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1. September 2010

15 Jahre Telepolis - Umfrage testet Zahlungsbereitschaft
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 13:34

Anlässlich des im nächsten Jahr stattfindenden 15jährigen Jubiläums der vom Heise-Zeitschriftenverlag betriebenen Internetplattform TELEPOLIS veranstaltet diese eine Umfrage. Neben Fragen zum Inhalt des Angebotes und zu Interessen, Ausbildung, Einkommen, sowie Alter und Geschlecht der Nutzer, findet sich auch eine Frage zur Zahlungsbereitschaft des Publikums für das Angebot. Gefragt wird nach einer Abogebühr, nach Micropayment für einzelne Artikel oder ob das Angebot kostenlos bleiben soll.

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31. August 2010

Sarrazin: Der Journalismus als Beute
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 09:56

“Die Pressekonferenz von Thilo Sarrazin heute (30.8.) hatte etwas Bedrückendes: Journalisten standen um den halben Block an, um ihn zu sehen. Über 30 Kamerateams und rudelweise Fotoreporter waren gekommen. Als Sarrazin den Raum betrat, wurde er fast fünf Minuten lang zunächst einmal nur fotografiert. Es wirkte wie eine Huldigung in Blitzlichtgewittern”, schreibt Robin Meyer-Lucht. Sarrazin “ein Auflagen- und Aufmerksamkeitsgoldstück”. Derartige “Aufmerksamkeitsmagneten” bedienen die “Gier des Publikums”, dem kann der Journalismus nicht widerstehen. So werden Journalisten zu “Getriebene einer Verwertungslogik”.
“Sarrazin passt ins Beuteschema des Journalismus. Es ist aber nicht er die Beute, sondern der Journalismus ist seine Beute. Diese mangelnde Souveränität des Journalismus mitzuerleben, die nicht das Versagen Einzelner darstellt, sondern letzlich wohl systemisch ist, verstört”, meint Robin Meyer-Lucht auf Carta.info.

Der eigentliche Skandal ist nicht Sarrazin – denn von ihm weiß man allerspätestens nach seinem Interview mit dem Lettre International, wo er politisch steht. Der eigentliche Skandal ist der Umgang der Medien und der Politik mit ihm.
Sarrazin verbreitet Rassismus und einen als Philosemitismus getarnten Antisemitismus, der von den Medien als Meinungsfreiheit und Tabubrecherei eingeordnet wird. Warum eigentlich? Wer ist denn dann ein Rassist, wenn nicht einer, der rassistische Dinge äußert und versucht, sie pseudowissenschaftlich zu belegen? Warum hofiert man diesen Mann so? Warum „erwägt“ man bei der SPD ein Austrittsverfahren und leitet es nicht einfach ein? Warum wird nicht wenigstens versucht, ihn aus seinem angesehenen Job bei der Bundesbank zu entlassen? Ist Rassismus heutzutage keine „schwerwiegende Entgleisung“ (Voraussetzung für eine mögliche Entlassung durch den Bundespräsidenten) mehr? Warum traut man sich in den Medien nicht, Sarrazin als das zu bezeichnen, was er ist: Schlicht und ergreifend: ein Rassist? Offenbar gibt es zwar Rassismus, aber keine Rassisten”, schreibt Ramona Ambs auf haGalil.com.

Auch Rainer Burchardt vom Deutschlandfunk sieht die Medienmacher kritisch. Er hat das Buch, für ihn eine “Populistische Pauschal-Diffamierung”, gelesen und kommentiert: weiterlesen…

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30. August 2010

Anixe HD reduziert Sendezeit auf Astra
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 15:34

Deutschlands erster frei empfangbarer HD-Sender Anixe HD wird seine HD-Sendezeiten über Astra 19,2° Ost reduzieren und nur noch abends und nachts sowie am Wochenende in nativem HD senden, das gab der Betreiber am Freitag bekannt. weiterlesen…

