Diese Woche macht das amerikanische Nachrichtenmagazin Newsweek mit Frau Merkel auf. Das im Washington-Post Verlag erscheinende Magazin bezeichtnet sie als “Slow Motion Kanzlerin“, Kanzlerin der “ruhigen Hände” könnte gemeint sein. Das Thema ist indes nicht neu, schon 2007 bezeichnete das Blatt Angela Merkel als “Lost Leader” (verschwundene Führerin) und verspottete sie als “Mrs. Feelgood”, die “dringend notwendige Reformen verschläft” um sich mit niemandem anzulegen. weiterlesen…
“Immer wieder versucht der Burda-Verlag, die Bunte als Wettbewerber vom Stern zu positionieren, nur weil beide am Donnerstag erscheinen. Die Bunte konkurriert mit People-Magazinen wie Gala oder InTouch, aber nicht mit dem Stern. Das hätte der Burda-Verlag gerne und deswegen treibt er die Diskussion in diese Richtung. Ein durchsichtiger Versuch… ” Stern-Chefredakteur Andreas Petzold im Gespräch mit der taz.
Zur Zukunft des Qualitätsjournalismus im Internet und zur Lage auf dem deutschen Zeitungsmarkt
Sorgt das Internet für einen Verlust an Qualität im Journalismus? Bei der Tagung “Qualität unter Druck - Journalismus im Internetzeitalter” an der Evangelischen Akademie Tutzing gingen Medienmacher und Medienwissenschaftler zwei Tage lang dieser Frage nach. Zudem skizzierten sie, wie sich Qualität im Netz verwirklichen lässt. weiterlesen…
Die CBS-Morning Show zeigte in einer Exklusiv-Schaltung nach Berlin neben dem Gewinner, den 29jährigen Kevin “ImaLuckSac” MacPhee , Coeur d’Alene (Idaho,USA) auch Aufnahmen vom Überfall.
Außerdem auf CBS-News: Berichte über die Nacht der Oscars in Hollywood.
Sexuelle Abartigkeiten sind ja für Bild immer eine Schlagzeile wert, außer sie finden in Kreisen der Katholischen Kirche statt. Dann wird das Thema nur am Rande abgehandelt, obwohl es seit Tagen das Medienthema mit dem größten öffentlichen Interesse ist. Genau so scheint es zu sein, wenn jemand Geld verzockt. Dann fällt es den Strategen bei Bild nicht schwer, mit (Bildblog dokumentiert es mit seinen Ausrissen sehr anschaulich) Sprüchen aus der untersten Kategorie dümmlichen Vorurteilen Vorschub zu leisten.
Ausrisse: BILDBLOG
Hetze gegen ein ganzes Volk: Das finden wir (ZDF-WISO würde sagen) Das Allerletzte! weiterlesen…
6. März 2010
Neue Enthüllungen: Aber Sexskandal immer noch kein Thema für Bild
Der Aufmacher bei Bild ist heute die Lungen-OP eines Schlagersängers, der Sexskandal ist nur klein im oberen linken Eck erwähnt. Allerdings nicht der in der Katholischen Kirche sondern der eines Fußballschiedsrichters. Die Welt bringt dagegen das Thema Katholische Kirche repräsentativ auf den Titel.
