Im aktuellen Heft nahm Heinrich Bergstresser das Vorgehen der nigerianischen Polizei gegen die beiden Dokumentarfilmer Andy Lehmann und Florina Opitz zum Anlass, uns einen Hintergrund zu Nigeria zu schreiben. Der Text erschien unter dem Titel “Der Fluch der Ressourcen”.
Reporter ohne Grenzen hat uns gerade auf eine Veranstaltung am 5. Februar 2007 zur Unterstützung der beiden Kollegen aufmerksam gemacht. Damit nicht nur solidarisch gerockt wird, sondern die Kenntnis über die Lage in Nigeria sich weiter verbreitet, stellen wir Heinrich Bergstressers Text online. http://www.berliner-journalisten.com/12/heinrich-bergstresser-nigeria-der-fluch-der-ressourcen.html
Pressemitteilung 3. Januar 2008
ROG präsentiert Konzert für die Pressefreiheit von “Wir sind Helden” und “Tomte”
Berlin, 3. Januar 2008. “Wir sind Helden” und “Tomte” spielen am 5. Februar 2008 in Hamburg für die Pressefreiheit. Reporter ohne Grenzen (ROG) unterstützt das Benefizkonzert, dessen Anlass die Haft des deutschen Filmemachers Florian Opitz und seines Kameramanns Andy Lehmann in Nigeria ist. Der nigerianische Geheimdienst nahm Opitz und Lehmann am 22. September im Nigerdelta fest und klagte sie kurz darauf der Spionage und des Visumsbetruges an. Anfang November kamen sie frei und konnten das Land verlassen. Auch ROG hatte sich für ihre Freilassung eingesetzt.
Opitz und Lehmann recherchierten im ölreichen Nigerdelta für einen Dokumentarfilm. Obwohl Nigeria der sechstgrößte Erdölexporteur der Welt ist, lebt die Mehrheit der Bevölkerung in absoluter Armut. Den Gründen für dieses Ungleichgewicht wollten sie nachgehen und zum Thema ihres Filmes machen.
Den beiden drohten bis zu 14 Jahren Haft. ROG und andere Menschenrechts-organisationen reagierten sofort und forderten die nigerianischen Behörden auf, Opitz und Lehmann umgehend freizulassen. ” Es war enorm wichtig zu wissen, in dieser schwierigen Situation nicht alleine zu sein, sondern von vielen Seiten unterstützt zu werden”, sagt Lehmann. “Die ganze Sache diente offensichtlich vor allem dazu, ausländische Journalisten abzuschrecken, ihnen klar zu machen, dass sie im Nigerdelta nichts zu suchen haben.”
Nach erheblichem diplomatischem Druck konnten Opitz und Lehmann Anfang
November nach Deutschland ausreisen. Wenig später wurde das Verfahren gegen sie und zwei mitangeklagte Kollegen einer nigerianischen NGO eingestellt. Opitz und Lehmann sind jedoch 60.000 Euro Anwaltskosten entstandenen. Einen Teil davon haben bereits Verdi, der Westdeutsche Rundfunk und der Bayerische Rundfunk übernommen. Der Rest soll mit dem Benefizkonzert am 5. Februar eingespielt werden.
“Wir möchten mit dem Konzert aber auch auf die Gefahren für die Pressefreiheit weltweit aufmerksam machen”, sagt Florian Opitz. “Daher kooperieren wir mit Reporter ohne Grenzen, die auf diesem Gebiet eine hervorragende und bewundernswerte Arbeit leisten. Eine Arbeit, deren Bedeutung einem vielleicht erst richtig bewusst wird, wenn man in eine
solche Lage gerät, wie wir.”
Konzert “Wir sind Helden” und “Tomte”
am 5. Februar, 19 Uhr, im “Docks”,
Spielbudenplatz 19, 12345 Hamburg
Tickets unter:
www.kartenhaus.de
01805 - 969 000 444 (14cent/min)
Ticket ? 26,00 zzgl. VVK-Gebühr
Für Rückfragen:
- Reporter ohne Grenzen, Katrin Evers, Fon: +49/30/615 85 85
- Wir sind Helden, Tel.: 030/5 20 03-500, sven.hasenjäger@labelsmusic.com,
- Tomte, Tel.: 040 / 40 18 60 35, simon@ghvc.de
Weitere Information:
www.3sat.de/kulturzeit/themen/115486/index.html
www.mmm.verdi.de/archiv/2007/11/internationales/unter_spionageverdacht
www.dergrosseausverkauf.de
www.reporter-ohne-grenzen.de/