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29. August 2010

Sarrazin und das “Juden-Gen” - Jetzt wird er zum Freak
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 22:59

Würde das Thema in den Medien nicht so hochkochen und sogar die Bundeskanzlerin zu einer Stellungnahme nötigen, das Buch eines gewissen T.S. würde ungefähr den Stellenwert haben, wie vor ein paar Jahren die blonde Eva (Das Eva-Prinzip), welche die Emanzipation der Frau als Ursache der niedrigen Geburtenrate in Deutschland ausmachte und das Aussterben der Deutschen befürchtete. Das Fass zum Überlaufen brachte ihre Aussage zur Familienpolitik der Nazis, die angeblich gar nicht so schlecht war. Dafür wurde sie von Kerner aus seiner Talksendung geworfen. Ihren Job als Nachrichtenvorleserin bei der ARD war  sie (arbeitsgerichtlich bestätigt) dann auch noch los. weiterlesen…

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28. August 2010

ROG-Brief an Merkel: Missachtung der Pressefreiheit in Ukraine muss Gesprächsthema sein
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 09:30

Reporter ohne Grenzen (ROG) hat sich vor dem für den 30. August geplanten Besuch des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch in Berlin mit einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. Darin bittet ROG die deutsche Regierungschefin, bei ihrem Treffen mit Präsident Janukowitsch die zunehmenden Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit in dem osteuropäischen Land zum Thema zu machen. Seit dem Amtsantritt von Janukowitsch stellt ROG vermehrt tätliche Angriffe auf Journalisten und systematische Versuche von Behörden, auf Medien Einfluss zu nehmen, fest. weiterlesen…

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27. August 2010

Pointen statt Ergebnisse - Plasberg als mediales Mannequin
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 21:54

hart-aber-fair-banner

Hart aber fair soll eine Talkshow sein, bei der es zur Sache gehen soll. Die bisher bei der ARD ausgestrahlten hundert Sendungen lassen aber berechtigte Zweifel aufkommen, dass die Show ihren selbst gestellten Ansprüchen genügt. Stefan Kuzmany geht auf Spiegel-Online mit Plasberg hart ins Gericht: “Eigentlich sollte es in der Jubiläumsshow von Frank Plasberg ja um Atomenergie gehen. Stattdessen zeigte er eindrucksvoll, wie sein Talkkonzept funktioniert: Pointen statt Ergebnisse, Fragen, bei denen die Antwort schon vorher klar ist - und bloß keine inhaltlichen Diskussionen. … An wirklichen Ergebnissen ist er nicht interessiert - sondern nur an der nächsten Pointe.” Statt “Hart aber fair” heisst sein Artikel darum “Hart aber leer“. Berliner Journalisten veröffentlichte vor einem Jahr einen Beitrag über die Gesprächskultur in derartigen Talkshows. Damals beleuchteten wir die “Journalistische Katastrophe” der Befragung von Bundeskanzlerin Merkel und Kanzlerkandidat Steinmeier durch Plasberg und Kollegen im Vorfeld der Bundestagswahl.  “An Inhalten waren das Moderatoren-Tribunal nicht interessiert, allein an möglichen Ausrutschern oder an Eingeständnissen. (…) Nur mühsam konnten Kanzlerin und Vizekanzler offenbar ihr Misstrauen verbergen, dass die vier Interviewer der komplizierten Materie womöglich nicht gewachsen sind (…) Aber es waren eben gar keine Journalisten, sondern Moderatoren und Nachrichtensprecher, die hier zum Einsatz kamen, mediale Mannequins.” Da hat sich im letzten Jahr offenbar nicht viel geändert.

