerne heiße Höschen und Erotik über ihre Kanäle laufen lassen, Billigware eben, hat man sich bei den Öffentlich-Rechtlichen offenbar entschlossen, gegen Mitternacht die heißen Themen anzugehen. Das sind Reportagen aus der Welt des Dopings und der Wirtschaftskriminalität, die man eigentlich gar nicht senden möchte und sie deshalb auf unattraktive Sendeplätze verschiebt. weiterlesen…

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25. Februar 2010

Österreichische Auflagenkontrolle meldet sinkende Auflagen
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 14:12

krone-kopieWien - Die Verkaufsauflagen der Zeitungen tendieren nach unten - im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2008, als die Nationalratswahl Interesse weckte. Ausnahmen: Kleine Zeitung, Oberösterreichische Nachrichten, Salzburger Nachrichten, meldet der Standard unter Bezugnahme auf die neueste ÖAK-Statistik. ”Meistverkaufte Zeitung des Landes ist weiter die “Kronen Zeitung”, die in der Verkaufsauflage bei 818.154 Exemplaren lag und um 1.060 Stück zulegen konnte.” Damit bleibt das Wiener Kleinformat die erfolgreichste Zeitung der Welt. weiterlesen…

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Klatschpresse: Recherche oder Schnüffelei
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 13:50

sternbunte

“Das Berliner Unternehmen CMK hat nach einem Bericht des Magazins stern über Monate hinweg das Privatleben prominenter Politiker ausspioniert. Als Auftraggeber will das Magazin die Illustrierte Bunte ausgemacht haben und belegt dies mit Unterlagen. Bunte bezeichnet den stern-Artikel als “diffamierend”, als “Versuch einer Verleumdung eines erfolgreichen Mitbewerbers” und kündigt juristische Schritte an. weiterlesen…

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Sky Deutschland: Alles Nix, kein Oder
Abgelegt unter: Fernsehen | Richard Schnabl um 12:19

Mit dem abgebrannten Namen Premiere war kein Staat mehr zu machen, also erhofften sich die Marketingexperten mit einem neuen unverbrauchten Anglizismus punkten zu können. Sky klingt doch so modern. Pech nur, dass die Kundschaft auf die klugen Marketingsgags der “Experten” meist nicht hereinfällt. Ein Produkt, das keiner braucht, wird auch mit einem neuen Namen nicht besser. weiterlesen…

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24. Februar 2010

Pro-Sieben-Sat1: Fotos tun es auch
Abgelegt unter: Fernsehen | Richard Schnabl um 08:41

Dass ein Foto billiger ist als ein Filmbericht, ist die neueste Erkenntnis beim Fernsehkonzern ProSiebenSat1. Der Nachrichtensender N24 ist zu teuer und soll verkauft werden. Angebote von Investoren werden zurzeit geprüft. Statt geschätzter 65 Mio Euro will der Sender zukünftig nur noch etwa 25 Mio Euro für News ausgeben. In einer Nachrichtensendung „muss man nicht immer unbedingt ein bewegtes Bild haben, ein Foto reicht auch“, sagte Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe. Ob so die Sendergruppe langfristig in die Gewinnzone kommen könnte, darf bezweifelt werden. Ministerpräsident Wulff: ” „Dann könnten wir auch sagen, dann geben wir Ihnen eine Videotextseite.“ Die Hoffnungen der rund 250 N-24-Mitarbeiter richten sich nun auf N-24-Geschäftsführer Torsten Rossmann, der mit Ex-Spiegel TV Chef Stefan Aust den Nachrichtensender übernehmen will.

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23. Februar 2010

Kirchen: Komasaufen und Lüsternheit
Abgelegt unter: Kommentar | Richard Schnabl um 23:10

Ende der Dienstfahrt - Mit den moralischen Ansprüchen an ihr eigenes Verhalten ist es bei den selbst ernannten Moralaposteln meist nicht weit her. Nachdem diverse Sexskandale die katholische Kirche erschüttern, sich der Papst höchstpersönlich für die Geilheit seiner Untergebenen entschuldigen musste, schlägt nun ein neuer Vorfall Wellen in Deutschland. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bischöfin Margot Käßmann ist am Sonnabend von Streifenpolizisten beim Überfahren einer roten Ampel in Hannover in nahezu volltrunkenem Zustand am Steuer ihres Dienstwagens erwischt worden. weiterlesen…

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Titelbilder: Hulk geht immer
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 13:07

hulk_w_l395 Hulk geht immer: Bundesrat Moritz Leuenberger als Hulk 2007 auf dem Titel der Züricher Weltwoche und 2010 Guido Westerwelle als Spiegel Titel. (Anregung: Ronni Grob)

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22. Februar 2010

Parteiübergreifende Gesetzesinitiative zur Aufhebung des Internet-Sperr-Gesetzes gefordert
Abgelegt unter: Bürgerrechte, Pressefreiheit | Richard Schnabl um 23:26

Am Montag fand vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages die Anhörung zur Petition “Löschen statt Sperren” statt. Franziska Heine, Initiatorin der Petition äußerte sich nach der Anhörung.

