Abgelegt unter: Glosse, Technik | Richard Schnabl um 21:17
Den folgenden Absatz auf Welt.de sollte man zweimal lesen und dann fragen, ob der Volontär, der diesen Artikel geschrieben hat, schon einmal ein Gerät in einem Großmarkt gekauft hat. “Im Geschäft sah das Bild noch großartig aus, zuhause folgt dann die Ernüchterung: Moderne Flachbild-Fernsehgeräte sind in den Grundeinstellungen häufig für das grelle Licht im Verkaufsraum eingestellt.” Weiter gehts dann so: weiterlesen…
6. Januar 2010
FAZ-Net: Ratgeber für angehende Promi- und Elendsjournalisten
Heute kann ja jeder Leserreporter werden oder sich mit einer kleinen Videokamera auf die Hatz machen. BILD oder die “Arbeitslosensender” nehmen sowas immer dankbar auf. Aber an gewisse Regeln sollte man sich schon halten, denn die Verblödung soll einerseits unterhaltsam und andererseits auch empörend sein. RTL-Explosiv wurde von den FAZ-Kollegen als die Verdummungssendung des “Unterschichtenfernsehens” (Harald Schmidt) auserkoren.
Wie macht der angehende Boulevardreporter nun seinen ersten Betrag? weiterlesen…
16. Dezember 2009
EPD veröffentlicht Brief von Roland Koch an Alfred Neven DuMont
Der Verleger Alfred Neven DuMont beklagt das seichte Niveau der Presse und den zunehmenden staatlichen Einfluss auf die öffentlich-rechtlichen Sender. Es bestehe kein Interesse an publizistischem Niveau, so Neven DuMont in einem Editorial der Frankfurter Rundschau.(wir berichteten) Nun veröffentlicht der Evangelische Pressedienst einen “Brief des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch an Alfred Neven DuMont”. (weiterlesen)
“Michael Naumann, bislang Herausgeber der Wochenzeitung Die Zeit, wechselt als Chefredakteur zum rechtskonservativen Politmagazin Cicero”, schreibt die Süddeutscheund spekuliert gleich weiter: Damit “dürfte sich die Ausrichtung des bislang konservativen Cicero ändern, Naumann war 2008 sogar als Bürgermeisterkandidat für die SPD in Hamburg angetreten.” Na schau mal einer an. Der zutiefst konservative Hamburger Naumann (68), etwa so “links” wie Helmut Schmidt, soll also das Blatt nach “links” drehen, weil der Schweizer Verlag Ringier bekanntlich in der Schweiz das “linksliberale” Boulevardblatt Blick herausgibt, spekuliert die Süddeutsche weiter. Nun, da weder der Blick “linksliberal” ist und Naumann auch kein “Linker”, wird der Cicero wohl “rechtskonservativ” bleiben. Für alle, die trotzdem einen “Linksrutsch” erkennen sollten, bliebe ja immer noch die Weltwoche oder gleich die Junge Freiheit. Soviel nur mal zur Farbenlehre im Pressewesen…und das entwickelt sich ja bekanntlich… Hintergrund des Personalwechsels ist die Übernahme der Chefredaktion des Münchner Magazin Focus durch den jetzigen Chefredakteur des Cicero Wolfram Weimer. (wir berichteten). Da kann man ja hoffen, dass aus dem stets bestens informierten Münchner Nachrichtendienstmagazin vielleicht sogar ein ernst zu nehmendes Blatt wird, wenns sein muss sogar ein “konservatives”.