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25. August 2010

Sarrazin: Der “Klartext-Politiker” als Provokateur
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 23:09

Die Bildzeitung bezeichnet ihn als „Klartext-Politiker”, einige meinen sogar, mit dem früheren Berliner Finanzsenator und jetzigen Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin traue sich endlich mal einer „unbequeme Wahrheiten” auszusprechen. Sarrazin ein „mutiger Tabubrecher”? Dabei sind seine Thesen nur „eine groteske Mischung von statistisch verbrämten Halbwahrheiten, Vorurteilen, Unterstellungen und bösartigen Verallgemeinerungen.” „Wem auf gesellschaftliche Herausforderungen in einer multikulturellen Demokratie nur Beschimpfungen der ohnehin Benachteiligten einfallen, hat nicht verstanden, dass Integration ein wechselseitiger Prozess ist”, meint der Grünen-Politiker Volker Beck. weiterlesen…

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24. August 2010

Zeitungskrise: Miese Stimmung bei DuMont-Schauberg
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 14:49

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Bei der Frankfurter Rundschau läft es zurzeit nicht so gut, will die TAZ erfahren haben und schreibt: “Die Stimmung in der ohnehin schon ausgelutschten Redaktion ist mies. Zumal der Verdacht, hier machten sich erste Folgen der im April gestarteten “Redaktionsgemeinschaft” bemerkbar, nicht von der Hand zu weisen ist: Die FR gehört wie die Berliner Zeitung zum Kölner Medienhaus DuMont-Schauberg, die aus RedakteurInnen beider Blätter bestückte “ReGe” liefert seit dem Frühjahr einen Großteil der überregionalen Berichterstattung beider Blätter und bedient auch noch die DuMont-Titel Kölner Stadtanzeiger und Mitteldeutsche Zeitung (Halle/Saale).Dass es langfristig den überregionalen Restredaktionen in Berlin wie Frankfurt an den Kragen gehen wird, ist ein offenes Geheimnis. Die Eigenständigkeit der Blätter stehe aber nicht auf dem Spiel: Die FR werde keinesfalls zum reinen Regionalblatt heruntergestuft, versicherte die FR-Geschäftsführung laut Teilnehmern in den jüngsten Gesprächen.(TAZ)

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23. August 2010

Kernkraft: Beispiellose Medienkampagne
Abgelegt unter: Medien, PR, Politik | Richard Schnabl um 11:03

Mit großformatigen Anzeigen in allen großen Tageszeitungen versucht eine “Apo in Nadelsteifen” (Süddeutsche) Einfluss auf die Regierung zu nehmen. Dazu schreibt die Frankfurter Rundschau: “Diese Leute, die glauben, eine Kanzlerin so unter Druck setzen zu können, sind sozial dumm und missachten alle Grundregeln des menschlichen Zusammenlebens. Vor allem Regel Nummer eins: Bringe den anderen nie in eine ausweglose Situation, aus der er ohne Gesichtsverlust nicht mehr herauskommt. Eine Kanzlerin, das müssten sich die Herren, und es sind ausschließlich Herren, vielleicht noch mal klarmachen, ist vom Volk gewählt und ihm verantwortlich. Würden sie dies zur Kenntnis nehmen, wäre es, wenn schon nicht aus Einsicht, dann aus Zweckmäßigkeit geboten, sie so agieren zu lassen, dass ihre Entscheidung öffentliche Akzeptanz finden kann. weiterlesen…

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20. August 2010

Bezahlfernsehen: Sky-Aktie nun “Pennystock”
Abgelegt unter: Fernsehen, Medien | Richard Schnabl um 11:16

sky

Die Aktie des deutschen Pay-TV Anbieters Sky ist am heutigen Vormittag erstmals unter die Ein-Euro-Marke gerutscht. Das Papier verlor 6,36 % seines Wertes (zum Vortag) und notierte um 11 Uhr bei 94 Cent. Im Laufe des Handelstages wurden 91 Cent erreicht, bei Handelsschluss notierte die Aktie um 94 Cent . Vor fast genau 3 Jahren zog sich Georg Kofler, der den Sender aus dem insolventen Kirch-Imperium übernahm und an die Börse brachte, überraschend aus dem Unternehmen zurück und verkaufte alle seine 1,23 Millionen Premiere-Aktien, was ihm 23 Millionen Euro eingebracht hat. Seit dem hat sich die Situation des Senders weiter verschlechtert. Bereits am 4. Dezember 2009 schrieben wir: “Bezahlsender Sky: Kein Ende der Misere. Die deutschen Fußballclubs bereiten sich schon auf eine Pleite von Sky-Deutschland vor.