Der AK Vorratsdatenspeicherung veröffentlichte eine Pressemitteilung, in der es u.a. heisst: “Netzsperren sind ein untaugliches Mittel bei der Bekämpfung von Kinderpornographie im Internet. Der Aufbau einer Zensur-Infrastruktur kann und darf keine ‘ultima ratio’ bei der Bekämpfung strafbarer Inhalte sein”, meint Alvar Freude vom AK Zensur. Nachdem auch die Bundesregierung erklärt hat, dass sie das Zugangserschwerungsgesetz gar nicht anwenden will, sei es notwendig, das Gesetz sofort abzuschaffen. “Das beste wäre es, wenn sich die im Bundestag vertretenen Parteien auf einen Gesetzesentwurf über die Fraktionsgrenzen hinweg einigen würden,” führt Freude aus und ergänzt: “Es gibt inzwischen einen breiten Konsens gegen Netzsperren. Das darf im Parteienstreit zwischen Regierung und Opposition nicht vergessen werden.”".

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Stasi im Zweiten - Sind die Mainzelmännchen IM´s?
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 22:53


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Der Streit um den Einfluss der Politik im ZDF eskaliert. Der vor fast 50 Jahren gegründete Sender soll in der Hand der CDU bleiben. Deshalb wurde der Vertrag des Chefredakteurs Nikolas Brender nicht verlängert. Der hessische Ministerpräsident Koch hat gegen den versammelten Protest der Medien von der Vormachtstellung seiner CDU im Verwaltungsrat Gebrauch gemacht und dafür gesorgt (wir berichteten). Schließlich wurde das ZDF Anfang der Sechziger gegründet, um dem “roten” Meinungsmonopol von WDR und NDR eine schwarze Bastion entgegenzusetzen, nachdem das Bundesverfassungsgericht Adenauers “Deutschlandfernsehen” kurzerhand für nicht vereinbar mit dem Grundgesetz erklärt hat. Adernauer hat trotzdem nicht verstanden, warum die Regierung kein Fernsehen machen darf. Seine Worte: “Dat Urteil is falsch”. weiterlesen…

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OLG Brandenburg kippt «Knipsgebühr» für gewerbliche Fotos von Preußischen Schlössern
Abgelegt unter: Pressefreiheit, Recht | Richard Schnabl um 15:21

Nach einem Urteil des Brandenburger Oberlandesgerichts (OLG) (Az. – 5 U 12/09, 5 U 3/09 und 5 U 14/09) ist das Fotografieren fremder Gebäude keine Verletzung der Rechte des Eigentümers. Das Oberlandesgericht hat zur Begründung ausgeführt, es gebe kein Vorrecht des Eigentümers, das Fotografieren seines  Eigentums zu verwerten. weiterlesen…

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Wie ehemals seriöse Medien ihre Kontrollfunktion verlieren - am Beispiel der ZEIT
Abgelegt unter: Kommentar, Medien | Richard Schnabl um 11:56

Die Nachdenkseiten publizieren einen Artikel von Albrecht Müller, der sich kritisch mit den so genannten seriösen Medien auseinandersetzt. Selbst die “hoch angesehenene Zeit” publiziert Meinung, die auf (bewusst?) falschen Fakten beruht.

Die genau so angesehene FAZ schämt sich nicht, ihrem (man möchte annehmen) relativ gebildeten Publikum falsche Zahlen zur Hartz IV Berechnung der Hinzuverdienst-Möglichkeiten zu präsentieren und suggerierte, dass sich Arbeiten für manche gar nicht mehr lohne.

Dies alles ist nur eine dümmliche Kampagne von denen, die einfach nicht begriffen haben, dass ihnen das höchste deutsche Gericht nun schon zum wiederholten Mal die “rote Karte” gezeigt hat - für verfassungswidrige Gesetze. weiterlesen…

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21. Februar 2010

DIW-Bericht: Armut Folge der Umverteilung von unten nach oben
Abgelegt unter: Politik | Richard Schnabl um 19:19
  • Attac fordert armutsfeste Grundsicherung und Mindestlohn

