Haben Sie es schon gewusst: Wenn ihnen der Zeitungshändler ihres Vertrauens morgens auf dem Weg zur Arbeit die gewohnte Tageszeitung verkauft, sind sie einen Kaufvertrag eingegangen. Sie haben die Zeitung erhalten, der Händler sein Geld und die Sache ist formal-juristisch erledigt, vorausgesetzt, die Zeitung ist vollständig und sie haben nicht mit Falschgeld bezahlt. Anschließend können Sie die Zeitung selbst lesen, verschenken, Bilder ausschneiden und in den Spind kleben, sich einen Hut daraus basteln oder ihre Fische darin einwickeln. Diese ganzen Nutzungen interessieren weder den Verlag noch andere “Rechteinhaber”. Sollten Sie sich aber in Zukunft entscheiden, die Zeitung nicht mehr auf Papier, sondern lieber auf dem IPad zu lesen, beachten Sie bitte diese “Nutzungsbedingungen für den Dienst” , die vor dem Lesen der Apps vollständig durchzulesen sind. Und nicht vergessen:”Um diese Bedingungen anzunehmen, klicken Sie bitte “einverstanden” an.” Sollten Sie rechtlichen Beistand benötigen, um den Inhalt des Textes zu verstehen, empfiehlt sich rechtzeitige Termineinholung bei einem Rechtsanwalt ihres Vertrauens.
Abgelegt unter: Glosse, Medien | Richard Schnabl um 09:59
Nach dem Aus für Stefan Aust´s Zeitschriftenprojekt bei WAZ und Springer erhält der ehemalige Chefredakteur nun ein neues Angebot: ”TITANIC stellt sich hinter Stefan Aust und Die Woche! Wir sind jederzeit bereit, ein starker Partner für diese faszinierende publizistische Vision zu sein. Deutschland braucht neben TITANIC dringend ein weiteres Witzblatt, um Synergien zu bündeln, Anzeigenkunden zu melken und Qualitätsjournalismus auch für die Lesergruppe 60+ zu bieten.” weiterlesen…
Visitationswoche in der Pfarre St. Laurentius Weihbischof “zum Anfassen” kommt nach Bergisch Gladbach
Bergisch Gladbach (cw). Ein Weihbischof “zum Anfassen” - so kann man Weihbischof Dr. Heiner Koch auch nennen. Er kennt keine Berührungsängste und kann gut zuhören. Deswegen ist es ihm bei seinen Visitationen ein wichtiges Anliegen, mit möglichst vielen Menschen innerhalb und außerhalb der Pfarrgemeinden in Berührung und ins Gespräch zu kommen.
Vom Sonntag, 7. März, bis zum Samstag, 13. März, kommt er zu Besuch in die Pfarrgemeinde St. Laurentius. In einer Sprechstunde steht er am Freitag, 12. März, von 17.30 Uhr bis 18.30 Uhr im Pastoralbüro, Laurentiusstraße 4, Bergisch Gladbach, Rede und Antwort.(Bergisches Handelsblatt)
Mit der Ankündigung “zum Anfassen” sollte die katholische Kirche zurzeit lieber etwas zurückhaltender sein. Die TAZ fragt in ihrer heutigen Ausgabe sogar schon, ob der Papst jetzt auch betroffen ist.
Dagegen bewies das ZDF, dass es dem Thema offenbar nicht gewachsen ist:” So ward im ZDF-Vormittagsmagazin “Volle Kanne” das “Missbrauchsopfer” Norbert Denef geladen und hatte sich einer besonderen Zäsur zu unterziehen: Erst leitete ein routiniert abgespulter Beitrag das Gespräch ein, der mit Betroffenheitsrhetorik (”findet erst nach 35 Jahren die Kraft”) und irritierenden Kamerafahrten (um den Interviewten kreisend) die Bandbreite heuchlerischer Sensationsgier offenbarte, schließlich kämpft Denef seit 15 Jahren dafür, dass die Verjährungsfrist für Missbrauchsopfer abgeschafft wird.