Die österreichische Zeitung Der Standard findet klare Worte: “Angesichts der Welle an Enthüllungen sexueller Missbrauchsfälle war klar, dass diesmal ein gemeinsamer Rosenkranz für die Opfer falsch verstandener Nächstenliebe nicht ausreichen wird….um mit “Scham und Reue” festzustellen, dass in der Vergangenheit “zu Unrecht in der Kirche die Täter oft mehr geschützt wurden als die Opfer”. weiterlesen…
5. März 2010
Sexueller Missbrauch in katholischen Einrichtungen: Ein weltweites Problem
Wenn eine evangelische Bischöfin betrunken am Steuer erwischt wird und anschließend auf ihre Ämter verzichtet, dann ist das bei der Bild-Zeitung an zwei aufeinander folgenden Tagen der Aufmacher. Wenn ein österreichischer Familienvater seine Tochter über 20 Jahre im Keller gefangen hält, ist die Story gut für den Titel. Natascha Kampusch schaffte es auch und viele andere Fälle von sexuellem Missbrauch, die gewöhnlichen “Sexmonster” aus dem Stadtpark sowieso. Einzig der jahrzehntelange sexuelle Missbrauch, die Vergewaltigungen und die von der Polizei z.B. im Kloster Ettal beschlagnahmte Kinderpornografie scheint für eine Titelschlagzeile der Bild-Zeitung nicht horrormäßig genug zu sein. Wir berichteten bereits am 23.Februar unter dem Titel “Komasaufen und Lüsternheit” über das Thema. Inzwischen hat sich der Missbrauchsskandal ausgeweitet. weiterlesen…
4. März 2010
WAZ-Konzern fühlt sich als “Journalismus-Manufaktur”
In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau beizeichnete Geschäftsführer Bodo Hombach den Essener Konzern als “Journalismus-Manufaktur”. Direkte Hilfe von der Politik erwarte er nicht, denn der “Politiker, der investigative Medien schätzt und ihnen ernsthaft helfen will, ist noch nicht geboren”. Staatliche Hilfe würde nur den Einfluss der Parteien erhöhen. “Auf den Tag warte ich, an dem der Staat entscheidet, welche Medien nützlich sind und welche nicht….Sonst geht es bei uns allen bald zu wie in den öffentlich-rechtlichen Gremien.” weiterlesen…
“Spitzelaffaire” um Klatschblatt Bunte weitet sich aus
Wie der stern in seiner neuestes Ausgabe berichtet, soll die Agentur CMK im Auftrag der Bunten auch die Ministerpräsidenten Oettinger und Wulff (beide CDU) und den ehemaligen Bundesverkehrsminister Tiefensee (SPD) heimlich observiert haben. Berichten zufolge seien 250.000 Euro Honorar dafür an die Rechercheagentur, die nach Medienberichten mehr wie eine Detektei arbeitet, geflossen sein. Auch wurde bekannt, “dass CMK im Auftrag der “Bunte” hinter dem ehemaligen Vizepräsidenten der EU-Kommission, Günter Verheugen, und seiner damaligen Kabinettschefin Petra Erler her war. Die internen Abrechungen, die nun vorliegen, weisen als Zeitraum der Aktion den 30. Juli bis 6. August 2007 aus. Das passt zu Erfahrungen, die Verheugen und Erler damals machten: Seinerzeit waren sie unter anderem auf einer Fahrt von Brüssel bis nach Deutschland verfolgt worden.” weiterlesen…
3. März 2010
CDU im Sponsorensumpf: Sind Blogs der neue Feind?
Abgelegt unter: Internet, Medien | Richard Schnabl um 18:55
Der designierte NRW-CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid hat einen neuen Gegner entdeckt. Nicht nur kritische Journalisten sind ihm ein Dorn im Auge, jetzt wettert er auch gegen Blogs. Dann scheint ja die neue Öffentlichkeit langsam wichtig zu werden. Im Handelsblatt heisst es : “Es ist eine neue Qualität, dass ein Blog mit geklauten E-Mails arbeitet, sagte der CDU-Mann”. Da die SPD die Blogs “ruhrbarone” und “Wir in NRW” verlinkt hat, fordert Krautscheid, “die Verlinkung auf den Blog ,Wir in NRW’ in ihren Pressemitteilungen einzustellen”. weiterlesen…
Adam und Eva von Lucas Cranach um 1513/15 Öl auf Holz - Würzburg, Mainfränkisches Museum
Der Axel-Springer-Verlag ist entrüstet und spricht von einem Angriff auf die Pressefreiheit. Die Weltfirma Apple hat kurzerhand und ohne Ankündigung verschiedene Apps aus seinem Store entfernt, die zuviel nackte Haut zeigen. Davon ist nun auch das “Bild-Girl” betroffen, welches, wenn man das iPhone schüttelt, langsam seine Kleidung ablegt, ( ”Pro Schüttler ein Kleidungsstück, dabei macht es »Uuuh«.) und zum Schluss nur noch im Bikini dasteht. Das ist schon ein Zugeständnis an Apple, sonst würden noch mehr Hüllen fallen. Nun ist ein Streit darüber entbrannt, wie weit Apple in Inhalte eingreifen darf, die über den App-Store vertrieben werden. Ist der App-Store eine offene Plattform, wie das Internet, wo jeder das darf, was die nationalen Gesetze erlauben, oder ist der App-Store ein privater Laden, in dem der Inhaber (also Apple) entscheiden darf, was er zum Verkauf anbietet und was nicht. In Europa erscheint amerikanische Prüderie oft übertrieben. Apple will anscheinend billige Sex-Applikationen aus dem Store fernhalten, etablierte Anbieter, wie z.B. der Playboy dürfen aber bleiben. Probleme könnten spätestens dann entstehen, wenn ein Museum einen digitalen Museumsführer anbietet. Dann dürften viele klassische Gemälde den strengen Moralvorstellungen von Apple wohl nicht genügen. Selbst das Firmenlogo müsste neu überdacht werden. Schließlich erinnert der angebissene Apfel doch zu sehr an den Sündenfall.
