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Service und Wissen

Daten doppelt sichern

Text und Fotos: Bernd Lammel

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Datenverlust trotz Datensicherung? Welche Medien sind für den professionellen Einsatz empfehlenswert? Und liegt es nur an den Medien, dass so oft Daten unwiederbringlich entschwinden? Ein Plädoyer für Disziplin beim Daten sichern.


Unkenrufe gibt es immer. Ende der 90er Jahre wurden die ersten CD-R mit damals sündhaft teuren Brennern beschrieben und Pessimisten meinten, die Daten wären spätestens nach anderthalb Jahren von den Silberscheiben verschwunden. Das gab es tatsächlich, wenn die Rohlinge vom Ramschtisch möglichst billig gekauft und dann im transparenten Gehäuse auf der Fensterbank gelagert wurden. Pflanzen gedeihen im UV-haltigen Sonnenlicht prächtig, die Trägerschicht der CD-R war aber nicht auf Photosynthese eingestellt. Wer damals schon für Markenware ein paar Pfennige mehr ausgegeben hat und richtig im Dunkeln lagert, wird die Daten auch heute noch lesen können – vorausgesetzt Software und Brenner produzierten keine exotischen Formate, und international vereinbarte Normen wurden vom Benutzer beachtet und beim Brennen richtig eingestellt.

Vor der Digitalisierung waren Originale gefährdeter
„Früher war alles besser“, stimmt in Sachen Datensicherung nicht. Wer hat seine Sendebänder oder Manuskripte früher doppelt gesichert, ganz zu schweigen von duplizierten Dias oder Negativen? Verluste waren vor der Digitalisierung schmerzlicher, wenn sie Originale betrafen. Der Autor dieser Zeilen hat selbst erfahren, wovon er schreibt. Ein Handwerks­betrieb ­hatte im Bürohaus, wo er fast 100 000 Originaldias lagerte, vergessen einen Lüftungsschacht abzudichten, bevor er die Stahlträger im Untergeschoss zu sandstrahlen begann. Die Folgen waren fatal. Die Kupferschlacke war bis in die letzte Ritze der Archivschränke vorgedrungen. Ausnahmsweise ist heute alles besser. Digital heißt immer mit doppeltem Boden und damit ohne Verlust. Ein Pressefotograf aus Dresden nahm vor zwei Wochen seine externe Festplatte aus dem Schrank. Er hatte die komplette Produktion des Vorjahres darauf gesichert. Nach dem Einschalten hörte er ein leises Klicken, danach ein kurzes Knirschen. Das leise Surren der Platte blieb aus. Datencrash. Ein Wiederherstellen der Daten wurde ihm für viele hundert Euro ohne Erfolgsgarantie in Aussicht gestellt.

Datensicherung in zwei Stufen
Deshalb sollte sich jeder Journalist ein Szenario seiner Datensicherung in zwei Stufen angewöhnen. Die kurzfristige Sicherung während der Produktion. Foto- und Videojournalisten, die vor Ort arbeiten müssen, sollten ihre Speichermedien bei ganztägigen, aber auf jeden Fall bei mehrtägigen Jobs, zwischenspeichern. Für Agentur- und Tageszeitungsjournalisten ist dabei der Laptop zum Normalfall ge­worden. Auf Reisen hängt es vom Transportvolumen ab. Wer per Flug auf acht Kilo Handgepäck angewiesen ist und beispielsweise viel im unwegsamen Gelände unterwegs ist, kann meist keinen Laptop mitnehmen. Glück­lich der Fotograf mit Kameras, die über mehrere Speicherkarten-Schächte verfügen und die Option, die Bilder auf beiden Karten in Kopie zu speichern. Selbst große Speichermedien sind inzwischen so preiswert, dass es kein Problem darstellt, auf diese Weise gleich beim Fotografieren „Sicherheitskopien“ herzustellen. Die Methode eignet sich nur für akribisch arbei­tende Fotografen, die alle Karten gut ­beschriften und sicher verwahren. Die Genies ohne Ordnungsprinzip wissen bei mehr als zehn in der Fototasche herumfliegenden Karten bald nicht mehr, was wohin gehört. Ein weiterer Nachteil: Abends im Hotel besteht ­keine Möglichkeit, sich die Fotos – außer in der Kamera selbst – anzuschauen und schon zu editieren. Abhilfe schafft ein Image Tank oder Media Storage genanntes Gerät, das aus einer Festplatte und einem kleinen Bildschirm besteht.

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Workshop zum Thema


„Daten richtig sichern“ mit Johannes Rühlmann am 16.1.2009 9–13 Uhr


Das Seminar beschäftigt sich mit Methoden der Datensicherung.
Vor- und Nachteile von Methoden der Datensicherung/Lösungs­wege – Umgang mit Datenträgern wie CDs, DVDs, Festplatten (Lagerung, Haltbarkeit) – Was muss man bei der Daten­­­migration beachten. (Überspielen von Daten)


Anmelden unter:
http://tinyurl.com/6f38qy

Preis: 80 Euro
Ort: die medienakademie in berlin, Hausvogteiplatz 3–4, 10117 Berlin

In der nächsten Ausgabe:
Tarnkappen für sensible Daten – verschlüsseln, extern sichern und Informanten schützen.


Heft Nr. 5-2008
Titelthema:
Verbraucher

Titelfoto: Uwe Bellhäuser

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