Das interessierte den Interviewer ohnehin nicht: “Würden Sie im Rückblick sagen, Sie wären ein anderer Mensch geworden?”, “Haben Sie so lange versucht, das selbst klar zu kriegen?” und schließlich, analytisch: “Man merkt, Sie sind jetzt wütend. Aus ihnen kommt jetzt heraus, was jahrelang geköchelt hat.” Es folgt: Wochenendwetter, das “Zeit für gemütliche Stunden” bringt. Ohne Worte. (Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 13./14.3.2010)
Abgelegt unter: Glosse, Technik | Richard Schnabl um 21:17
Den folgenden Absatz auf Welt.de sollte man zweimal lesen und dann fragen, ob der Volontär, der diesen Artikel geschrieben hat, schon einmal ein Gerät in einem Großmarkt gekauft hat. “Im Geschäft sah das Bild noch großartig aus, zuhause folgt dann die Ernüchterung: Moderne Flachbild-Fernsehgeräte sind in den Grundeinstellungen häufig für das grelle Licht im Verkaufsraum eingestellt.” Weiter gehts dann so: weiterlesen…
Heute kann ja jeder Leserreporter werden oder sich mit einer kleinen Videokamera auf die Hatz machen. BILD oder die “Arbeitslosensender” nehmen sowas immer dankbar auf. Aber an gewisse Regeln sollte man sich schon halten, denn die Verblödung soll einerseits unterhaltsam und andererseits auch empörend sein. RTL-Explosiv wurde von den FAZ-Kollegen als die Verdummungssendung des “Unterschichtenfernsehens” (Harald Schmidt) auserkoren.
Wie macht der angehende Boulevardreporter nun seinen ersten Betrag? weiterlesen…
Der Verleger Alfred Neven DuMont beklagt das seichte Niveau der Presse und den zunehmenden staatlichen Einfluss auf die öffentlich-rechtlichen Sender. Es bestehe kein Interesse an publizistischem Niveau, so Neven DuMont in einem Editorial der Frankfurter Rundschau.(wir berichteten) Nun veröffentlicht der Evangelische Pressedienst einen “Brief des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch an Alfred Neven DuMont”. (weiterlesen)
“Michael Naumann, bislang Herausgeber der Wochenzeitung Die Zeit, wechselt als Chefredakteur zum rechtskonservativen Politmagazin Cicero”, schreibt die Süddeutscheund spekuliert gleich weiter: Damit “dürfte sich die Ausrichtung des bislang konservativen Cicero ändern, Naumann war 2008 sogar als Bürgermeisterkandidat für die SPD in Hamburg angetreten.” Na schau mal einer an. Der zutiefst konservative Hamburger Naumann (68), etwa so “links” wie Helmut Schmidt, soll also das Blatt nach “links” drehen, weil der Schweizer Verlag Ringier bekanntlich in der Schweiz das “linksliberale” Boulevardblatt Blick herausgibt, spekuliert die Süddeutsche weiter. Nun, da weder der Blick “linksliberal” ist und Naumann auch kein “Linker”, wird der Cicero wohl “rechtskonservativ” bleiben. Für alle, die trotzdem einen “Linksrutsch” erkennen sollten, bliebe ja immer noch die Weltwoche oder gleich die Junge Freiheit. Soviel nur mal zur Farbenlehre im Pressewesen…und das entwickelt sich ja bekanntlich… Hintergrund des Personalwechsels ist die Übernahme der Chefredaktion des Münchner Magazin Focus durch den jetzigen Chefredakteur des Cicero Wolfram Weimer. (wir berichteten). Da kann man ja hoffen, dass aus dem stets bestens informierten Münchner Nachrichtendienstmagazin vielleicht sogar ein ernst zu nehmendes Blatt wird, wenns sein muss sogar ein “konservatives”.
