Anzeige

Anzeige


Anzeige


Anzeige
Medienmagazin Aktuelles Heft Redaktionsblog Archiv Seminar Abo Vorschau Leserbrief Links Redaktion Mediadaten Impressum


Anzeige


Anzeige


5. März 2010

Sexueller Missbrauch in katholischen Einrichtungen: Ein weltweites Problem
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 22:02

Wenn eine evangelische Bischöfin betrunken am Steuer erwischt wird und anschließend auf ihre Ämter verzichtet, dann ist das bei der Bild-Zeitung an zwei aufeinander folgenden Tagen der Aufmacher. Wenn ein österreichischer Familienvater seine Tochter über 20 Jahre im Keller gefangen hält, ist die Story  gut für den Titel. Natascha Kampusch schaffte es auch und viele andere Fälle von sexuellem Missbrauch, die gewöhnlichen “Sexmonster” aus dem Stadtpark sowieso. Einzig der jahrzehntelange sexuelle Missbrauch, die Vergewaltigungen und die von der Polizei z.B. im Kloster Ettal beschlagnahmte Kinderpornografie scheint für eine Titelschlagzeile der Bild-Zeitung nicht horrormäßig genug zu sein. Wir berichteten bereits am 23.Februar unter dem Titel “Komasaufen und Lüsternheit” über das Thema. Inzwischen hat sich der Missbrauchsskandal ausgeweitet. Dabei sind die Fälle von sexuellem Missbrauch in der Katholischen Kirche weltweit ein Problem. In den USA starben hunderte katholische Priester an AIDS, in “aller Stille”, wie der Kansas City Star im Jahre 2000 zu berichten wusste. In Anbetracht der sich nun in Deutschland in den letzten Wochen fast täglich ausweitenden Berichte über  Sexualdelikte in katholischen Einrichtungen muss man über die Zurückhaltung bestimmter Medien und der Politik nur staunen.  War doch im vergangenen Jahr das Internet noch der Hort der schlimmsten sexuellen Perversionen, vor denen eine wild-gewordene Familienministerin gar nicht laut genug warnen konnte und auf Wahlkampfveranstaltungen von Flensburg bis Oberammergau den Teufel an die Wand malte, um für Netzsperren einzutreten, ist es nun verdächtig ruhig.  Selbst dem Spiegel war das Netz nicht mehr geheuer. (Succubi und Incubi). Findet der Missbrauch in der Kirche statt, dann hört man von der Politik wenig und den Medien ist das nicht mehr als eine Unfallmeldung wert. Margot Käßmann - Spiegeltitel, Bild-Aufmacher, Kindesmissbrauch im Kloster - für Bild kein kein Titelthema! Da braucht kein Verleger mehr zu jammern, dass die Leser ins Internet abwandern. Dort sind die Informationen verfügbar. In der Leipziger Volkszeitung forderte die Kirchenvolksbewegung „Wir sind Kirche“, es müsse „endlich die Systemfrage gestellt werden, wie so etwas möglich sein konnte und warum es so lange verschwiegen wurde“. Immer neue Details machten deutlich, dass “es längst nicht mehr nur um Einzelfälle gehe”. Die Verbrechen wurden, obwohl sie kirchenintern bekannt waren, jahrelang verheimlicht und dadurch wurden weltweit tausende Kinder Opfer der Verbrecher. Im Ausland ist man weniger zurückhaltend:  “German Catholic Schools at Center of Abuse Scandal” schreibt die NY-Times. Inzwischen hat der Sex-Skandal auch den Vatikan direkt erreicht: Ein Chorsänger aus dem Petersdom soll männliche Prostituierte vermittelt haben. Zu seinen Klienten gehörte offenbar auch ein hoher Staatsbeamter, der sich im direkten Umfeld von Papst Benedikt XVI. bewegte. Das berichteten italienische Zeitungen in den vergangenen Tagen und “Spiegel Online” am Freitag. La Repabblica meldet: Incontri gay, allontanato il corista di S.Pietro per l’ ingegnere a rischio il titolo del Vaticano.

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel.

Einen Kommentar hinterlassen



Aktuelles Heft Nr. 3-2010
Titelthema:
Europa

Titelbild: NDR/Pro7, Willi Weber







Abo

Jetzt abonnieren! Schnupperabo Einzelheft

Redaktionsblog

Anmelden

Letzte Beiträge

Archiv