Abgelegt unter: Medien, PR, Politik | Richard Schnabl um 11:03
Mit großformatigen Anzeigen in allen großen Tageszeitungen versucht eine “Apo in Nadelsteifen” (Süddeutsche) Einfluss auf die Regierung zu nehmen. Dazu schreibt die Frankfurter Rundschau: “Diese Leute, die glauben, eine Kanzlerin so unter Druck setzen zu können, sind sozial dumm und missachten alle Grundregeln des menschlichen Zusammenlebens. Vor allem Regel Nummer eins: Bringe den anderen nie in eine ausweglose Situation, aus der er ohne Gesichtsverlust nicht mehr herauskommt. Eine Kanzlerin, das müssten sich die Herren, und es sind ausschließlich Herren, vielleicht noch mal klarmachen, ist vom Volk gewählt und ihm verantwortlich. Würden sie dies zur Kenntnis nehmen, wäre es, wenn schon nicht aus Einsicht, dann aus Zweckmäßigkeit geboten, sie so agieren zu lassen, dass ihre Entscheidung öffentliche Akzeptanz finden kann. weiterlesen…
Uwe Knüpfer neuer Chefredakteur des SPD-Blattes “vorwärts”
Abgelegt unter: Medien, PR | Richard Schnabl um 12:13
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat am Dienstag in Berlin den Namen des künftigen “vorwärts”-Chefredakteurs bekannt gegeben. In der Berufung Uwe Knüpfers sieht sie “ein Bekenntnis der Parteiführung zur zentralen Rolle des ‘vorwärts’ für die Partei”. weiterlesen…
“Zusammenhänge, aus denen sie etwas reißen können, sind ihnen nicht bekannt”
Abgelegt unter: Medien, PR | Richard Schnabl um 09:07
Am 11. August tritt der bisherige ZDF-Moderator Steffen Seibert (Vom Journalisten zum Propagandisten) als neuer Regierungssprecher an. Bei Adenauer nannte sich dieser noch “Pressechef” und “der Alte” glaubte, dieser sei so etwas wie der Vorgesetzte der Journalisten und rief ihm am Kabinettstisch zu: “Können Sie nicht dafür sorgen, dass die Presse endlich damit aufhört, über diese Sache zu schreiben. Sie sind doch der Chef.” 23 Regierungssprecher waren bisher als Laut- oder Leisesprecher ihrer Kanzler tätig, darunter Ikonen wie Klaus Bölling und Felix von Eckardt. Der Job des Regierungssprechers hat sich in fünf Jahrzehnten geändert, die Journalistenmeute auch. “Insbesondere jüngeren Fernsehleuten privater Sender fehle es nicht selten an politischer und geschichtlicher Bildung … Früher wurden Journalisten oft getadelt, weil sie angeblich Dinge aus dem Zusammenhang gerissen hatten. … Heute sei das anders, hat Jürgen Leinemann, der große Reporter, mal geschrieben: “Zusammenhänge, aus denen sie etwas reißen können, sind ihnen nicht bekannt”. Hans Leyendecker beschreibt in derSüddeutschen Zeitung Seiberts Vorgänger.
Unkontrollierter Lobbyismus gefährdet die Demokratie - unkritischer Journalismus auch
Abgelegt unter: Medien, PR | Richard Schnabl um 16:32
“Die Kombination aus Lobbyismus und systematischer Meinungsmache ist tödlich. Von demokratischer Willensbildung und demokratischer Entscheidungsfindung kann man nicht mehr sprechen, wenn die entscheidenden Meinungsbildungsprozesse und damit die Entscheidungen von denen bestimmt werden, die über viel Geld und publizistische Macht verfügen. Dann herrschen die großen Interessen und die Oberschicht. Und den Satz, alle Gewalt gehe vom Volke aus, können wir schlicht begraben”, meint der Publizist und Journalist Albrecht Müller in einem Interview mit Even Güvercin. weiterlesen…
Abgelegt unter: Medien, PR | Richard Schnabl um 12:25
Das ist der Hammer! Die Bundesagentur für Arbeit (BA) bietet den Medien vorgefertigte Berichte, einer weitergehende Berichterstattung ist dann aber nicht gestattet. weiterlesen…
Geben und Nehmen? Journalistenpreise in Deutschland
Abgelegt unter: Medien, PR | Richard Schnabl um 10:59