Erfurt: In zum großen Teil stürmischen Redaktionskonferenzen haben sich die Medienschaffenden der Thüringer Allgemeinen für die neuen, von der Geschäftsleitung verkündeten Maßnahmen ausgesprochen, um den redaktionellen Gehalt, wie sie es treffend ausdrückten vom Volk so geliebten Bezirksorgans weiter zu festigen und so dem hohen gesellschaftlichen Anspruch des thüringischen Leitmediums für die Werktätigen des Verbreitungsgebietes gerecht zu werden. weiterlesen…
Abgelegt unter: Glosse, Medien | Richard Schnabl um 12:53
Kai Diekmann treibt die Sorge um. Diesmal ist es nicht die sinkende Auflage seiner Bild, die ihm Sorgefalten ins Gesicht treibt, es ist die von ihm liebgewonnene TAZ, um die er sich sorgt. Warum, ist auch ganz schnell erklärt: “Ganz einfach: Da steckt mein privates Geld drin!”, so Diekmann im Interview mit der FAZ. Er ist nämlich Anteilseigner der TAZ-Genossenschaft. weiterlesen…
Der RTL-Nachmittag: “Pseudodokumentarische Krawallgeschichten, die von Laiendarstellern holprig vorgetragen werden. Über deren unterirdisches Niveau ist fast alles gesagt, die treffendste Zusammenfassung lieferte Dieter Nuhr: “Asis spielen Asis für Asis.” Über deren unschlagbaren Publikumserfolg aber auch: “Familien im Brennpunkt” liegt bei 23,9 % Marktanteil, “Verdachtsfälle” bei 21,6 %”. So Torsten Zarges auf kress.de. weiterlesen…
The Independent - Tony Paterson:From Big Brother … to Foreign Minister
Abgelegt unter: Glosse, Medien | Richard Schnabl um 21:03
Bei einer Pressekonferenz weigerte sich Guido Westerwelle heute auf eine in englischer Sprache vorgetragene Frage eines BBC-Reporters zu antworten und begründete das damit, dass man in Deutschland deutsch spricht. Der Independent kommentiert:
Coming from the man expected to become Germany’s foreign minister, it was an enlightening foretaste of a new Teutonic assertiveness in international affairs: Guido Westerwelle refused to answer a question in English at his debut press conference. “Would you be so kind, this is … Germany,” said the permatanned Mr Westerwelle. “In Great Britain people are expected to speak English and it is the same in Germany, people are expected to speak German.” In the end, the unfortunate BBC reporter was forced to use a translator. Mr Westerwelle is no stranger to eccentric, even obstinate behaviour. He is the only German politician to have appeared on Big Brother and is renowned for trying to win votes with a bizarre form of canvassing called “fun politics”.
Seine Englischkenntnisse kann man schon mal hier bestaunen.
“Eine mit der Zuständigkeit für Energiefragen angereicherte Kombination aus Finanz- und Wirtschaftsministerium soll dem Politiker mit Englischschwäche ein ehrenhaftes Abstandnehmen ermöglichen”, liest man auf TELEPOLIS. “Mit dem abschließenden Satz “Es ist Deutschland hier!” (der auch in Westerwelles Muttersprache einen gewissen Mangel an Eleganz aufweist), gab der künftige Außenminister einen Vorgeschmack darauf, in welche diplomatischen Fettnäpfchen er treten könnte.” Was sagt “Westerwave” dazu: ” A BBC reporter asked me equal, if I will be minister of foreign affairs. Why thinks everybody I will have affairs in the outland? I’m loyal!”
Ob man Dieter Bohlen für einen Künstler hält oder nicht, sollte eigentlich der persönlichen Geschmack entscheiden. Der in den letzten Jahren eher durch dümmliche Sprüche in der RTL-Sendung “Deutschland sucht den Superstar” aufgefallene Juror soll aber mit seinen Mitstreitern an der Jororenfront nicht als Künstler gelten. weiterlesen…
Investigativer Journalismus erfordert bisweilen Mut, könnten doch diverse Gefahren Leib und Leben des Journalisten gefährden. In Ländern mit weniger demokratischen Verhältnissen wäre also eine gewisse Vorsicht durchaus angebracht. Aber auch in Deutschland können Milieustudien schon Mut und viel Selbstvertrauen erfordern. Nach Jan Fleischhauer vom Spiegel (Villenviertel-Jan) machte jetzt auch der SZ-Magazinautor Tobias Haberl erschütternde Erlebnisse im “Milljöh”. Aber lesen Sie selbst.