Service und Wissen
Netbooks – immer online
Von Richard Schnabel
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Der große Ansturm auf Netbooks sei vorbei, schreibt ein großes Internetportal für Preisvergleiche. Warum sich die Anschaffung für Journalisten dennoch lohnt, erklärt Berliner Journalisten.
Netbooks sind mobile Computer, die kleiner, leichter und billiger sind als Notebooks. Neue Strom sparende Prozessoren wie der Intel-Atom und energiesparende kleine Bildschirme bescheren dem Nutzer Akkulaufzeiten von bis zu acht Stunden.
Sie sind deshalb ideal zum Reisen, ersetzen aber keinen Desktop-Computer. Gerade freie Journalisten haben sich in den letzten Jahren für einen teuren Power-Laptop entschieden, der genauso viel kann wie ein ausgewachsener stationärer PC. Der Akku macht bei diesen Modellen allerdings dort, wo keine Steckdose in Sicht ist, beispielsweise in einem Regionalexpress, bei der Arbeit mit komplexen Programmen und angeschlossener UMTS-Komponente, schon nach einer Stunde schlapp.
Netbooks sind also Zweitgeräte, die unterwegs viel mehr bieten als Smartphones, aber nicht zum alleinigen Computer eines Journalisten taugen. Das kann man bei Preisen ab 250 Euro auch nicht erwarten. Wer aber mit einem 10- bis 12-Zoll-Bildschirm zufrieden ist, der wird auch die Gewichtsersparnis gegenüber einem ausgewachsenen Notebook zu schätzen wissen. Der Netbook-Markt ist außerdem relativ überschaubar, auch wenn der bekannteste Internethändler zurzeit 187 Modelle anbietet.
Journalisten sollten vor dem Kauf eines Netbooks überlegen, wozu es verwendet werden soll. Bei anspruchsvoller Bildbearbeitung oder komplexen Office- oder Datenbankanwendungen kommt keine Freude auf. Wenn der PC trotzdem winzig bleiben soll, käme auch ein Sub-Notebook in Frage. Diese Technologie basiert auf sehr kleinen und hochwertigen Komponenten und fordert deshalb ihren Preis. Sub-Notebooks kosten um die 2 000 EUR, was bei dem immer noch kleinen Bildschirm und der geringeren Akkulaufzeit nicht immer zufrieden stellen kann. Interessant sind Sub-Notebooks für Vielflieger und Spitzenverdiener.
Der hauptsächlich schreibende Anwender sollte beim Kauf auf eine schnelle Internetanbindung nach allen verfügbaren Standards wie WLAN, LAN, UMTS und Bluetooth achten. Textverarbeitungsprogramme müssen flüssig laufen.
Die Performance bei der Bildbearbeitung beschränkt sich auf einfache Editoren oder Browser, wie sie die Hersteller der Kamera meist mitliefern oder die als Shareware in vielen Varianten erhältlich ist. Eine aufwendige Bildbearbeitung mit Programmen wie Adobe Photoshop könnte bestenfalls mit älteren Versionen, die geringe Systemanforderungen haben, gelingen. Als die Version 6 von Photoshop in den Handel kam, hatten die meisten stationären PC eine geringere Leistung als heute die Netbooks.
Die Leistungsfähigkeit dieser Versionen ist für unterwegs und bei dem kleinen, nicht farbecht zu kalibrierendem Bildschirm, ohnehin ausreichend.
Den wahren Vorteil für Journalisten spielen die kleinen PCs in ihrer Netzwerkfähigkeit aus: immer online! Aktuell arbeitende Journalisten müssen über VPN (Virtual Private Network) mit dem Redaktionssystem verbunden sein. Sicherheitsrelevantes Material sollte im Ausland vor der Heimreise auf den heimischen Server gespielt werden. Überhaupt sollte auf dem Netbook so wenig wie möglich gespeichert sein, da auch Zollbehörden in letzter Zeit gerne Festplatten kontrollieren. Online-Journalisten können ihre CMS (Content Managment System) wie WordPress überall füttern. Die meisten Fotoserver wie picturemaxx backstage bieten heute das Online-Beschriften von Bilddateien an.
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