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Die zunehmende Armut in Deutschland ist laut dem globalisierungskritischen Netzwerk Attac die direkte Folge einer massiven Umverteilung von unten nach oben in den vergangenen Jahren.
Dies gehe aus den am Mittwoch veröffentlichen Daten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. “Der DIW-Bericht macht deutlich, dass es nicht nur immer mehr Armut, sondern auch immer mehr Reichtum in Deutschland gibt. Bloß die Mitte schrumpft weiter”, sagte Steffen Stierle vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. “Wer Armut bekämpfen will, muss diesen Umverteilungsprozess umkehren, statt Niedrigverdiener und Hartz-IV-Empfänger in einer von Sozialrassismus geprägten Debatte gegeneinander auszuspielen.” Attac fordert die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohnes, eine armutsfeste Grundsicherung anstelle von Hartz IV, die Wiedereinführung der Vermögenssteuer sowie eine stärkere Besteuerung von Besserverdienern und Unternehmen. (Pressemitteilung)

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20. Februar 2010

Westerwelles Fakten stimmen mal wieder nicht, aber die Medien machen fleißig mit
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 10:11

Dass Westerwelle in der Schule beim Thema Geschichte des antiken Roms gefehlt haben muss, wurde neben seinem grenzwertigen Auftritt vor der Bundespressekonferenz Thema, begleitet  von Hohn und Spott. Nicht in allen Medien aber in vielen. Besonders die einschlägigen YouTube Seiten erfreuen sich großer Beliebtheit. Dass ausgerechnet nach dem Hartz IV Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, welches feststellte, dass die Regelsätze ein “Leben in Würde” (Abs 1 GG)  erlauben müssen, von Westerwelle eine Kampagne losgetreten wurde (”Faulsein sollte nicht noch belohnt werden”), zeigt einmal mehr, dass sich der Bundesaußenminister etwas mehr belesen sollte. weiterlesen…

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Blogger: Medienkontrolle im 21. Jahrhundert
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 08:58

“Medien-Blogs als neue Wachhunde im Internet: Sie decken Lügengeschichten auf, machen schamlos abgekupferte PR-Berichte öffentlich und erzählen Geschichten, die der Leser sonst nie zu Ohren bekommt.
“Watchblogs sind ein Beispiel dafür, wie Medienselbstkontrolle im 21. Jahrhundert funktionieren kann”, sagte Journalistik-Professorin Susanne Fengler am Donnerstagabend in Dortmund. Welche Chancen innovative Instrumente der Medienselbstkontrolle haben, das erforscht Fengler mit einem internationalen Forschungsteam. Das Projekt heißt “MediaAct” (Media Accountability and Transparency in Europe ) und wird von der Europäischen Union mit 1,5 Millionen Euro gefördert. Zum Auftakt erörtern Vertreter aus 13 Ländern noch bis Sonntag im Erich-Brost-Institut für Internationalen Journalismus an der Technischen Universität Dortmund mögliche Fragestellungen.”(FR)

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19. Februar 2010

Wieder Zoff bei der Berliner Zeitung
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 16:08

Das Vorhaben der Verlagsleitung der Kölner Verlagsgruppe DuMont Schauberg, einen gemeinsamen Redaktionspool als eigenständige GmbH für die vier Regionalzeitungen Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Rundschau, Mitteldeutsche Zeitung und Berliner Zeitung zu gründen, stößt in der Redaktion der Berliner Zeitung auf Ablehnung. Redaktionsausschuss und Betriebsrat wehren sich mit einem Schreiben an die Vorstände Konstantin Neven DuMont und Franz Sommerfeld, der Gesellschafter Helmut Heinen sowie Uwe Vorkötter, Chefredakteur des Blattes, und wollen notfalls vor Gericht ziehen. “Eine Auslagerung von Kernressorts in eine neu zu gründende GmbH widerspricht nach unserer Auffassung dem Redaktionsstatut der “Berliner Zeitung”, das die Zeitung als Autorenzeitung mit einer Vollredaktion beschreibt”, heisst es in dem Schreiben. Die Kritiker des Modells sehen die Einheit der Redaktion gefährdet und befürchen sinkende Qualität. “Die Auslagerung und eine strikte organisatorische und räumliche Trennung zwischen mehreren Standorten und zwischen Schreibern und Produzenten würden Abstimmungsprozesse unnötig erschweren und verlangsamen. Die Arbeitsmotivation einer “Rest”-Redaktion würde deutlich geschmälert.” Die Berliner Zeitung, immer noch auflagenstärkste Abonnementzeitung der Hauptstadt,  befindet sich seit dem Verkauf durch den Hamburger Verlag Gruner und Jahr in Turbulenzen.(wir berichteten) DuMont Schauberg begründete die geplante Schaffung des Redaktionspools mit einer notwendigen Bündelung von Kompetenzen in Zeiten der Branchenkrise.