1. Dezember 2009
20. Jahr der Einheit: Erfolgreiche Initiative der Thüringer Allgemeinen
Erfurt: In zum großen Teil stürmischen Redaktionskonferenzen haben sich die Medienschaffenden der Thüringer Allgemeinen für die neuen, von der Geschäftsleitung verkündeten Maßnahmen ausgesprochen, um den redaktionellen Gehalt, wie sie es treffend ausdrückten vom Volk so geliebten Bezirksorgans weiter zu festigen und so dem hohen gesellschaftlichen Anspruch des thüringischen Leitmediums für die Werktätigen des Verbreitungsgebietes gerecht zu werden. weiterlesen…
25. November 2009
Kai Diekmann macht sich Sorgen um die TAZ
Abgelegt unter: Glosse, Medien | Richard Schnabl um 12:53
Kai Diekmann treibt die Sorge um. Diesmal ist es nicht die sinkende Auflage seiner Bild, die ihm Sorgefalten ins Gesicht treibt, es ist die von ihm liebgewonnene TAZ, um die er sich sorgt. Warum, ist auch ganz schnell erklärt: “Ganz einfach: Da steckt mein privates Geld drin!”, so Diekmann im Interview mit der FAZ. Er ist nämlich Anteilseigner der TAZ-Genossenschaft. weiterlesen…
Der RTL-Nachmittag: “Pseudodokumentarische Krawallgeschichten, die von Laiendarstellern holprig vorgetragen werden. Über deren unterirdisches Niveau ist fast alles gesagt, die treffendste Zusammenfassung lieferte Dieter Nuhr: “Asis spielen Asis für Asis.” Über deren unschlagbaren Publikumserfolg aber auch: “Familien im Brennpunkt” liegt bei 23,9 % Marktanteil, “Verdachtsfälle” bei 21,6 %”. So Torsten Zarges auf kress.de. weiterlesen…
29. September 2009
The Independent - Tony Paterson:From Big Brother … to Foreign Minister
Abgelegt unter: Glosse, Medien | Richard Schnabl um 21:03
Bei einer Pressekonferenz weigerte sich Guido Westerwelle heute auf eine in englischer Sprache vorgetragene Frage eines BBC-Reporters zu antworten und begründete das damit, dass man in Deutschland deutsch spricht. Der Independent kommentiert:
Coming from the man expected to become Germany’s foreign minister, it was an enlightening foretaste of a new Teutonic assertiveness in international affairs: Guido Westerwelle refused to answer a question in English at his debut press conference. “Would you be so kind, this is … Germany,” said the permatanned Mr Westerwelle. “In Great Britain people are expected to speak English and it is the same in Germany, people are expected to speak German.” In the end, the unfortunate BBC reporter was forced to use a translator. Mr Westerwelle is no stranger to eccentric, even obstinate behaviour. He is the only German politician to have appeared on Big Brother and is renowned for trying to win votes with a bizarre form of canvassing called “fun politics”.
Seine Englischkenntnisse kann man schon mal hier bestaunen.
“Eine mit der Zuständigkeit für Energiefragen angereicherte Kombination aus Finanz- und Wirtschaftsministerium soll dem Politiker mit Englischschwäche ein ehrenhaftes Abstandnehmen ermöglichen”, liest man auf TELEPOLIS. “Mit dem abschließenden Satz “Es ist Deutschland hier!” (der auch in Westerwelles Muttersprache einen gewissen Mangel an Eleganz aufweist), gab der künftige Außenminister einen Vorgeschmack darauf, in welche diplomatischen Fettnäpfchen er treten könnte.” Was sagt “Westerwave” dazu: ” A BBC reporter asked me equal, if I will be minister of foreign affairs. Why thinks everybody I will have affairs in the outland? I’m loyal!”
25. September 2009
Das Letzte: Bei RTL soll Bohlen kein Künstler sein
Ob man Dieter Bohlen für einen Künstler hält oder nicht, sollte eigentlich der persönlichen Geschmack entscheiden. Der in den letzten Jahren eher durch dümmliche Sprüche in der RTL-Sendung “Deutschland sucht den Superstar” aufgefallene Juror soll aber mit seinen Mitstreitern an der Jororenfront nicht als Künstler gelten. weiterlesen…
Investigativer Journalismus erfordert bisweilen Mut, könnten doch diverse Gefahren Leib und Leben des Journalisten gefährden. In Ländern mit weniger demokratischen Verhältnissen wäre also eine gewisse Vorsicht durchaus angebracht. Aber auch in Deutschland können Milieustudien schon Mut und viel Selbstvertrauen erfordern. Nach Jan Fleischhauer vom Spiegel (Villenviertel-Jan) machte jetzt auch der SZ-Magazinautor Tobias Haberl erschütternde Erlebnisse im “Milljöh”. Aber lesen Sie selbst.