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19. August 2010

Bericht zum Online-Verhalten von Senioren
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 12:26

Unter der Überschrift “Silver Surfer: Illustrierte sind im Netz nicht gefragt” berichtet das Online-Portal “horizont.net” über die Veränderung der Mediennutzung bei Senioren im Zeitalter des Internet. “Illustrierte verlieren ältere Leser durch das Internet. Laut einer Umfrage der Seniorenplattform Feierabend.de unter ihren Usern lesen 58, 2 Prozent weniger oder sehr viel weniger Illustrierte, seit sie regelmäßig im Netz unterwegs sind. Auch Monatszeitschriften werden von 51,5 Prozent weniger oder sehr viel weniger in Printform genutzt. Den geringsten Rückgang verzeichnen Tageszeitungen mit lediglich 27 Prozent. weiterlesen…

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Uwe Knüpfer neuer Chefredakteur des SPD-Blattes “vorwärts”
Abgelegt unter: Medien, PR | Richard Schnabl um 12:13

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat am Dienstag in Berlin den Namen des künftigen “vorwärts”-Chefredakteurs bekannt gegeben. In der Berufung Uwe Knüpfers sieht sie “ein Bekenntnis der Parteiführung zur zentralen Rolle des ‘vorwärts’ für die Partei”.
weiterlesen…

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17. August 2010

Google Street-View: Die plötzliche Angst vor “Big-Brother”
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 13:35

Da fahren Autos des Internetdienstes Google durch die Straßen und fotografieren Häuserfronten, auf dass man im Internet zukünftig virtuell durch die Straßen spazieren kann. In New York geht das schon, auch Paris ist schon erfasst. Nun sind deutsche Städte in Vorbereitung und in den Medien wird breit diskutiert und zahlreiche Bürger argwöhnen, ihre Privatsphäre werde beeinträchtigt. Weil man also in Zukunft die Häuser auch von vorne und nicht nur von oben wie bereits seit Jahren bei Google-Earth betrachten kann, sei also die Privatsphäre berührt. Ein ähnlicher Aufschrei wurde bei anderen Eingriffen in die Privatsphäre allerdings vermisst. Als das Bankgeheimnis abgeschafft wurde, durch das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung alle Telefon- und Internetverbindungsdaten für sechs Monate gespeichert wurden, bewegte sich der Protest in überschaubaren Grenzen. weiterlesen…

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16. August 2010

Kein Interesse an der Gegenwart - kein Interesse an der Zukunft? Das Medienverhalten junger Erwachsener gibt Rätsel auf
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 18:33

In der internationalen Zeitschrift für Journalismus Message analysiert Armin Wolf das Medienverhalten junger Menschen. “was bedeutet das Desinteresse junger Menschen an traditioneller politischer Information demokratiepolitisch? Der US-Soziologe David Mindich warnt in seinem Buch »Tuned Out: Why Americans Under 40 Don’t Follow The News« (2005) vor dem »größten Exodus informierter Bürger in der Geschichte«. Den Tageszeitungen ergeht es da nicht besser als den Nachrichtenformaten im TV. »Kein Teenager, den ich kenne, liest regelmäßig eine Tageszeitung«, hieß es im Sommer 2009 in einem Report der Investment-Bank Morgan Stanley über das Medienverhalten von Teenagern.” Man könnte ja die Hoffnung hegen, dass sich das Medienverhalten mit dem Alter ändert, die heute Jungen also später doch noch zur Zeitung greifen. Der Autor teilt diese Hoffnung nicht: “Die Hoffnung vieler Verleger und Fernsehproduzenten, die Jungen von heute würden mit dem Älterwerden in ihre Medien »hineinwachsen«, ist ein fataler Irrtum. Die jungen Erwachsenen von 2010 werden mit 40 und 50 Jahren nicht wesentlich mehr Tageszeitungen lesen oder TV-Nachrichten sehen als heute. Das lässt sich aus den Daten der letzten Jahrzehnte mit großer Wahrscheinlichkeit ableiten. …