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18. Februar 2010

Westerwafe: Geschichte kann er auch nicht
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 09:37

Dass unsere Bundesaußenminister kein Englisch kann, wurde dem deutschen Publikum vor Wochen in einer Videoaufzeichnung eindrucksvoll vorgeführt. Nun wäre es auch nützlich, wenn ein Außenminister  über gewisse Geschichtskenntnisse verfügen würde, schon um im Ausland nicht unwissentlich in Fettnäpfchen zu treten. Es wäre auch noch zu erwähnen, dass Herr Westerwelle in seiner Eigenschaft als Chef des Auswärtigen Amtes auch Dienstherr des “Deutsche Archäologische Instituts” ist. Fachlicher Rat ist also nicht weit. Westerwelles Ausführungen zur “spätrömischen Dekadenz” sind nicht nur ein unpassender Vergleich, seine Geschichtsauffassung ist auch noch falsch. So kann man auf FAZNet lesen,
dass “berlinrepublikanischer Bildungsmangel” bei Westerwelle vermeidbar gewesen wäre, wenn “der Politiker auch Eltern gehabt hätte, die ihm eine ordentliche Erziehung hätten angedeihen lassen” …. weiterlesen…

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17. Februar 2010

Geheimtreffen im Kanzleramt: Die Presse schwieg
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 10:38

In der Süddeutschen Zeitung vom 16.2. findet sich ein Beitrag von Jakob Augstein, dem Herausgeber der Wochenzeitung Der Freitag. Die Ausführungen beschreiben ein Treffen junger Journalisten mit der Kanzlerin. Augstein wörtlich: ” Was Angela Merkel da gesagt hat, war nur scheinbar von ergreifender sprachlicher und gedanklicher Schlichtheit. Es war bezeichnend dafür, dass Journalisten und Politiker sich heute mitnichten als Gegner verstehen, sondern als Partner.
Merkel hat zu den Journalisten geredet als seien sie Mitarbeiter einer Abteilung im Kanzleramt. Und wenn man es sich recht überlegt, kommt man zu dem Schluss: Ja, so sehen sich mehr und mehr Journalisten auch selbst. Und wenn das so weitergeht, dann braucht man in der Tat keine Journalisten mehr. Dann tun Pressesprecher es auch.”
Im Folgenden kommt Augstein auf einen Vorfall zu sprechen, der bisher wenig Beachtung in den Medien fand:

Merkels Einladung der Chefredakteure

“Ein paar Monate zuvor, am 8. Oktober 2008, hatte es ein sonderbares Treffen gegeben, das in diesem Zusammenhang Erwähnung finden soll. Die Bundeskanzlerin hatte an jenem Tag die bedeutenden Chefredakteure der bedeutenden Medien eingeladen. Es war die Zeit, in die der Ausbruch der großen Finanzkrise fiel. Man findet keinen ausführlichen Bericht über dieses Treffen, der veröffentlicht worden wäre und überhaupt nur wenige Erwähnungen in den Archiven, nur hin und wieder einen Nebensatz, eine knappe Bemerkung. An einer Stelle liest man in dürren Worten, worum es an diesem Abend im Kanzleramt ging: Merkel bat die Journalisten, zurückhaltend über die Krise zu berichten und keine Panik zu schüren.” (Berliner Journalisten berichtete am 2.2.09 über dieses Geheimtreffen.)
“Sie haben sich daran gehalten, die Chefredakteure. Noch im Februar 2009, vier Monate später, wunderte sich die taz über die Medien: “Sie halten die Bürger bei Laune, auf dass diese stillhalten. Wie viel Geld bereits in die Banken gepumpt wurde, wie viele Milliarden Bürgschaftszusagen vergeben wurden (und wie viele Hartz-IV-Monats”löhne” das sind), das steht auch nicht in der Zeitung.”
Jacob Augstein: “Wenn Journalisten ihre Unabhängigkeit verlieren, werden sie zu Dienern. Zu Staatsdienern. Solche Journalisten braucht kein Mensch.”

Die Presse und die Regierungschefin: Warum Angela Merkel Journalisten als Handlanger betrachtet und was daran gefährlich ist.”(SZ)

Ebenfalls sehr erhellend ein Beitrag von Zapp: “Die Massenmedien belügen euch!”

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NYTimes: Rekordzahl von getöteten Journalisten 2009
Abgelegt unter: Pressefreiheit | Richard Schnabl um 10:08

Im Jahre 2009 wurden weltweit mindestens 71 Journalisten getötet, seit 30 Jahren die höchste jährliche Verlustziffer, seit das ” Committee to Protect Journalists” diese Zahlen erfasst. Der folgenschwerste Fall ereignete sich im November 2009 in den Philippinen. Dabei kamen 29 Journalisten ums Leben. China und der Iran sind die Länder mit den meisten inhaftierten Journalisten. China und der Iran verfolgen auch Blogger und überwachen das Internet. Weltweit waren Ende 2009 136 Journalisten in Haft.(NYTimes)

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Aktuelles Heft Nr. 4-2010
Titelthema:
Mobilität

Titelfoto: Denis Balibouse/ Solar Impulse, Alex Häsler
Fotomontage: Lammel/Reblin







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