Politik
Einfache Wahrheiten
Interview mit Horst Seehofer
Möchten Sie noch mehr lesen?
Jetzt abonnieren
Berliner Journalisten sprach mit Horst Seehofer, dem Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über Medien, Kampagnen, das Leben als öffentliche Person und ein fast vergessenes Grundprinzip der Demokratie.

Wie geht es Ihnen nach den negativen Schlagzeilen der vergangenen Monate?

Mir geht es sehr gut! Ich bin ein öffentlicher Mensch und muss mir gefallen lassen, dass ich im Positiven wie im Negativen öffentlich begleitet werde. Eine Grenze gibt es allerdings: Wo endet das Bedürfnis, die Öffentlichkeit über einen öffentlichen Menschen zu unterrichten, und wo beginnt die Kampagne. Bei ganz wenigen ist diese Grenze überschritten worden. Ich würde das aber nicht verallgemeinern.

Aber in Ihrem Fall ist diese Grenze ganz massiv überschritten worden.

Ja. Aber es waren – nicht nach der Auflage gemessen, sondern nach Zahl der Medien – ganz wenige, zwei, drei Medien. Das spricht eigentlich nicht gegen die deutsche Medienlandschaft.

Nun, die Frage ist aber, was sich daraus entwickeln könnte. Im Grunde die Frage: Kann sich ein Politiker in Deutschland leisten, sich die Bild-Zeitung zum Feind zu machen?

Das hat mich in den letzten Monaten überhaupt nicht berührt. Ich buhle nicht um Medienzustimmung. Die Medienvielfalt ist heute so groß, dass sich aus der Summe wieder ein ganz vernünftiges Bild gibt.

Hat die Erfahrung der letzten Monate Sie vorsichtiger gemacht?

Nein. Mit den zwei, drei Medien bin ich natürlich ein Stück zurückhaltender, weil die ohnehin schreiben, was sie wollen. Das war vielleicht auch der Grund, dass sie sich so verhalten haben. Ich hatte schlicht und einfach auf viele Anfragen gesagt: „Es reicht, was da jetzt alles veröffentlicht worden ist. Ich will dazu nichts mehr sagen. Ihr schreibt sowieso, was ihr wollt.“

Oder was ihr sollt?

Wir haben Gottseidank ein pluralistisches, vielfältiges Mediensystem in Deutschland. Und da kommt es nicht darauf an, dass ich das Wohlgefallen aller Medien habe. Auch das muss man aushalten!
Möchten Sie noch mehr lesen?
Jetzt abonnieren