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Premiere/Sky: 20 Jahre erfolgloses Bezahlfernsehen
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 18:15

Vor 20 Jahren wurde Premiere gegründet. Das Bezahlfernsehen bestand zunächst aus einem analogen Kanal, der exklusiv neue Spielfilme und am Wochenende Bundesligafußball übertrug. Mit der Digitalisierung kamen neue Kanäle himzu, die Abonnentenzahl pendelte sich bei 2,4 Mio ein. Zu wenig, um die Gewinnschwelle zu erreichen. weiterlesen…

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12. August 2010

Bild-Kampagne: “Mediale Mordhetze”
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 21:42

Die nachträgliche Sicherungsverwahrung ist gescheitert. Christian Bommarius bezeichnet dieses Instrument als “lebende Leiche der Rechtspolitik” (BLZ). Nun müssen in Deutschland Schwerkriminelle, die ihre Haftstrafe verbüßt haben auf freien Fuß gesetzt werden. Das veranlasst die Bildzeitung zu einer Hetzkampagne, die die Qualität des mittelalterlichen Prangers noch übertrifft, befindet Hauke Friedrichs in der ZEIT in einem Kommentar: “Im Vergleich zum Handabhacken oder Ohrschlitzen, ebenfalls mögliche Strafen in der “Peinlichen Halsordnung”, war der Pranger regelrecht human. Anschließend konnte der Verurteilte sich die Spucke aus dem Gesicht wischen, die Stadt vor Toresschluss verlassen und woanders sein Glück versuchen. Im Mittelalter gab es eben noch keine Bild-Zeitung, die sich die erneute Bestrafung von entlassenen Schwerverbrechern, die ihre Freiheitsstrafe bereits verbüßt haben, auf die publizistische Fahne geschrieben hat.” Für die ZEIT ist das “mediale Mordhetze”: “Das ist gezielte Panikmache. Die Polizei muss längst nicht mehr nur ehemalige Gefängnisinsassen überwachen, weil sie eine Gefahr für die Gesellschaft sein könnten – sondern auch, um sie vor Lynchjustiz zu bewahren. … Chefredakteur Kai Dieckmann <sic> formt seine Bild zum Pranger der Populisten. Schon einmal hetzte Bild gegen angebliche Straftäter. Danach wurde Rudi Dutschke erschossen. Dieckmann sollte aufpassen, dass das Blatt nicht zum Henkerbeil wird. … Ob ein Straftäter nach Verbüßung seiner Freiheitsstrafe weiterhin eine Gefahr für die Gesellschaft ist, müssen aber Richter und Gutachter entscheiden – nicht die Redaktion der Bild.”

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11. August 2010

Der kollektive Aufstand der Medien gegen die Diskussion um eine Aussetzung der Rente mit 67
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 11:52

Die “NachDenkSeiten” beleuchten die Medienkampagne zur Rente mit 67 kritsch. Wir crossposten diesen Beitrag in freundlicher Verbundenheit.