“Wer etwas auf sich hält, so scheint es, vergibt einen Journalistenpreis. Und so können Autoren und Redakteure sich heute nicht mehr nur als aufrechte Streiter für Demokratie und Pressefreiheit oder als besonders begnadete Stilisten auszeichnen lassen, sondern genauso für „herausragende“ journalistische Beiträge, die die Zukunftsfähigkeit von heimischem Holz demonstrieren, für kompetente Berichterstattung zum Thema „Bezahlen mit Karte im Alltag“, für Innovatives über „Gute Pflege für ein würdiges Altern“ – bis hinzu „eiskalter Recherche“ über die Vorzüge von Tiefkühlkost. Vor allem die Pharmaindustrie tut sich in den letzten Jahren als eifriger Förderer des Qualitätsjournalismus hervor” (DLF)
Abgelegt unter: Medien, PR | Richard Schnabl um 18:00
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Zur Wiedereröffnung der direkten ICE-Strecke Berlin-Hamburg veranstaltet die Deutsche Bahn über zwei Privatsender Gewinnspiele, die als redaktionelle Beiträge moderiert werden. So heisst es in einer Pressemitteilung des Radio Marketing Service (RMS): ” Die Gewinnaktionen der Deutschen Bahn präsentieren sich komplett im Gewand von Radio Hamburg und 94,3 rs2. So werden sämtliche Trailer im Senderdesign gestaltet. Darüber hinaus führen die bekannten Moderatoren während ihrer Shows durch das Gewinnspiel und sprechen mit den Gewinnanwärtern. Auch Werbebotschaften zu Angeboten der Deutschen Bahn werden mitkommuniziert. Weitere Informationen finden die Hörer auf den jeweiligen Sender-Websites, die über eine Verlinkung zur Website der Deutschen Bahn führen.” Dass es sich dabei um laut Rundfunkstaatsvertrag verbotene Schleichwerbung handeln könnte, scheint die Akteure nicht zu stören. War doch die Deutsche Bahn erst kürzlich wegen verdeckter PR-Aktionen in die Kritik geraten (wir berichteten).
Werbesprüche sind oft originell, wenn alltägliche Redeweisen adaptiert werden und sich auf das zu bewerbende Produkt beziehen. So gerät der Kunde ins Schmunzeln oder auch ein wenig ins Erstaunen und behält vielleicht das beworbene Produkt im Hinterkopf. Weniger Schmunzeln, dafür umso mehr Erstaunen rief jetzt eine Werbekampangne für Tchibo-Kaffee bei der Tankstellenkette ESSO hervor, bei der mit dem (grammatikalisch ziemlich dilletantischen) Slogan “Jedem den Seinen” unschön an den Spruch “Jedem das Seine” erinnert wurde. Den Werbestrategen, Marketingmitarbeitern und Management müßte doch eigentlich klar sein, dass dieser Spruch, der den Eingang des NAZI-Konzentrationslagers Buchenwald zierte, eine Verhöhnung von Millionen Opfern der Nazidiktatur darstellt und sich deshalb nicht für Lifestyle-Werbesprüche eignet. Nachdem der Skandal bekannt wurde, zog ESSO die Werbung zurück. Esso-Sprecher Olaf Martin sagte, die beauftragte Werbeagentur habe die historische Bedeutung des Satzes offenbar nicht erkannt.
Am 23.6. veröffentliche die LMK Rheinland-Pfalz eine Resolution zum Thema “Quoten, Klicks und Kohle”:
Die Versammlung der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz hat sich in ihrer Sitzung vom 23. Juni 2008 mit der Analyse und Bewertung des in der Öffentlichkeit auf Grund seiner Einseitigkeit und manipulativen Argumentationsweise kritisch diskutierten ARD-Features „Quoten, Klicks und Kohle” befasst und folgende Resolution verabschiedet:
Leif-PR im Ersten: Agitprop mit Investigativ-Attitüde
Abgelegt unter: Medien, PR | Sabine Pamperrien um 09:40
Man könnte jetzt darüber schreiben, wie die Medien-Karawane in Amstetten eingefallen ist. Wie Reporter jedes Detail aus dem Leben des Josef Fritzl ausbuddeln. Wie alles, was sie finden, in das Mosaik des Lebens des von Bild zum „Inzest-Monster“ getauften eingebaut wird. Und dann darüber, dass einem diese Details aber nicht helfen, wenn es darum geht, irgendwas von dem, was da über Jahrzehnte im Keller geschehen sein soll, zu verstehen. Auch abgebrühten Medienmachern sieht man diese Fassungslosigkeit an, wenn Sie aus dem fernen Fernsehstudio vernommen werden und die Bruchstücke dieses Falls liefern. Man kann spüren, wie sie sich zwingen müssen, die professionelle Distanz des Reporters zu seiner Nachricht zu wahren.