Wien - Die Verkaufsauflagen der Zeitungen tendieren nach unten - im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2008, als die Nationalratswahl Interesse weckte. Ausnahmen: Kleine Zeitung, Oberösterreichische Nachrichten, Salzburger Nachrichten, meldet der Standard unter Bezugnahme auf die neueste ÖAK-Statistik. ”Meistverkaufte Zeitung des Landes ist weiter die “Kronen Zeitung”, die in der Verkaufsauflage bei 818.154 Exemplaren lag und um 1.060 Stück zulegen konnte.” Damit bleibt das Wiener Kleinformat die erfolgreichste Zeitung der Welt. weiterlesen…
“Das Berliner Unternehmen CMK hat nach einem Bericht des Magazins stern über Monate hinweg das Privatleben prominenter Politiker ausspioniert. Als Auftraggeber will das Magazin die Illustrierte Bunte ausgemacht haben und belegt dies mit Unterlagen. Bunte bezeichnet den stern-Artikel als “diffamierend”, als “Versuch einer Verleumdung eines erfolgreichen Mitbewerbers” und kündigt juristische Schritte an. weiterlesen…
Hulk geht immer: Bundesrat Moritz Leuenberger als Hulk 2007 auf dem Titel der Züricher Weltwoche und 2010 Guido Westerwelle als Spiegel Titel. (Anregung: Ronni Grob)
Der Streit um den Einfluss der Politik im ZDF eskaliert. Der vor fast 50 Jahren gegründete Sender soll in der Hand der CDU bleiben. Deshalb wurde der Vertrag des Chefredakteurs Nikolas Brender nicht verlängert. Der hessische Ministerpräsident Koch hat gegen den versammelten Protest der Medien von der Vormachtstellung seiner CDU im Verwaltungsrat Gebrauch gemacht und dafür gesorgt (wir berichteten). Schließlich wurde das ZDF Anfang der Sechziger gegründet, um dem “roten” Meinungsmonopol von WDR und NDR eine schwarze Bastion entgegenzusetzen, nachdem das Bundesverfassungsgericht Adenauers “Deutschlandfernsehen” kurzerhand für nicht vereinbar mit dem Grundgesetz erklärt hat. Adernauer hat trotzdem nicht verstanden, warum die Regierung kein Fernsehen machen darf. Seine Worte: “Dat Urteil is falsch”. weiterlesen…
Wie ehemals seriöse Medien ihre Kontrollfunktion verlieren - am Beispiel der ZEIT
Abgelegt unter: Kommentar, Medien | Richard Schnabl um 11:56
Die Nachdenkseiten publizieren einen Artikel von Albrecht Müller, der sich kritisch mit den so genannten seriösen Medien auseinandersetzt. Selbst die “hoch angesehenene Zeit” publiziert Meinung, die auf (bewusst?) falschen Fakten beruht.
Die genau so angesehene FAZ schämt sich nicht, ihrem (man möchte annehmen) relativ gebildeten Publikum falsche Zahlen zur Hartz IV Berechnung der Hinzuverdienst-Möglichkeiten zu präsentieren und suggerierte, dass sich Arbeiten für manche gar nicht mehr lohne.
Dies alles ist nur eine dümmliche Kampagne von denen, die einfach nicht begriffen haben, dass ihnen das höchste deutsche Gericht nun schon zum wiederholten Mal die “rote Karte” gezeigt hat - für verfassungswidrige Gesetze. weiterlesen…
20. Februar 2010
Westerwelles Fakten stimmen mal wieder nicht, aber die Medien machen fleißig mit
Dass Westerwelle in der Schule beim Thema Geschichte des antiken Roms gefehlt haben muss, wurde neben seinem grenzwertigen Auftritt vor der Bundespressekonferenz Thema, begleitet von Hohn und Spott. Nicht in allen Medien aber in vielen. Besonders die einschlägigen YouTube Seiten erfreuen sich großer Beliebtheit. Dass ausgerechnet nach dem Hartz IV Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, welches feststellte, dass die Regelsätze ein “Leben in Würde” (Abs 1 GG) erlauben müssen, von Westerwelle eine Kampagne losgetreten wurde (”Faulsein sollte nicht noch belohnt werden”), zeigt einmal mehr, dass sich der Bundesaußenminister etwas mehr belesen sollte. weiterlesen…
“Medien-Blogs als neue Wachhunde im Internet: Sie decken Lügengeschichten auf, machen schamlos abgekupferte PR-Berichte öffentlich und erzählen Geschichten, die der Leser sonst nie zu Ohren bekommt.