Nachdenkseiten vom 11.8. 2010  Autor: Wolfgang Lieb

Kaum gibt es in der SPD eine Diskussion über eine Anpassung des Renteneintrittsalters an die Wirklichkeit des Arbeitsmarktes und der physischen und psychischen Arbeitsfähigkeit, schon baut sich der geballte Widerstand der Medien auf. Gestern Abend um 22.55 Uhr wies Google News 531 Artikel zur Rente mit 67 aus. In nahezu allen Beiträgen wird ausschließlich auf die demografischen Entwicklungsmodelle abgestellt und die vom Bundesarbeitsministerium eingespeiste Beschönigung, dass in den letzten Jahren die Beschäftigungsquote leicht angestiegen sei, wird als Annahme in die Zukunft fortgeschrieben.
Es ist erschreckend, eine derartige freiwillige Gleichschaltung des Denkens festzustellen. Wolfgang Lieb weiterlesen…

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10. August 2010

China-Tibet: ROG alarmiert über neue Stufe der Online-Überwachung
Abgelegt unter: Medien | Richard Schnabl um 12:05

Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die Verschärfung der Internetzensur in Tibet. Nach einer Anordnung der chinesischen Behörden muss auf allen öffentlich zugänglichen Rechnern bis zum 10. August eine Filter- und Überwachungssoftware installiert sein. Die Regelung trifft vor allem Eigentümer von Internetcafés.

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9. August 2010

“Zusammenhänge, aus denen sie etwas reißen können, sind ihnen nicht bekannt”
Abgelegt unter: Medien, PR | Richard Schnabl um 09:07

Am 11. August tritt der bisherige ZDF-Moderator Steffen Seibert (Vom Journalisten zum Propagandisten) als neuer Regierungssprecher an. Bei Adenauer nannte sich dieser noch “Pressechef” und “der Alte” glaubte, dieser sei so etwas wie der Vorgesetzte der Journalisten und rief ihm am Kabinettstisch zu: “Können Sie nicht dafür sorgen, dass die Presse endlich damit aufhört, über diese Sache zu schreiben. Sie sind doch der Chef.” 23 Regierungssprecher waren bisher als Laut- oder Leisesprecher ihrer Kanzler tätig, darunter Ikonen wie Klaus Bölling und Felix von Eckardt. Der Job des Regierungssprechers hat sich in fünf Jahrzehnten geändert, die Journalistenmeute auch. “Insbesondere jüngeren Fernsehleuten privater Sender fehle es nicht selten an politischer und geschichtlicher Bildung … Früher wurden Journalisten oft getadelt, weil sie angeblich Dinge aus dem Zusammenhang gerissen hatten. … Heute sei das anders, hat Jürgen Leinemann, der große Reporter, mal geschrieben: “Zusammenhänge, aus denen sie etwas reißen können, sind ihnen nicht bekannt”. Hans Leyendecker beschreibt in der Süddeutschen Zeitung Seiberts Vorgänger.

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8. August 2010

Zehn Gründe gegen ein Presse-Leistungsschutzrecht
Abgelegt unter: Medien, Recht | Richard Schnabl um 23:33

“Im Oktober 2009, kurz nach der Bundestagwahl, war die Freude in deutschen Presseverlagen groß: Einigen Presselobbyisten war es in einer politischen Nacht- und Nebelaktion gelungen, maßgebliche Verhandlungsführer des Koalitionsvertrages von der vermeintlichen Notwendigkeit eines sog. Leistungsschutzrechtes für Presseverlage zu überzeugen. Wie sich inzwischen gezeigt hat, war die Absichtserklärung im Koalitionsvertrag, ein Leistungsschutzrecht einführen zu wollen, voreilig”, meint Dr. Arnd Haller, Chefjustiziar Google Nord- und Zentraleuropa und erläutert auf telemedicus, warum ein Leistungsschutzrecht nur wenigen Großverlagen nutzt, ansonsten aber schadet.

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Aktuelles Heft Nr. 4-2010
Titelthema:
Mobilität

Titelfoto: Denis Balibouse/ Solar Impulse, Alex Häsler
Fotomontage: Lammel/Reblin







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