Unkontrollierter Lobbyismus gefährdet die Demokratie - unkritischer Journalismus auch
Abgelegt unter: Medien, PR | Richard Schnabl um 16:32
“Die Kombination aus Lobbyismus und systematischer Meinungsmache ist tödlich. Von demokratischer Willensbildung und demokratischer Entscheidungsfindung kann man nicht mehr sprechen, wenn die entscheidenden Meinungsbildungsprozesse und damit die Entscheidungen von denen bestimmt werden, die über viel Geld und publizistische Macht verfügen. Dann herrschen die großen Interessen und die Oberschicht. Und den Satz, alle Gewalt gehe vom Volke aus, können wir schlicht begraben”, meint der Publizist und Journalist Albrecht Müller in einem Interview mit Even Güvercin. weiterlesen…
13. Dezember 2009
ZAPP: Die PR-Branche und ihre Tricks
Abgelegt unter: Medien, PR | Richard Schnabl um 10:05
Das NDR-Medienmagazin berichtet in einem Beitrag über die Tricks einer Branche:
6. November 2009
Bundesagentur für Arbeit will die Presse lenken
Abgelegt unter: Medien, PR | Richard Schnabl um 12:25
Das ist der Hammer! Die Bundesagentur für Arbeit (BA) bietet den Medien vorgefertigte Berichte, einer weitergehende Berichterstattung ist dann aber nicht gestattet. weiterlesen…
3. November 2009
Geben und Nehmen? Journalistenpreise in Deutschland
Abgelegt unter: Medien, PR | Richard Schnabl um 10:59
“Wer etwas auf sich hält, so scheint es, vergibt einen Journalistenpreis. Und so können Autoren und Redakteure sich heute nicht mehr nur als aufrechte Streiter für Demokratie und Pressefreiheit oder als besonders begnadete Stilisten auszeichnen lassen, sondern genauso für „herausragende“ journalistische Beiträge, die die Zukunftsfähigkeit von heimischem Holz demonstrieren, für kompetente Berichterstattung zum Thema „Bezahlen mit Karte im Alltag“, für Innovatives über „Gute Pflege für ein würdiges Altern“ – bis hinzu „eiskalter Recherche“ über die Vorzüge von Tiefkühlkost. Vor allem die Pharmaindustrie tut sich in den letzten Jahren als eifriger Förderer des Qualitätsjournalismus hervor” (DLF)
15. Juni 2009
Deutsche Bahn: Als Gewinnspiel getarnte Werbung
Abgelegt unter: Medien, PR | Richard Schnabl um 18:00
.
Zur Wiedereröffnung der direkten ICE-Strecke Berlin-Hamburg veranstaltet die Deutsche Bahn über zwei Privatsender Gewinnspiele, die als redaktionelle Beiträge moderiert werden. So heisst es in einer Pressemitteilung des Radio Marketing Service (RMS): ” Die Gewinnaktionen der Deutschen Bahn präsentieren sich komplett im Gewand von Radio Hamburg und 94,3 rs2. So werden sämtliche Trailer im Senderdesign gestaltet. Darüber hinaus führen die bekannten Moderatoren während ihrer Shows durch das Gewinnspiel und sprechen mit den Gewinnanwärtern. Auch Werbebotschaften zu Angeboten der Deutschen Bahn werden mitkommuniziert. Weitere Informationen finden die Hörer auf den jeweiligen Sender-Websites, die über eine Verlinkung zur Website der Deutschen Bahn führen.” Dass es sich dabei um laut Rundfunkstaatsvertrag verbotene Schleichwerbung handeln könnte, scheint die Akteure nicht zu stören. War doch die Deutsche Bahn erst kürzlich wegen verdeckter PR-Aktionen in die Kritik geraten (wir berichteten).
Werbesprüche sind oft originell, wenn alltägliche Redeweisen adaptiert werden und sich auf das zu bewerbende Produkt beziehen. So gerät der Kunde ins Schmunzeln oder auch ein wenig ins Erstaunen und behält vielleicht das beworbene Produkt im Hinterkopf. Weniger Schmunzeln, dafür umso mehr Erstaunen rief jetzt eine Werbekampangne für Tchibo-Kaffee bei der Tankstellenkette ESSO hervor, bei der mit dem (grammatikalisch ziemlich dilletantischen) Slogan “Jedem den Seinen” unschön an den Spruch “Jedem das Seine” erinnert wurde. Den Werbestrategen, Marketingmitarbeitern und Management müßte doch eigentlich klar sein, dass dieser Spruch, der den Eingang des NAZI-Konzentrationslagers Buchenwald zierte, eine Verhöhnung von Millionen Opfern der Nazidiktatur darstellt und sich deshalb nicht für Lifestyle-Werbesprüche eignet. Nachdem der Skandal bekannt wurde, zog ESSO die Werbung zurück. Esso-Sprecher Olaf Martin sagte, die beauftragte Werbeagentur habe die historische Bedeutung des Satzes offenbar nicht erkannt.
24. Juni 2008
LMK Rheinland-Pfalz veröffentlicht Resolution zu Leif-Stück
Am 23.6. veröffentliche die LMK Rheinland-Pfalz eine Resolution zum Thema “Quoten, Klicks und Kohle”:
Die Versammlung der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz hat sich in ihrer Sitzung vom 23. Juni 2008 mit der Analyse und Bewertung des in der Öffentlichkeit auf Grund seiner Einseitigkeit und manipulativen Argumentationsweise kritisch diskutierten ARD-Features „Quoten, Klicks und Kohle” befasst und folgende Resolution verabschiedet:
Leif-PR im Ersten: Agitprop mit Investigativ-Attitüde
Abgelegt unter: Medien, PR | Sabine Pamperrien um 09:40
Man könnte jetzt darüber schreiben, wie die Medien-Karawane in Amstetten eingefallen ist. Wie Reporter jedes Detail aus dem Leben des Josef Fritzl ausbuddeln. Wie alles, was sie finden, in das Mosaik des Lebens des von Bild zum „Inzest-Monster“ getauften eingebaut wird. Und dann darüber, dass einem diese Details aber nicht helfen, wenn es darum geht, irgendwas von dem, was da über Jahrzehnte im Keller geschehen sein soll, zu verstehen. Auch abgebrühten Medienmachern sieht man diese Fassungslosigkeit an, wenn Sie aus dem fernen Fernsehstudio vernommen werden und die Bruchstücke dieses Falls liefern. Man kann spüren, wie sie sich zwingen müssen, die professionelle Distanz des Reporters zu seiner Nachricht zu wahren.