“Watchblogs sind ein Beispiel dafür, wie Medienselbstkontrolle im 21. Jahrhundert funktionieren kann”, sagte Journalistik-Professorin Susanne Fengler am Donnerstagabend in Dortmund. Welche Chancen innovative Instrumente der Medienselbstkontrolle haben, das erforscht Fengler mit einem internationalen Forschungsteam. Das Projekt heißt “MediaAct” (Media Accountability and Transparency in Europe ) und wird von der Europäischen Union mit 1,5 Millionen Euro gefördert. Zum Auftakt erörtern Vertreter aus 13 Ländern noch bis Sonntag im Erich-Brost-Institut für Internationalen Journalismus an der Technischen Universität Dortmund mögliche Fragestellungen.”(FR)
Das Vorhaben der Verlagsleitung der Kölner Verlagsgruppe DuMont Schauberg, einen gemeinsamen Redaktionspool als eigenständige GmbH für die vier Regionalzeitungen Kölner Stadtanzeiger, Frankfurter Rundschau, Mitteldeutsche Zeitung und Berliner Zeitung zu gründen, stößt in der Redaktion der Berliner Zeitung auf Ablehnung. Redaktionsausschuss und Betriebsrat wehren sich mit einem Schreiben an die Vorstände Konstantin Neven DuMont und Franz Sommerfeld, der Gesellschafter Helmut Heinen sowie Uwe Vorkötter, Chefredakteur des Blattes, und wollen notfalls vor Gericht ziehen. “Eine Auslagerung von Kernressorts in eine neu zu gründende GmbH widerspricht nach unserer Auffassung dem Redaktionsstatut der “Berliner Zeitung”, das die Zeitung als Autorenzeitung mit einer Vollredaktion beschreibt”, heisst es in dem Schreiben. Die Kritiker des Modells sehen die Einheit der Redaktion gefährdet und befürchen sinkende Qualität. “Die Auslagerung und eine strikte organisatorische und räumliche Trennung zwischen mehreren Standorten und zwischen Schreibern und Produzenten würden Abstimmungsprozesse unnötig erschweren und verlangsamen. Die Arbeitsmotivation einer “Rest”-Redaktion würde deutlich geschmälert.” Die Berliner Zeitung, immer noch auflagenstärkste Abonnementzeitung der Hauptstadt, befindet sich seit dem Verkauf durch den Hamburger Verlag Gruner und Jahr in Turbulenzen.(wir berichteten) DuMont Schauberg begründete die geplante Schaffung des Redaktionspools mit einer notwendigen Bündelung von Kompetenzen in Zeiten der Branchenkrise.
Dass unsere Bundesaußenminister kein Englisch kann, wurde dem deutschen Publikum vor Wochen in einer Videoaufzeichnung eindrucksvoll vorgeführt. Nun wäre es auch nützlich, wenn ein Außenminister über gewisse Geschichtskenntnisse verfügen würde, schon um im Ausland nicht unwissentlich in Fettnäpfchen zu treten. Es wäre auch noch zu erwähnen, dass Herr Westerwelle in seiner Eigenschaft als Chef des Auswärtigen Amtes auch Dienstherr des “Deutsche Archäologische Instituts” ist. Fachlicher Rat ist also nicht weit. Westerwelles Ausführungen zur “spätrömischen Dekadenz” sind nicht nur ein unpassender Vergleich, seine Geschichtsauffassung ist auch noch falsch. So kann man auf FAZNet lesen,
dass “berlinrepublikanischer Bildungsmangel” bei Westerwelle vermeidbar gewesen wäre, wenn “der Politiker auch Eltern gehabt hätte, die ihm eine ordentliche Erziehung hätten angedeihen lassen” …. weiterlesen…