12. März 2010
Gabor Steingarts tolle Ideen
Schon beim Spiegel haben sich Gabor Steingarts wirtschaftliche Thesen, die er vor der Finanz- und Wirtschaftskrise zu Papier brache, hinterher als heiße Luft erwiesen. Für einen Wirtschaftsredakteuer hätte schließlich die Finanzblase und ihr Crash vorher schon klar ersichtlich sein müssen. War er aber nicht, denn der Spiegel hat eifrig mitgetrommelt, als es um die schöne neue Welt der 25% Renditen im Bankgewerbe ging. Letztlich darf nun der Steuerzahler für das fachliche Unvermögen der Bankmanager aufkommen, und die Wirtschaftspresse hat nichts gemerkt, worauf wir schon im letzten Absatz unseres Artikels vom 9.3. hinwiesen. Nun verlangt der zukünftige Chefredakteur des im Holtzbrinck Verlag erscheinenden Handeslsblattes nichts Geringeres, als die Einstellung des Titels FTD, der bei Gruner und Jahr erscheint. Auch wenn das Blatt gut gemacht sei, es werfe schließlich keinen Gewinn ab, und “für uns Wirtschaftsjournalisten ist es eine Frage der Ehre, dass wir Gewinne erwirtschaften”, so Steingart im Medium-Magazin. Dass Springers Welt jahrzehntelang keinen Gewinn abgeworfen hat ist bekannt, trotzdem war es für den Verlag eine Frage der Ehre, dieses Prestigeprojekt im Verlagsprogramm zu haben. Wie sähe es um die deutsche Presselandschaft aus, wenn es nur noch Zeitungen und Zeitschriften gäbe, die sich rechnen. Verantwortungsvolle Verleger haben schon immer Blätter quersubventioniert, weil sie aus der Perspektive des Gesamtergebnisses auch ein Teilsegment im Programm haben wollen, dass ihnen Marktanteile sichert, oder weil ihnen das Produkt am Herzen lag oder es auch nur das Image aufbessert. Das trifft übrigens nicht nur auf die Medienbranche zu. Ein Wirtschaftsredakteur, der demnächst Chefredakteur des renommierten Handelblattes werden will, müsste das eigentlich wissen. Aufgabe einer Zeitung ist immer noch, zunächst seine Leser gut zu informieren. Um den Gewinn hat sich der Verleger zu kümmern. Mit welchen Produkten er das macht, ist seiner unternehmerischen Entscheidung freigestellt. Schließlich wird die FTD nicht vom Steuerzahler subventioniert.





